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Samstag, 11. Juni – ab 20 Uhr!

Gabriele Behrend liest live aus »Das Dorf am Grunde des Sees«

Gabriele wird live, online und virtuell im Bühnenbild von Barlok Barbosa ihren Roman »Das Dorf am Grunde des Sees« vorstellen. Eine fabelhafte Gelegenheit, das wunderbare Buch einer großartigen Schriftstellerin kennenzulernen, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

Weitere Infos und Links folgen.

Behrend, Gabriele, Das Dorf am Grunde des Sees

 

Ein Monat Buchladen

Vor gut einem Monat habe ich bei booklooker.de den Buchladen meiner p.machinery eröffnet. Und nach diesem guten Monat kann – oder muss? – ich ein durchaus ernüchterndes Resümee ziehen.
Es war eine weise Entscheidung – wenn nicht die weiseste überhaupt –, die Idee eines Buchladens mit der WooCommerce-Software zu verwerfen. Hätte ich mir die immense Arbeit gemacht, diesen Buchladen zum Leben zu erwecken, hätte ich mich danach mehr oder weniger zwangsläufig in den Arsch beißen können. Denn inzwischen stellt sich die Frage, ob so ein Buchladen wirklich nötig ist.
Natürlich hat es Bestellungen gegeben, so ist es nicht. Während der ersten Tage, in denen ich einen zehnprozentigen Rabatt anbot und gewährte, gab es zwei, drei Bestellungen. Danach probierten einige meiner schon bestehenden Kunden den Buchladen aus. Und das war’s.
Elf Bestellungen. Elf. Würde ich einen wirklichen Buchladen aufmachen, müsste ich mir vermutlich einen Nebenjob suchen. Wie Wilsberg.

Bücherwurm bohrt NOVA an

Yvonne Tunnat, die sich selbst als Rezensionsnerdista bezeichnet, ist im Augenblick gefühlt die aktivste Rezensentin und Buchkritikerin, die sich auf dem deutschen SF-Markt tummelt. Sympathisch ist dabei ihre Vorliebe für Kurzgeschichten und Anthologien.
Ganz klammheimlich hat sie sich zuletzt Marianne Labisch und NOVA-Urgestein Michael Iwoleit gegriffen und zu einem Gespräch veranlasst, dass sie mit einer Laufzeit von beinahe einer Stunde als Podcast veröffentlicht hat. Man findet ihn auf zahlreichen Plattformen, vor allem aber auch bei Yvonne selbst: hier.

P.S.: Bei InterNOVA herrscht noch die Ruhe vor dem Sturm. Wenn es dann wieder losgeht, findet man alles Lesbare und Lesenswerte unter internova-sf.de.

Der Kongress tagt

Das erste Buch meiner p.machinery war ein Buch über Ikebana, die japanische Blumensteckkunst. Es ist selbst heute noch, nach gut achtzehn Jahren, einer meiner Umsatzträger. Und es repräsentiert ein Thema, das mir nach wie vor am Herzen liegt. Weshalb ich gerne auch auf Veranstaltungen hinweise, bei denen es um Ikebana geht.

Der IBV ist der Ikebana-Bundesverband e.V. Eigentlich veranstaltet er jährlich am Wochenende von Christi Himmelfahrt seinen Kongress – dank der weltweiten Seuche ist der nun zwei Mal ausgefallen und alle Hoffnungen richteten sich auf 2022.
Inzwischen steht fest, dass 2022 der IBV-Kongress in Wiesbaden-Naurod – wie man nachlesen kann, der klassische Veranstaltungsort – stattfinden wird: vom 26. Mai bis zum 29. Mai 2022. Es gibt auch bereits ein Programm. Und die Bücher meiner Ikebana-Hausautorin Ayako Graefe werden auch vor Ort sein.

Ikebana

 

Sex mit Außerirdischen?

