Nach dem langen Tag in Eckernförde zuvor war heute Entspannung für die Hunde angesagt. Dachten wir. Also keine große Strecke, keine große Aufregung, keine langen Märsche. Zumal es zwar morgens auf wetter.de so aussah, als käme eine fette Gewitterfront aus Westen herangerauscht – aber die suchte sich einen anderen Weg, vielleicht sogar ins Nirgendwo.
Wir entschieden uns für Friedrichskoog, einen kleinen Ort südlich von Büsum, auf der Südseite der Meldorfer Bucht. Nichts Aufregendes erwarteten wir, und so war es auch. Der Ort war nicht hässlich, aber auch nicht ausnehmend hübsch. Einfach nichts Aufregendes. Am Ende des sehr lang gestreckt wirkenden Ortes lag der Hafen, die Seehundstation und der Wal.
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Tote Hunde, Schülp, 10.06.
Erledigt waren sie, die beiden. Kim noch nicht mal so sehr – sie ist die Stämmigere von beiden, hat ein bisschen mehr auf den Rippen, genug, dass wir immer darauf achten müssen, dass sie nicht noch zulegt. Aber Naomi, unser Magermäuschen, hat noch nicht viel zuzusetzen. Wir arbeiten daran, dass sie ihre knapp siebzehn Kilo, die sie derzeit hat – vielleicht im Augenblick auch etwas weniger -, langsam aber sicher an die Zwanzig-Kilo-Grenze bringt. Sie wird dann immer noch die Schlankere von beiden sein, aber das gibt ihr vielleicht ein paar Reserven.
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Ausgesponnen, B 203, irgendwo auf dem Rückweg von Eckernförde, 09.06.
Und auf einmal spinnt der Navi nicht mehr. Es war nichts Besonderes. Es gab keinen Grund. Irgendwo auf der Rückfahrt hatte ich den Eindruck, als hätte mich der Garmin-Navi meiner Gattin, der ja nicht mit meiner Streckenführung einverstanden war, in die Irre geführt. Hamdorf war der Ort, von dem ich glaubte, ihn schon einmal vor mir gehabt zu haben. Waren wir umgekehrt?
Ich bat meine Gattin, die Karte zu konsultieren. Und aus irgendeinem Grund fiel mir auf, dass die Richtungsanzeige im Display hinter dem Lenkrad auf einmal die richtige Himmelsrichtung anzeigte (während in den vorherigen Wochen immer rund 180 Grad fehlten). Ich schaltete die Karte des RNS 510 meines VW Passat ein, jenes Navisystems, das in den letzten Wochen – seit dem Abend, als wir Naomi in Frankfurt vom Flughafen abholten – herumgesponnen hatte (ich schrieb davon). Und was war das?
Die Position meines Autos befand sich nicht mehr mitten im Mittelmeer, nicht mehr zwischen Genua und Bastia. Nein – Hamdorf wurde angezeigt, die B 203, die richtige Himmelsrichtung, und der Pfeil, der die Position meines Fahrzeugs anzeigte, befand sich beständig richtig und korrekt auf einer wirklich befahrbaren Straße.
Ähm.
P.S.: Da ich nicht zu hoffen wage, dass mir das jemand erklären kann, und da ich nicht davon ausgehe, dass ich meinen Navi noch als zuverlässig betrachten kann, werde ich mir wohl noch so einen »Kleinen« wie den Garmin meiner Gattin für’s Handschuhfach zulegen. Für alle Fälle. Denn ohne Navi auf einmal mitten in der Pampa rumzugurken, das ist kein Spaß.
Netter schwarz-gelber Gag nebenbei, Eckernförde, 09.06.
Im Rathauskeller, beim Mittagessen, erfuhren wir auch von der 444jährigen Geschichte der »Gilde der gelben Westen«, einer Schützengilde, die in diesen Tagen ihr Jubiläum feiert. Während wir speisten, kündeten Trommler vor dem Restaurant jeweils am Eintreffen eines weiteren Gildenbruders, gekleidet in schwarzen Anzug, darunter eine gelbe Weste, weiße Krawatte, dazu ein Zylinder. Die Vorstandsmitglieder trugen noch entsprechende Abzeichen und einen Stock. Die Offiziere, in Grün gekleidet, waren gleichermaßen zugegen.
