Die Tage 27/11 – 01/12

27/11

  • Das dritte Ikebana-Buch ist im Druck. Bzw. auf dem Weg dahin. Druckfreigabe erteilt. Und die ersten Bestellungen für Autorenexemplare kommen herein. Immerhin haben sich 31 Ikebanisten (plus die Autorin Ayako Graefe) an dem Werk beteiligt.

28/11

  • Kim geht es nicht gut. Medikamentenwechsel. Ein Medikament fehlt noch, das kommt erst am Montag. Wenn es meinem Hund nicht gut geht, geht es mir auch nicht gut.
  • E-Mail-Tag. Das Übliche.
  • Abends fünf Titel für den SERAPH 2021 eingereicht. Ich ahnte nicht, dass das so einfach geht.

29/11

  • Buchhaltung.
  • Fck!
  • Seit Ende August habe ich nichts mehr gemacht. Das ist die Strafe. Und es ist ja nicht so, dass ich das nicht wüsste.

30/11

  • Buchhaltung, Tag 2.
  • Fck!
  • Ansonsten Kleinkram erledigt.
  • Kim geht es nicht gut. Muff.

01/12

  • Die üblichen Aufgaben zum Monatsersten. Lexware-Nummernkreise aktualisieren. VLB-Lieferstati aktualisieren.
  • Beim Versuch, EON den Zählerstand per 30.11. zu melden, kann ich nur einen Vertrag erledigen. Der andere ist nicht zu finden. Chat aufgerufen. Die Chatpartnerin fängt mit 0815-Routinekram an. Daten aktualisieren. Abgebogen. Der Vertrag ist abgelaufen und Feierabend. Zählerstand für den zweiten Zähler via Chat übermittelt.
  • Stromio, der neue Anbieter, erlaubt gar keine Zählerstandsmeldung. Mit einer blöden Fehlermeldung. Von wegen maximal zwölf Mal im Jahr. Und nicht so kurz hintereinander. Toll. Der Vertrag mit denen läuft seit heute. Ich hasse solche Internetkrücken. Entweder kann ich das oder ich lass es bleiben. Aber diese Internetseiten, die einem unterstellen, man sei doof, die gehen gar nicht. Erster Punkt auf der schwarzen Liste für Stromio.
  • Sky-Receiver abgebaut, verpackt, versandfertig gemacht. TechniSat-Receiver in Betrieb genommen. Ablauf eigentlich ganz cool, wenn auch zeitaufwändig. Aber das sind die heutzutage wohl alle. Immerhin hat er WLAN, Internetzugang usw. usf. Schaumermal, was er taugt.
  • Kim geht es nicht gut. Das macht mich fertig.

Das war ja gar keine Pause

Nein. War es nicht. Nur, weil 2020 kein HALLER erschienen ist, war das keine Pause. Denn stattdessen gab es ja zwei HALLER-Bücher: »DIE ZUKUNFT …« und »KINDERGEFÄNGNIS und andere verlassene Orte«. Die zählen auch. Und auch wenn Herausgeberin Corinna Griesbach anderer Meinung ist – auch »Himmel und Erde« ist dank der Bilder von Tatjana Frey letztlich durch den HALLER inspiriert worden. Und die Storys durch die Bilder.

Egal.

Die Literaturzeitschrift HALLER – die seit einigen Tagen nur noch eine, nicht mehr zwei Websitestandorte hat – ist einer von drei Imprints meines Verlages. Und für 2021 ist die nächste Ausgabe, die Nummer 17, vorgesehen. Und wie üblich gibt es dazu auch eine Ausschreibung – zum Thema »SPAM! –«. Schaut sie euch an: hier. Und macht mit.

Deutsche Sprache in Zeiten der Corona

Der folgende Text wurde am 05.10.2020 als Vorwort der ANDROMEDA NACHRICHTEN 271 des SFCD e.V. verfasst und heute, am 31.10.2020, leicht überarbeitet. Ich halte ihn für würdig, an dieser Stelle noch einmal veröffentlicht zu werden.

