In Büsumer Deichhausen gab es eine Schäferei. Den Namen kann ich nicht entziffern; meine Gattin hat eine Sauklaue, an der dereinst Schriftgelehrte hoffnungslos scheitern werden.
Und selbst mir, der ich jemand bin, der gerne und beständig kritisiert, wie schlecht angesehen und behandelt Hunde in diesem Land sind und werden, selbst mir ist natürlich klar, dass man in eine Schäferei, in der es nicht nur Schafsprodukte, sondern auch deren Vorläufer, sogenannte Schafe, gibt, tunlichst keine Hunde mit hineinnimmt. Noch dazu zwei Exemplare, von denen schon bekannt ist, dass mindestens eines über Jagdgelüste verfügt, und von denen bekannt ist, dass sie auf Schafe reagieren – worauf Schafe wiederum mit einem Verhalten reagieren, das man in einer Schäferei sicher nicht gerne sieht.
Die Option wäre also gewesen, das Auto zu parken, die Hunde im Heck bleiben zu lassen und einen Blick zu wagen.
Dazu hätte es allerdings eines Schattenparkplatzes bedurft, den es nicht gab (nicht mal einen besetzten). Also: Haken hinter, Schafe … äh, schade.
Archiv der Kategorie: Neuigkeiten
Option gesetzt, Büsum, 06.06.
Wir fuhren dann nach Büsum, noch einmal. Es gab ja noch etwas anzuschauen. Diesmal parkten wir am anderen Ende, in der Nähe der »Sturmflutenwelt ›Blanker Hans‹«. Natürlich so weit hinten, dass meine Gattin später meinte, wir wüssten ja nun, dass wir auch weiter vorne parken könnten.
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Keine Kapelle ohne Schild, Reinsbüttel, 06.06.
Wir fuhren auch nach Reinsbüttel. Dort sollte es einen guten Gasthof namens Leesch geben. Der sah von außen richtig grottig aus. Und es sollte die Claus-Harms-Kapelle geben. Die haben wir nicht gefunden. Weil der Ort eher sparsam mit Schildern zu den wenigen angeblichen Sehenswürdigkeiten umgeht.
Kein Kern ohne Ort, Norddeich, 06.06.
Wir fuhren nach Norddeich. Nicht das mit dem Radio, nein, das in Dithmarschen. Das sollte einen historischen Ortskern haben. Den haben wir nicht gefunden. Weil der Ort eher langgezogen bis ungleichmäßig verteilt ist und eines so oder so nicht hat: einen Kern.
Im nächsten Leben werde ich mein Hund, Schülp, 05.06.
Genau. Das mache ich. Wenn Hunde wüssten, wie gut es ihnen geht, hätten wir Menschen ein großes Problem. Mit ihnen. Was haben sie denn Schweres im Leben zu bewältigen? Sie müssen hübsch sein, knuffig, sich beknuddeln lassen, sie müssen uns Menschen mögen. Sie müssen gehorchen, ab und zu Aufgaben erledigen, ansonsten dürfen sie toben oder den ganzen Tag schlafen. Sie müssen nie wissen, wo es lang geht, weil Herrchen und Frauchen das wissen. Und auch sagen. Sie müssen sich um ihre Ernährung keine Sorgen machen.
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Heimarbeit mit Faulgasen, Schülp und Wesselburen, 05.06.
Das schlechte Wetter war angekündigt. Und es begann pünktlich um kurz nach sechs Uhr, als ich mit den Hunden zur morgendlichen Runde losging. Zuerst nur ein bisschen Nieseln, dann ein bisschen Regentropfen, dann ein bisschen Regen, dann mehr Regen – und am Ende, auf den letzten zwanzig, dreißig Metern ein wenig Schütten. Danke, Tief.
Radfahrerabschaum, Rendsburg, 04.06.
Ich gebe zu, dass es vermutlich Ausnahmen sind, und ich bin bereit anzunehmen, dass das Gros deutscher Radfahrer am Ende auch nur ein Opfer von irgendetwas ist. Es ist klar, dass immer nur die schwarzen Schafe auffallen. Aber sie sind es auch, die Spuren hinterlassen.
Es heißt nicht Linksspur. Gewalt gegen die deutsche Sprache, Rendsburg, 04.06.
Wenn man als Beifahrer mit einem Autofahrer unterwegs ist – was meist der Fall ist, anderenfalls man kaum Beifahrer wäre -, sollte man sich einer klaren und eindeutigen deutschen Sprache mit korrekten und nachvollziehbar eindeutigen Begriffen befleißigen. Wenn man beispielsweise in einer Stadt ein Objekt gefunden hat, das man suchte, heißt es nicht »da!«, sondern »links«, »rechts«, »du bist vorbeigefahren« oder »Idiot!«.
Was ich sah, hat mich nicht abgestoßen, Heide, 04.06.
Auf dem Rückweg von Rendsburg machten wir noch einen kurzen Stopp in Heide. Und was ich sah, hat mich in der Tat nicht abgestoßen.
Durchgefallen, Rendsburg, 04.06.
Hinterher – vorher erzählt mir ja niemand etwas – hat sich herausgestellt, dass Rendsburgs einzige Attraktion der Nordsee-Ostsee-Kanal (siehe hierzu auch vorher), die Eisenbahnhochbrücke und die darunter verkehrende Schwebefähre, die Schiffsbegrüßungsanlage und eine »ConventGarten« genannte Lokalität sein sollen (die Schreibweise ist mir angesichts des im Dumont Kunst-Reiseführer »Schleswig-Holstein« [Andreas Rumler, Ostfildern, 2011, 4. Aufl.] genannten Alters derselben eher suspekt). Letztere Lokalität haben wir nicht gefunden. Und auch die Schwebefähre hätten wir beinahe nicht gefunden.