Nette Sache, denke ich. Wenn wir wirklich in Eckernförde landen sollten, denke ich über eine Mitgliedschaft nach. Nachdem meine Mitgliedschaft im EinhornClan FOLLOWs Ende 2014 enden wird, kann ich meine schwarz-gelben »Leidenschaften« vielleicht auf diesem anderen Terrain fortsetzen. (Wenn es auch dabei bleibt, dass die alten schwarz-gelben T-Shirts mit den Einhornwappen und -sprüchen Ende 2014 nach Ungarn gehen.)
Unschönheiten, Eckernförde, 09.06.
Negativ aufgefallen ist mir, dass die beiden Kirchen in Eckernförde nicht zugänglich waren. Im Kreis Dithmarschen und in Nordfriesland haben wir noch keine Kirche gehabt, die verschlossen war. Auch gibt es dort einfach nur Schilder mit der Aufschrift »Die Kirche ist offen«, ohne besondere Zeitangaben (wenn ich auch sicher bin, dass diese Kirchen nicht durchgehend offen sind). Aber dass die beiden wesentlichen Kirchen in Eckernförde ausgerechnet an einem Pfingstmontag nicht zugänglich waren, das hat mich enttäuscht. Gut, in Borby waren wir halt zu spät; aber Sankt Nicolai hätte geöffnet sein sollen. Daran sollte gearbeitet werden.
Negativ ist mir auch einmal mehr aufgefallen, wie ungünstig sich Inkonsequenz bei der Gestaltung von Fußgängerzonen auswirken kann. Die Fußgängerzone von Eckernförde – wozu auch die Altstadt gehört – ist eine von diesen halbherzigen Fußgängerzonen, zu denen an zahlreichen Stellen Kraftfahrzeuge Zugang haben. In den eigentlichen Einkaufsstraßen zum Beispiel der Lieferverkehr im Grunde immer, bis auf drei Stunden (10 bis 13 Uhr). Und in den Altstadtstraßen die Anwohner. Ich finde das vor allem unter optischen Gesichtspunkten nicht schön. Wenn man hübsche Straßen wie in der Eckernförder Altstadt, mit hübschen alten Häusern, mit Rosensträuchern vor den Gebäuden ordentlich fotografieren möchte, dann stören die herumstehenden Blechhaufen einfach den Gesamteindruck.
Und ich finde, dass es Alternativen gibt: Parkmöglichkeiten für Anwohner schaffen, Einfahrerlaubnis zum Beispiel zum Be- und Entladen, möglicherweise mit zeitlichen Begrenzungen (z. B. also nicht nachts) und ähnliche Regelungen. Kurz und gut: reinfahren, erledigen, rausfahren. Ich bin sicher, es gibt auch schon existierende Beispiele für solche Regelungen.
(Und man kann mit moderner Technik auch nachträglich unterirdische Arbeiten – z. B. die Schaffung eines Parkhauses – durchführen, ohne die oberirdische Architektur zu beeinträchtigen [man muss es ja nicht wie die Kölner mit ihrem Stadtarchiv machen …].)
Und letztlich hat sich auch in Eckernförde gezeigt, dass die Fähigkeiten der städtischen Bediensteten nicht optimal zu nennen sind, wenn es um die Beschilderung wesentlicher – vor allem auch touristisch relevanter – Elemente der Stadt geht. So gibt es zahlreiche Tafeln mit Hinweisen für alles Mögliche in allen möglichen Richtungen. So findet man z. B. immer zum Strand, immer zur Touristeninformation (auch wenn man dort schon war), immer zum Hafen usw. usf. Zu Sankt Nicolai gibt es nicht ein einziges Schild, nicht zum Gänsemarkt, nicht zum Rathausmarkt. Und der vorhandene Hinweis zur Borbyer Kirche ist wohl auch nur der Tatsache zu verdanken, dass sonst dortzulande wirklich niemand dahin gelangen würde, angesichts der wüsten Steigung auf den Petersberg.
Ostsee ist doch das Meer, Eckernförde, 09.06.
Früh raus, früh Frühstück, früh los. Das war die Maxime des Tages, denn Eckernförde, das Planziel, lag nicht ganz um die Ecke. (Die genaue Entfernung erinnere ich nicht, aber der Navi errechnete zunächst eine Fahrzeit von gut einer und einer Viertelstunde.)
Or-Dinge II, Sankt Peter-Ording, 08.06.