Man verzeihe mir die Anlehnung an einen Romantitel. Und das Thema hat – das kann ich versprechen – nichts mit dem Virus, mit Maßnahmen und Protesten dagegen zu tun. Es geht vielmehr um etwas, für das eigentlich auch der Science Fiction Club Deutschland steht: die deutsche Sprache.

Ich bin seit einigen Wochen Mitglied im Verein Deutsche Sprache e.V., dem VDS. Es ist für jemanden wie mich, der nicht nur in den ANDROMEDA NACHRICHTEN, sondern auch als Verleger, Lektor und Korrektor viel mit der deutschen Sprache arbeitet, eine spannende und durchaus belebende Erfahrung, mitzubekommen, wie in der Realität mit der deutschen Sprache umgegangen wird. Es geht nicht nur um »Genderunfug« und nicht nur um die Seuche der Anglizismen, die unsere Sprache Wort für Wort, Begriff für Begriff zu etwas degradieren, das letztlich zu einem Dialekt wird oder zu einer aussterbenden Sprache wie das Saterfriesische (ein Dialekt des Friesischen, das kein Dialekt ist, sondern eine Sprache) und das Rätoromanische in der Schweiz.

Die Seuche der Anglizismen wurde ausgerechnet auch durch einen anderen Seuchenverursacher in den letzten Wochen und Monaten weiter verbreitet. Begriffe wie Lockdown, Shutdown, Homeoffice, Homeschooling, Social Distancing und andere liest und hört man überall: Nachrichten in Zeitungen, Zeitschriften, im Fernsehen und im Radio hören sich bisweilen an, wie man sich das Pidginenglisch asiatischer Völker vorstellen mag. Beschäftigt man sich damit, dann fragt man sich, war es keine Heimarbeit (statt Homeoffice) und keinen Hausunterricht (statt Homeschooling) mehr gibt. Man fragt sich auch, was die Einzelhaft nach einer Gefangenenrevolte (Lockdown) mit den Corona-Maßnahmen in der Anfangszeit der Seuche zu tun hat. Oder was man sich unter einem sozialen Abstand vorzustellen hat. Auf jeden Fall versteht man, warum die Tagesschau der ARD und die heute-Nachrichten des ZDF für ihren Umgang mit der deutschen Sprache den »Sprachpanscher 2020« des VDS bekommen haben.

Prof. Walter Krämer, Vorsitzender des VDS, ist vom Ausgang der Sprachpanscher-2020-Wahl nicht überrascht: »Die meisten unserer Mitglieder kritisieren, dass die öffentlich-rechtlichen Sender ihrem Bildungsauftrag nicht gerecht werden und ihr Publikum stattdessen mit Wörtern konfrontieren, die unnötig sind.« In Zeiten von Corona haben die Nachrichtenflaggschiffe Wörter wie Lockdown, Homeschooling, Social Distancing, Homeoffice usw. nicht hinterfragt, sondern einfach übernommen. »Diese Anglizismen zeigen, wie wenig Interesse Tagesschau und heute-Nachrichten haben, die Menschen in ihrer eigenen Muttersprache zu informieren. Die Devise ist: Nachplappern statt sinnvolle Übersetzungen finden, die alle verstehen«, kritisiert Krämer, »einer Vorbildfunktion mit Bildungsauftrag werden die Öffentlich-Rechtlichen so nicht gerecht.« [Zitat von vds-ev.de]

Was das mit den ANDROMEDA NACHRICHTEN zu tun hat?