Michael Kothe, Autor und Grafiker, hat sich Corinna Griesbachs Storysammlung zu Gemüte geführt:

Überblick

„Alien Love“, Sex mit Außerirdischen? Mit der Zufallsbekanntschaft aus der Spacebar auf Melmac? Weit gefehlt! Wer sich das von Corinna Griesbachs Buch erhofft, liegt falsch. Moralischer Tiefgang ist angesagt, auch wenn er dem Leser nicht sofort „ins Auge springt“. Als Mensch, der sich selbst Schriftsteller nennt, lese ich anders – nüchtern und analysierend. Doch auch mir erschloss sich die Erkenntnis nicht bei jeder Geschichte auf den ersten Blick.

Inhalt

Die Erzählungen spielen an exotischeren Orten als auf Melmac, nämlich auf einer Erde, die in apokalyptische Zustände verfällt. Dystopie, Endzeitstimmung, aber auch Hoffnung. Der Leser erinnert sich an „WALL-E – der Letzte räumt die Erde auf“, wenn er „Sarkophag“ liest, doch nur das Motto ist gleich, denn bei keiner Kurzgeschichte wurde abgekupfert. Kindliche Roboter als Belohnung für die in Armut lebenden Mütter, die ihre Kinder gebären für Bessergestellte. Und der berühmte große A****, der alles zu… Breit angelegt ist die Palette der Erzählungen, alle in ihrem eigenen Ambiente, alle mit unterschiedlichem Hintergrund und alle mit anderem Ausgang.

Schreibstil

Was man mir für das kreative Schreiben beigebracht hat, finde ich in Corinna Griesbachs Buch kaum wieder. Statt des immer geforderten „Show, don’t tell“ berichtet sie recht nüchtern, und Dialoge verwendet sie sparsam, weil ihre Figuren das Sprechen verlernt haben. Regelmäßig kreisen deren Gedanken ums eigene Schicksal, meist hadernd, seltener hoffnungsfroh. Alles ist sprachlich treffend eingefangen, nicht zuletzt dadurch, dass die Perspektive von Geschichte zu Geschichte wechselt. Der Ich-Erzähler kommt genauso zu Wort wie der auktoriale Erzähler, der alles weiß, oder die dritte Person, aus deren Blickwinkel der Leser nur erfährt, was sie selbst sieht und hört. Insgesamt „klingt“ das Buch so düster wie die Ausgangslage, die die Autorin jeweils vorstellt, um anschließend ein Plädoyer zu halten für Menschlichkeit und verantwortungsvollen Umgang mit unseren Mitmenschen und mit der Umwelt. Den belehrend erhobenen Zeigefinger bemerkt man erst bei genauerem Hinsehen, denn der Ton der Moral ist entgegen der oft an „Enemy Mine“ erinnernden Szenerie wohltuend leise. Wären die Geschichten Bilder, sähe ich Hieronymus Boschs Werke – nachgemalt von Picasso.

Fazit

Der zart besaitete Leser, der beim Titel Alien Love Liebesgeschichten der etwas anderen Art erwartet, hätte mit diesem Buch einen Fehlgriff getan. Es ist auch kein Buch, dessen Erzählungen man „einfach mal so nebenbei“ liest, denn dafür ist es zu düster, fordert gleichzeitig aber auf, Auswege zu entdecken. Jenen empfehle ich es, die Dystopien lieben, die den dafür angemessen schnörkellosen Schreibstil zu schätzen wissen, und die sich der leise ausgesprochenen Forderung nicht verschließen, Ansichten und Anordnungen zu hinterfragen, um genau die aufgezeigte Weltordnung zu verhindern. Je länger ich mich mit diesen Gedanken auseinandersetzte, desto besser gefielen mir die Geschichten.

Michael Kothe
https://autor-michael-kothe.jimdofree.com

Griesbach, Corinna, ALIEN LOVE

Herbert W. Franke zum Geburtstag

Herbert W. Franke feiert heute seinen 95. Geburtstag. Ich gratuliere — auch im Namen meiner Mitherausgeber der SF-Werkausgabe, Hans Esselborn und Ulrich Blode, sowie des Grafikkünstlers Thomas Franke — von ganzem Herzen, verbunden mit den besten Wünschen. Nebst einem Video präsentiere ich gerne einen ausführlichen Text des Francisco Carolinum, dem Museum für Fotografie und Medienkunst in Linz: hier.

Herbert W. Franke VISIONÄR