Motorradfahrer. Die Straße »Im Bad« im Ortsteil Bad ist eine Meile. Restaurants, Imbisse, Läden, viel Volk, viel Radler, dazwischen eine einspurige Einbahn für Auto- und Motorradfahrer. Während man im »Meat & Greet« sitzt, sieht man nicht nur die typischen Poser in ihren schwarz aufgehübschten Vianos oder den schwulen Cayennes immer wieder diese Straße entlang cruisen, nein, zur Freude aller gehören zu diesen Pappnasen, die immer wieder den gleichen Kurs fahren – zu welchem Zweck auch immer – diese Motorräder mit acht oder zwölf Zylindern, die nur zwei Mal in der Minute takten, dafür aber mit der Lautstärke von B-52-Bombern im Abwurfanflug. Und an der richtigen Stelle – tolle Ische oder halbtote Rentnerin in der Nähe – zieht man mal die Kupplung und lässt hören, auf wie vielen Trommeln man trommeln könnte, wenn man Ahnung von Rhythmus, Musik schlechthin, hätte. – Das Problem bei dieser Art von Motorrädern ist, dass man nicht zu hoffen braucht, dass die irgendwo umfallen. Das geht technisch nicht. Die Arme des Fahrers sind so weit ausgebreitet, dass das Motorrad zwar kippen kann, aber nicht wirklich umfällt. Dagegen wirken auch die gespreizten Beine, die unter anderem auch dazu dienen, dass genügend Frischluft an die dicken Eier kommt, die der supercoole Biker mit sich rumfahren lässt. – An einem Pfingstsonntag laufen »Im Bad« vor allem Familien mit Kindern rum, Rentnerpärchen, und ein paar Einheimische. Sich auf so einer »Meile« so produzieren zu wollen – und damit mehr als unangenehm aufzufallen -, ist wirklich armselig. Nicht peinlich, nein. Armselig.
Or-Dinge I, Sankt Peter-Ording, 08.06.
Radfahrer. Geht man von der Strandbar »54° Nord« Richtung Ort, gibt es zwei mit Holzbohlen belegte Wege über den Sand: der linke ist für Radfahrer, der rechte für Fußgänger. Die Beschilderung ist eindeutig. Ganz eindeutig. Auch später, wenn beide Bohlenwege zusammen laufen und von Radfahrern und Fußgängern gemeinsam genutzt werden sollen. Da steht, dass Radfahrer abzusteigen haben. – Ich glaube nicht, dass ich erwähnen muss, welche Gruppe der Beteiligten größtenteils zu dumm war, den richtigen Weg zu wählen bzw. die richtige Entscheidung zu treffen.
Regatta, Rundweg, Rindfleisch, Sankt Peter-Ording, 08.06.
Gleich vorweg, die Regatta der Strandsegler haben wir nicht gesehen. Sie begann lt. Plan um 13.30 Uhr – da waren wir gerade am entgegengesetzten Strandende, bei der Strandbar »54° Nord«. Und ich glaube auch, dass selbst mein Teleobjektiv nicht gereicht hätte, um einigermaßen gescheite Fotos zu machen: So eine Strandseglerregatta läuft halt ohne erhöht aufgebaute Tribünen, ohne wirklichen Ausblick, über eine recht lange, flache Strecke, die man praktisch auf Augenhöhe überblickt. Jeder TV-Sender kann bessere Bilder auf die heimische Mattscheibe schicken. Also … eh wurscht.
Geparkt wurde diesmal ganz im Norden, im Ortsteil Ording. Es gab einen knapp sieben Kilometer langen Rundweg, der zuerst über eine Seebrücke zum Strand hinunter führte, dann am Strand entlang gen Norden und über einen Bohlenweg wieder gen Ording. Den gingen wir.
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Markttag mit Österreich, Heide, 07.06.
Heute war Heide angesagt. Auf Deutschlands größtem Marktplatz war Markt angesagt. Nach zwanzig Minuten bekamen wir dank eines freundlichen einheimischen Pärchens einen perfekten Schattenparkplatz, der auch am Nachmittag immer noch im Schatten lag.
Der Markt selbst nutzte knapp die Hälfte des Marktplatzes selbst; auf dem Rest parkten Autos. Es war viel los, aber man konnte sich auch mit Hunden gut bewegen. Ansonsten gab es neben Lebensmitteln natürlich auch andere Dinge, Klamotten, Utensilien, weniger Tinnef für’s Touristenvolk. Wir kauften ein, Gemüse und Obst natürlich nur Bio, ein bisschen Käse, eine Lammmettwurst für mich Fleischfresser, und so weiter.