Ich habe in der Vergangenheit schon Beiträge entgendert, wo es unnötig war. Selbst die im Journalismus und der Politik krankhaft gewordene Angewohnheit, von »Bürgerinnen und Bürgern«, »Soldatinnen und Soldaten«, aber nicht von »Idiotinnen und Idioten« zu sprechen, ist lästig und unnötig, stört den Lesefluss an sich interessanter Beiträge und ist keinesfalls unterstützenswert. Von Schrägstrichen, Unterstrichen, Gendersternchen, Klammern und anderem Unfug will ich gar nicht anfangen. Wer sein Geschlecht in Begriffen wie Bürger, Soldat oder Idiot nicht vertreten fühlt, hat ein Problem mit seinem Minderwertigkeitskomplex – und übersieht bei seiner offensichtlich intensiven Beschäftigung mit demselben, dass mit Genderei nicht nur kein Ziel – z. B. das der Gleichberechtigung von Mann und Frau – erreicht wird, sondern auch die deutsche Sprache mit Füßen getreten wird.

In der gleichen Art und Weise werde ich zukünftig auch mit unnötigen und unpassenden Anglizismen umgehen. Die Science-Fiction lebt ganz sicher von ihnen und mit ihnen – aber diese Anglizismen haben in der Regel ihren guten Grund.

P.S.: Es gab schon Bemühungen, mir einzureden, dass in einem bestimmten Fandom die Genderei auch gesprochen wird und so geschrieben werden muss. Der Beitrag ist in einer SFCD-Publikation erschienen – aber die Unfugversion haben die Autoren anderenorts veröffentlichen dürfen.
P.S.: Die deutsche Verteidigungsministerin wollte in der Bundeswehr weibliche Dienstgrade einführen: »Leutnantin« hat prompt sogar der Google Translator übernommen und sich damit als glaubwürdige Übersetzungsplattform diskreditiert. Die Pläne von Frau Kramp-Karrenbauer sind vom Tisch: Gerade vonseiten der weiblichen Soldaten (sic!) wehte ihr ein deutlicher Gegenwind entgegen.

Another Day of Scan

Den gestern verschobenen ScanDay habe ich dann heute nachgeholt. Es war ein Haufen Fanzines aus der Zeit Ende der Fünfziger, Anfang bis Mitte der Sechziger, sehr viel Umdruckmaterial – nicht ganz einfach zu scannen, aber inzwischen kenne ich mich mit dem Spielchen schon aus; die Ergebnisse sind lesbar, aber nichts für Leute mit schlechten Augen und wenig Geduld – und xerografierte Fanzines. Zwischen den Fanzines, die sehr oft mit dem SFCD der damaligen Zeit zu tun hatten – Rundbriefe von XY an alle SFCD-Mitglieder (und FOLLOWer, die auch im SFCD Mitglied waren; an diese ergingen sogar nicht nur Aufrufe, etwas Bestimmtes zu tun, sondern regelrechte Befehle!), Ergüsse kritischer Gedanken, Gemecker, Gemotze, Gemaule, Vereinspolitik – fand sich auch ein ordentlicher Stapel von Einzeldokumenten, von denen ich ad hoc nicht herausfinden konnte, wie sie zustande kamen und wie sie seinerzeit welche Empfänger erreichen. Da wird zu einem späteren Zeitpunkt noch einiges aufzuarbeiten sein.

Der nächste ScanDay kommende Woche wird sich mit den Utopia-Großbänden aus dem Pabel-Verlag und vor allem mit den darin enthaltenen »Meteoriten« von Walter Ernsting, mithin also wieder auch und vor alle mit dem SFCD beschäftigen.
Dazu werde ich die Originale des »Daedalos« von Hubert Katzmarz & Co. scannen, um beizeiten daraus einen Reprint zu produzieren.
Und dann habe ich aus ganz, ganz alten Zeiten noch eine Zettelsammlung eines Professor Hacker, der zu Lebzeiten in Archiven aller Art Informationen zu Auswanderungen von Deutschen in alle Herren Länder gesammelt und zusammengestellt hat. In den Neunzigerjahren hatte ich Kontakt mit einer Genealogin in München, die solche Daten und Informationen in Buchform – bei einem amerikanischen Verlag! – veröffentlichte, und irgendwann erbte ich diesen Karton, eigentlich mit dem Ziel, ein weiteres Buch daraus zu machen, aber dann ging der Kontakt verloren. Zu Professor Hacker, zu der Genealogin – auf deren Namen ich ums Verrecken nicht mehr komme – und zu dem amerikanischen Verlag. Nur die Unterlagen gingen nicht verloren, und die möchte ich nun scannen, damit sie auch in digitaler Form archiviert sind. Und vielleicht doch noch verarbeitet werden können …

