Routinierter Sexcontainer

Maren Frank
KRONOS-DIVISION: GELIEBTE VERDÄCHTIGE
dead soft verlag/Edition Banzini, Februar 2010, Edition-Banzini-Hefte 7, Heftroman/Romanheft, 72 Seiten, ISBN 978 3 934442 86 3

Die Erscheinungsform des Werkes ist ein wenig … naja, unerwartet. Das Stück hat eine reguläre ISBN, kommt jedoch beinahe wie ein Fanzine daher. Zwar ordentlich gemacht, im Großen und Ganzen, doch im Grunde ein Fanzine. Der Rückenstich sitzt nicht ganz korrekt, der Gesamtumfang ist an der für Rückenstichheftung geeigneten Grenze, der Coverdruck weist die typischen, nicht bedruckbaren Bereiche von Digitalkopierern auf, der Druck selbst ist satt und sauber, das Layout simpelste Strickweise, mit einer der Arial ähnlichen serifenlosen Schrift – oder ist es gar die Arial selbst? –, und der Fließtext ohne Absatzeinrückungen und ohne Silbentrennungen.

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Kein Grund zur Flucht

Anke Jablinski
ZUFLUCHTSORT MALTA
Ein persönlicher Reiseführer
Selbstverlag, Berlin, 2009, Paperback, 177 Seiten, ISBN 978 3 00 028003 0

Aber. Genau das ist das Stichwort. Für mich. Dieses Aber. Aber. Das Buch lag längere Zeit bei mir, in meinem Stapel ungelesener Bücher (SUB). Jetzt war ich dann sowieso dabei, Bücher über Malta zu lesen – oder besser, von denen behauptet wurde … naja, wollen wir nicht gemein sein … –, und da kam auch endlich die Jablinski mit ihrem Werk dran.

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Dünnpfiff, klug

Wibke Seifert
MITTEN IM MEER
Amüsante und kuriose Geschichten aus Malta
Rolf Thum Larimar Verlag, Hockenheim, o. J., Taschenbuch, 120 Seiten, ISBN 978 3 931569 26 6

Das Buch stand schon ein Weilchen auf meiner Amazon-Wunschliste, die ich eher unregelmäßig abarbeite. Da mein SUB – der »Stapel ungelesener Bücher» – derzeit deutlich erkennbare Schwundtendenzen vorzuweisen hat, habe ich das Stück kürzlich einfach mal mitbestellt, angelegentlich des Kaufs des Romans »Maltamaniac«, den ich hier ja auch schon besprochen habe.

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Maledivische Heilung

Maja Franklin
BEI DIR FAND ICH DAS PARADIES
Romana, Band 1801. Cora Verlag, Hamburg, September 2009, 125 x 180 mm, 156 Seiten

»Die Malediven: Einsame Strände, Palmen, die sich sanft im Wind wiegen, und das türkisblaue Wasser des Indischen Ozeans – die junge Journalistin Ashley kann ihr Glück kaum fassen, als sie für eine Enthüllungsstory auf die Trauminsel geschickt wird. Doch sobald sie dem Mann gegenübersteht, den sie ausspionieren soll, kommt alles ganz anders: Der Meeresbiologe Joshua Thompson weckt so starke Gefühle in ihr, dass der Job zur Nebensache wird. Vor der paradiesischen Kulisse genießt Ashley ihre Liebe – aber was wird sein, wenn Joshua eines Tages ihre wahre Identität entdeckt?«

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Keine Frauen, keine Kinder, keine Bären

Bill Bryson
PICKNICK MIT BÄREN
A Walk in the Woods
Wilhelm Goldmann Verlag, München, 1999, Goldmann TB 44395, 344 Seiten, ISBN 978 3 442 44395 6

Welche Auflage des Buches mir genau vorlag, kann ich nicht nachvollziehen. Bei der Suche nach einer Coverabbildung habe ich diverse gefunden, allesamt in grottigen Auflösungen. Bei Goldmann selbst gab es die rechte Abbildung; die linke des Buches, das mir vorlag, habe ich selbst gescannt.
Dass ich das Buch überhaupt gelesen habe, ist meiner besseren Hälfte zu verdanken. Sie wollte es eigentlich für ihren Lesezirkel goutieren, fand es aber langweilig, las – nach ihren Worten – etwas vorne, etwas in der Mitte und etwas hinten und war dann der Ansicht, das Buch gelesen zu haben. So einfach geht das ja nun nicht, dachte ich mir, las es selbst und kann keine ihrer Kritiken, gleichgültig wie en detail formuliert, nachvollziehen.

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Rückkehr zum Desinteresse

Roberto Saviano
DAS GEGENTEIL VON TOD
Il contrario della morte. Ritorno da Kabul; Ragazzi di coca e di camorra
Carl Hanser Verlag, München, 2009, 71 Seiten, ISBN 978 3 446 3335 5

Savianos zweites Buch, das, für das er den Geschwister-Scholl-Preis 2009 erhielt, ist anders. Eigentlich hatte ich eine Art Fortsetzung zu »Gomorrha« erwartet, möglicherweise ist es das auch. Der Band, der hier als Hardcover mit nur 71 Seiten Umfang vorliegt, ist zu dünn, um »Gomorrha« wirklich fortzuführen. Und Saviano hat das auch nur indirekt getan.

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Desillusionierende Erschütterungen

Roberto Saviano
GOMORRHA. REISE IN DAS REICH DER CAMORRA
Viaggio nell‘ impero economic e nel sogno di dominio della camorra
dtv 34529, September 2009 (5. Auflage), 365 Seiten, ISBN 978 3 423 34529 3

Das ist eigentlich überhaupt nicht mein Ding. Camorra, Mafia, ‘Ndrangheta. Themen aus diesem Umfeld interessieren mich eigentlich nicht. Es macht keinen Unterschied, ob es russische, chinesische, italienische oder nigerianische Verbrechersyndikate sind, um die es geht. Ich weiß, dass es mich nicht interessiert. Nicht als Film – Mafiafilme empfinde ich als schmerzhaft und anstrengend, es gibt keine witzigen Geschichten aus diesem Metier, und es gibt keine witzig erzählten traurigen Geschichten –, nicht als Buch, nicht irgendwie. Es interessiert mich schon deshalb nicht, weil ich mich selbst schützen muss. Nicht vor diesen Organisationen – oder doch, auch. Aber vor meiner eigenen Ohnmacht, mit ansehen, mit anhören, lesen zu müssen, was da vor sich geht, und überhaupt nichts tun zu können. Ich hasse Ungerechtigkeiten und ich bewundere Menschen, die sich gegen solche Organisationen auflehnen, gegen sie angehen, wohl wissend, dass es sie das Leben kosten kann, besser wissend, dass es sie das Leben kosten wird. Für mich wäre es Selbstmord, und ich weiß, dass ich mich nicht dagegen wehren könnte, und ich kann für mich Selbstmord nicht für möglich halten.
Und deshalb interessieren mich solche Dinge nicht. Eigentlich.

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