Laufen, laufen

Susi war fleißig heute. Den nördlichen Teil der Strecke hat morgens Frauchen mit Susi und Naomi zurückgelegt. Der Zipfel ganz im Norden repräsentiert ein Zusammentreffen mit Meta, einer jungen Labradorhündin, und ihrem Frauchen, worauf noch eine Zusatzstrecke zugefügt wurde.
Den südlichen Teil habe ich mit Susi alleine absolviert.

Das Wetter war günstig. Bedeckter Himmel, mit 12, 13 Grad nicht zu warm, leichter Wind, ansonsten trocken. Naomi war zum Schwimmen in Ramstedt, und diese Gelegenheiten nutze ich gerne für lange Gänge allein mit Susi. Denn so viel sie schnüffelt, wenn Naomi dabei ist, und gemeinsam mit ihr den Gassigang zum Gassistand :) macht, so gerne läuft sie, wenn sie allein mit mir unterwegs ist. Und wir haben das einmal mehr leidlich ausgenutzt.
Die Strecke durchs Wilde Moor — so heißt das Gebiet — hat viele Vorteile. Kein Autoverkehr, kein Lärm, nur einige Rinder auf Weiden, ansonsten Vogelgeräusche, in der Ferne ein Kuckuck. Eine schöne Landschaft, in der Ferne die Biogasanlage vom Lehmsiek, in der anderen Richtung der Mobilfunkturm Richtung Bremhöft, ansonsten Grün, Grün, Grün.
Der Gassigang hat sich gelohnt. Mein Blutzuckerspiegel lag perfekt im grünen Bereich, ich habe meine Beine gespürt, war moderat erhitzt — und glücklich über einen tollen Gassigang mit einem tollen Hund.

Frech, aber kein Dachs

Heute morgen ging mir dann irgendwie durch den Kopf, dass die beiden Moize nur ausbüxen, wenn es schlechtes Wetter hat. Klar, lohnt sich mehr – bei trockenem Wetter (vor allem nach einigen regenfreien Tagen) ist man hinterher nicht annähernd so dreckig wie zum Beispiel heute morgen. Und wie immer hat Susi angefangen:

Susi Gesamtrunde (ca. 9,8 km). Der südliche Teil ist der normale Gassigang; der rote Teil ist der Ausflug, die rote Kennzeichnung weist auf die Live-Einstellung des Trackers hin, durch die nicht nur alle X Sekunden ein Signal gesendet wird, sondern eben eine Live-Verfolgung möglich ist.

Und hier Susis Ausflugsrunde im Detail. Die Streckenausschnitte die hier grün sind, weisen auf höhere Laufgeschwindigkeit hin, d. h. sie ist gerannt.

Und natürlich ist Naomi wie immer hinterher gelaufen. Auch von ihrem Ausflug — der ca. 9,6 km lang war (incl. des Standardgassigangs) — gibt es die entsprechenden Aufnahmen:

Heute morgen gab’s dann einen längeren und vor allem feuchteren Badezimmeraufenthalt (wir lieben unsere Hunde, weshalb sie bei solchen Gelegenheiten nicht draußen im Wind kalt abgeduscht werden). Und Leckerlis gab’s auch nicht (Frauchen darf nicht wissen, dass ich natürlich weich geworden bin …).
Und der Mittagsgang ist gestrichen. Nicht als Strafe, sondern weil sich die Moize ordentlich ausgetobt haben. Vor allem Naomi, die ja inzwischen über 10 Jahre alt ist, soll nicht über die Maßen gescheucht werden. Auch der Abendgang wird nicht zu anspruchsvoll — das Pensum für heute ist gut erfüllt (und jetzt, wo ich dies schreibe, müsste Susi eigentlich schon neben mir stehen und mich an den Mittagsgassigang erinnern – was sie nicht tut, und das hat wohl seinen guten Grund …).

P.S.: Die Heimat der Hunde — unser Haus — ist dort, wo die Bilder der Moize mit der unteren Spitze aufsitzen.

Tiere aus dem Tierheim haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen

(c) Annelie Fornoff, von TASSOs Website ausgeliehen

Auf TASSOs Website liest man zum Thema:

In Tierheimen warten unzählige Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen und andere Heimtiere auf ein artgerechtes und liebevolles Zuhause. Tiere aus dem Tierheim und ihre Vermittlung haben leider oft einen schlechten Ruf. Mit diesem Artikel wollen wir mit einigen hartnäckigen Vorurteilen aufräumen und zeigen, dass die Adoption eines Tieres aus dem Tierheim eine wunderbare Möglichkeit für ein glückliches Zusammenleben von Mensch und Tier sein kann.

Mehr und Ausführliches dazu: hier.

[Naomi + Susi] Strawanzen

Frauchen lässt Naomi und Susi gerne frei laufen. Recht so – die Hunde sollen auch nicht leben wie die Hunde. Ungeschickt allerdings, wenn die zwei dann strawanzen gehn, wenn Frauchen noch zur Arbeit muss …

Naomi 23.03.2023 unterwegs :)

Die rot unterlegte Linie bedeutet, dass der Tracker auf »Live« eingestellt war, sodass man den Weg der lieben Naomi wirklich live verfolgen konnte.