It’s a Scan Day

DSF³A könnte ich auch als DSFFFA schreiben, aber DSF³A sieht cooler aus. Es ist die Abkürzung für ein Projekt namens »Deutsches Science-Fiction-&-Fantasy-Fanzine-Archiv«. Ein Scanprojekt. Irgendwann habe ich angefangen, Fanzines zu scannen und auf meinem Server abzulegen. Ich glaube mich zu erinnern, dass es Druckvorlagen meiner eigenen Fanzines aus lange zurückliegender Vergangenheit waren. Genau weiß ich es nicht mehr. Von irgendwoher kamen dann andere Fanzines dazu, und die Produkte, die ich irgendwann begann, am Computer zu produzieren, fanden sich auch in der Sammlung ein.

Was aus diesem Projekt werden wird, weiß ich nicht. Ob ich jemals die Ergebnisse meiner Arbeiten veröffentlichen werde? Ob sie auf meinem Server verstauben werden – was natürlich gar nicht möglich ist? Wie gesagt, ich weiß es nicht. Gegen eine Veröffentlichung sprechen die vielfältigen Problem- und Fragestellungen des Urheberrechts. Sicherlich wird es möglich sein, SFCD-Publikationen – wie die ANDROMEDA NACHRICHTEN und das ANDROMEDA SF MAGAZIN – innerhalb des SFCD verfügbar zu machen, aber so sicher ist auch das nicht.

Aber eigentlich mache ich mir darüber keine Gedanken. Muss ich auch nicht. Ich konnte schon mit einigen Scans aushelfen. Zuletzt war Michael Marrak auf der Suche nach Rezensionen zu einer DENEBOLA-Ausgabe, die er mal gemacht hat. Und sicherlich ergeben sich da auch noch andere Möglichkeiten. Vielleicht wäre es schon eine Hilfe, würde ich das Projekt bekannter machen. Andererseits …

Heute war »Scan Day«. So nenne ich die Tage, an denen ich mit zwei Rechnern arbeite, an denen ich zwei oder gleich drei Scanner beschäftige. Ich bin gut ausgerüstet: zwei Konica, ein Sharp, ganz neu eine Optoma-Dokumentenkamera, die ich aber noch nicht richtig ausgetestet habe. Heute waren es vor allem Fanzines aus dem EDFC, aus dem Fantasy Club und FOLLOW. Und Vorbereitungen für den nächsten geplanten Scan Day am kommenden Donnerstag.

Am Ende des Tages bin ich immer ein wenig befriedigt. Ich habe was geschafft. Obwohl die Kartons, die da noch rumstehen, scheinbar nicht weniger werden …

Andeutungsweise

2018 habe ich in meinem Verlag Reihen eingestellt. »Action, Thriller, Mystery«, »ErlebnisWelten« – niemand wollte Erlebnisse von den Reisen anderer lesen –, »Fantasy« – vor allem, weil man nur Multilogien mit Plots immer wiederkehrenden Musters angeboten bekommt –, »Horror« – weil mein Verlag da eindeutig nur ein kleines Licht bleiben konnte.
2020 folgte »ErlebnisHund«. Wie bei den »ErlebnisWelten« interessieren Bücher über das Leben mit Hunden niemanden. Nicht nur bei den Lesern, sondern schon bei der Journaille.

Science-Fiction bleibt der Schwerpunkt. Mit der Hauptserie »AndroSF«, mit den »Welten der SF« – der zweite Band mit Werken von Jörg Weigand nähert sich der Fertigstellung, das dauert aber noch –, »ProtoSF« ist auch noch in der Planung. Die Werkausgaben zu Herbert W. Franke und Tiny Stricker entwickeln sich. »ErlebnisMalta« hat endlich seine erste Autorin gefunden und den Start hingelegt. Und von den sogenannten Imprints muss ich gar nichts schreiben.

Aber das hauptsächliche Genre, die SF, bekommt ein neues Kind. Ein Kindlein. Etwas Kleines. Auch vom Buchformat her. »Fantastica minimalis« wird das Baby heißen. Und es wird Monografien veröffentlichen. Ein erster Band liegt schon auf dem Server. Und eigentlich fehlt nur noch die Antwort auf die Frage des genauen Formates. Wir tendieren in Richtung Reclam-Hefte. Aber das letzte Wort hat da der Digitaldrucker. Der muss das ja können.
Die Idee stammt übrigens von Jörg Weigand, den ich hier auch als Herausgeber der Reihe zu führen gedenke. Denn: Ehre, wem Ehre gebührt.

Wenn einem so was Gutes wird beschert …

… das ist schon einen Beitrag wert. – Aber im Ernst: 99 AndroSF-Titel waren damals noch nicht erschienen – da gibt es heute noch die eine oder andere Lücke –, aber unserem AndroSF 99 mit dem Titel »LVDOWIGVS von Lüttelnau«, verfasst von Axel Kruse, wurde nun ein Audiobook – auch Hörbuch genannt – beschert. Abgesehen von der Geschichte ist eines über alle Maßen beeindruckend: die Stimme der Sprecherin Linda Mikulec.


www.linda-m.de | www.facebook.com/linda.mikulec

Linda hat eine klare, wohlklingende Stimme, die das Buch zusätzlich aufwertet – ein Genuss für die Ohren!

Axel Kruse
LVDOWIGVS von Lüttelnau
AndroSF 99
p.machinery, Winnert, Juli 2020, 118 Seiten
ISBN 978 3 95765 203 4 – EUR 7,99 (DE)

Sprecherin: Linda Mikulec
Produktion: Oliver Kels Music, Korschenbroich
Laufzeit: 190 Min. (3:10:30)

Da waren es schon zwei

Klaus Hübner hat zum zweiten Mal zusammengestellt, und es war mir einmal mehr ein Genuss, dieses Buch zu machen. Auch wenn es diesmal ein klein wenig Diskussionsstoff gab.
Auf der Verlagsseite habe ich es erwähnt: Das Rösti machte Probleme. Klaus Hübner war von seiner Präsentation nicht wirklich überzeugt, aber ich konnte mich letztlich durchsetzen. Immerhin wird es im Titel genannt, und auch wenn der Fotomarkt keine sonderlich attraktiven Abbildungen der Schweizer Flachspeise hergab, so war doch zumindest die Oberflächenstruktur präsentabel. Und der Farbklecks schien mir wichtig. Von der Gesamtkomposition der Bilder ganz abgesehen, anderenfalls anstelle der röstigen Fläche eine Lücke geblieben wäre.