Susi, 23.03.2023, auch unterwegs :))

Bei Susi war der Akku des Trackers dann leer (siehe Ende der rot unterlegten Linie); aber den Heimweg machte sie dann gemeinsam mit Frauchen und Naomi. Und auch, wenn es nicht so aussieht – Susi war zuerst wieder zurück …

[Kim] DORNs »The Way Back Home«

Kim, Weihnachten 2012

Natürlich wird sie den Heimweg nicht mehr finden. Aber darum geht es auch nicht in dem Lied von DORN (siehe hier). Und dennoch …

It is hurting that you have to go (…)
I’m sorry that you couldn’t stay, (…)

Oh i miss you more than words can say (…)

DORN - The Way Back Home

Durchschlagend

Weil ich die Folgen »Criminal Intent« auf Vox schon kannte, habe ich auf RTL umgeschaltet. Dort gab es »Enzo und die wundersame Welt der Menschen« (The Art of Racing in the Rain, USA 2019, https://www.imdb.com/title/tt1478839), ein Film um einen Golden Retriever, der die Legende glaubt, er könne als Mensch wiedergeboren werden, wenn er bereit dazu sei. Ein Film mit einer wundervollen Amanda Seyfried und einem wunderschönen Golden Retriever. Ein Film, den ich mir nicht anschauen konnte …

The Art of Racing in the Rain | Official Trailer [HD] | 20th Century FOX

Herrchen ist unterwegs. Frauchen geht es schlecht. Sie nimmt ihre Tochter und geht zu den Großeltern. Enzo bleibt zurück. Tagelang. Er beginnt zu halluzinieren und zerlegt die Stofftiersammlung der Tochter. Als die Familie zurückkehrt, wird Enzo gemaßregelt. Er versteht die Welt nicht, denkt, eines der Stofftiere hätte die anderen getötet …

An der Stelle bin ich ausgestiegen. Ich stelle immer häufiger fest, dass ich Filme – nicht einmal TV-Dokumentationen wie die »Die Tierärzte – Retter mit Herz« (freitags auf NDR 3) – mit Hunden nicht mehr anschauen kann, ohne dass die Erinnerungen an Kim wüst und sehr heftig durchschlagen.

Und es sind vor allem auch die Erinnerungen daran, wie oft man selbst zu seinem eigenen, geliebten Tier ungerecht gewesen ist …

[Susi] Tag 1, Klarstellung

Hätte die Videodatei keine eindeutigen Daten, würde ich nicht glauben, dass diese Aufnahme vom ersten Tag stammt, den Susi bei uns war:

So schüchtern und schreckhaft sie ganz am Anfang noch war — schüchtern ist sie nicht mehr, schreckhaft manchmal immer noch –, so hat sie doch eines klargemacht: „Hier wird gewohnt, wie ich das will!“ :) [Wobei festzuhalten ist, dass Susi kein Hund ist, der die Wohnung umdekoriert.]

[Kim] Der Anfang II

Kim soll ihre ersten anderthalb Jahre auf der Straße zugebracht haben. Sie muss mindestens einmal Junge bekommen haben, denn ihr Gesäuge war ausgeprägt (ausgeprägter zum Beispiel, als bei Naomi oder Susi). Der Tierarzt, der sie kastrierte, war vermutlich ein Metzger; kein vernünftiger Veterinär verpasst einer Hündin einen gut zwanzig Zentimeter langen Schnitt.

Und es war auf sie geschossen worden; in ihrem Körper steckten drei Diabolos (das ist Luftgewehrmunition), und einen davon hat sie mit in den Hundehimmel genommen, denn er saß zu nah an der Lunge, um herausoperiert zu werden; allerdings war die Kugel verkapselt, insofern ungefährlich.

Kim hatte ihre Baustellen. Sie mochte es nicht, am Hinterteil angefasst zu werden, jedenfalls anfangs. Von der Diabolo-Operation noch betäubt, nässte sie sich ein. Ich wollte ihr das Hinterteil mit einem Handtuch abtrocken, da schnappte sie im Halbdusel nach mir, erwischte den goldenen Ring meines Vaters und meinen Finger, der natürlich blutete. Ein wenig. Die Spur ihres Zahnes, der den Ring erwischte, ist noch da; ich werde sie auch nicht beseitigen lassen – das ist eine Erinnerung, nicht nur an Kim, sondern auch an meinen eigenen Fehler.

Es war nicht der einzige Fehler, den ich mit ihr machte. Wenn auch der blutigste. Als ich sie einmal auf dem Sofa sitzend in den Arm nehmen wollte, schnappte sie nach meinem Gesicht, erwischte mich aber nicht. Dass sie so reagiert, hätte ich mir denken können. Erst viele, viele Jahre später, 2022, um genau zu sein, ließ sie sich in den Arm nehmen, vor allem beim Tierarzt.

Der Fehler, der mir am intensivsten in Erinnerung bleiben wird, geschah beim Gassi gehen. Keine große Runde, in der Nachbarschaft, mehr nicht. Sie sollte nur noch einmal pieseln. Es regnete, ich hatte einen Schirm in der Hand (danach nie wieder beim Gassigang), in der anderen die Flexileine. Kim pieselte, die Flexileine – bzw. das schwere Gehäuse – rutschte mir aus der Hand, schoss auf den Hund zu, der panisch davon rannte, das verdammte Flexileinengehäuse immer hinter ihr her. Zum Glück blieb sie auf dem Gelände, auf dem wir wohnten, saß dann vor der Tür zum Haus, zitternd, ängstlich – und es gelang mir fast nicht, sie von der Tür wegzuziehen, um diese zu öffnen. Wie es danach weiterging, weiß ich nicht mehr – aber danach verschwand die Flexileine in der Versenkung und kam nie mehr zum Einsatz.

Kim im August 2012; da war sie freilich schon über ein Jahr bei uns.