Immerhin. Das Buch ist fertig. Und worum es geht, das fasste Klaus Hübner für den Klappentext hinreichend informativ wie folgt zusammen: »Der zweite Band versammelt Arbeiten zur Gegenwartsliteratur aus Österreich und der Schweiz. Man lernt einen alttestamentarischen Aphoristiker kennen, einen ewigen Existentialisten, einen Lachsfischer aus Barbarswila, einen passionierten Helfer namens Viktor, einen albanischen Wiener und einen Berner aus Süditalien. Dazu siebenundsiebzig Geschwister, Pferdekutschen im Prater, erotische Malerei und einiges mehr. Sogar Habsburg steht in Flammen.«

(Und ich gebe zu: Wenn ich Barbarswila lese, muss ich immer an Barbapapa denken …)

Über den literarischen Tellerrand

Die meisten Namen in seinen Büchern sagen mir nichts. Ihre Bücher erst recht nicht. Und vielleicht ist die Auseinandersetzung mit den vier Büchern, die ich mit dem Werk Klaus Hübners veröffentlichen werde, gerade deshalb etwas Besonderes, etwas besonders Spannendes für mich.

Klaus Hübner ist Publizist und Literaturkritiker und hat über zahlreiche Autoren und deren Werke geschrieben. Schlaue Sachen, interessante Sachen, Sachen, die mich überrascht haben und überraschen, wo ich doch aus einer völlig anderen Ecke der Literatur komme. Hübners Essays, Kritiken und Rezensionen beschäftigen sich mit dem, was man in Deutschland und im deutschsprachigen Ausland als Literaten bezeichnet. Das sind nicht einfach nur Autoren, nicht einfach nur Schreiberlinge – das sind Menschen, die in ihren Textwerken die Welt beschreiben und abbilden, die nicht die Menschheit, die Welt oder das Universum retten, sondern es erklären und detaillieren.

Meine privaten Lektüren sind bislang geprägt von meiner Zugehörigkeit zum Komitee des Deutschen Science-Fiction-Preises, und schon deshalb sind sie auch geprägt von einer gewissen Einseitigkeit, die sich oft mit Langeweile paart. Was mir Hübner mit seinen Texten andeutet, ist etwas ganz anderes.

Es werden vier Bände werden, die wir gemeinsam – Klaus Hübner und ich – zur Buchwelt bringen. Im ersten Band geht es bunt und munter zu, und es sind beileibe nicht nur Deutsche, über die da geschrieben wird, aber immer Schriftsteller, die ganz unabhängig von ihrer oft balkanischen, slawischen Herkunft auf Deutsch schreiben. (Der zweite Band wird sich auf Autoren aus Österreich einerseits und solche aus der Schweiz andererseits verlegen, so viel sei schon einmal verraten.)

Die Arbeit an dem unter dem Titel »Hippies, Prinzen und andere Künstler« erschienenen Band 1 der kleinen Reihe »Kein Twitter, kein Facebook« hat mir zwei Erkenntnisse gebracht:

Zum einen funktioniert die Vermarktung der oft auch nur in Kleinverlagen erscheinenden Werke ganz anders als auf dem SF-Sektor zu verlaufen. Man findet wenig zu den Büchern und vor allem die oft spartanischen und nahezu kunstbefreiten Umschläge sind nur selten in vernünftigen Auflösungen zu finden, was mir bei der Layoutproduktion so manches Kopfverbrechen bereitete.

Zum anderen bin ich auf eine Autorin gestoßen, von der es einen Roman gibt, der noch nie veröffentlicht wurde, und dessen Beschreibungen in Hübners Andeutungen mich neugierig gemacht haben. Leider kenne ich zwar den Eigner der Rechte an diesem Werk, weiß von diesem aber auch, dass mit keinerlei Unterstützung seinerseits bei der Beschaffung und der Arbeit an und um das Werk herum zu rechnen ist.

Die Arbeit an dem ersten Band – der zweite Band ist im Stadium der Fahnenkorrektur – hat großen Spaß gemacht. Nicht nur wegen des Layouts in einem meiner Lieblingsformate – dem quadratischen 210 x 210-mm-Format –, sondern auch wegen der spannenden Suche nach Buchcovern und Autorenfotos, die eben nicht immer ganz einfach war. Und natürlich wegen der Dinge, die ich lernen durfte – und noch lernen werde. Wie auch immer der Verkauf laufen wird – für mich hat das Buch bereits gelohnt.