Dein Arschloch, der Stromlieferant

Jeder Mensch ist mit einem Exkrementalausgang gesegnet, rein biologisch gesehen. Die Natur – oder für die, die das so sehen möchten: der Herrgott – hat dafür gesorgt, dass das, was wir von dem, was wir zu uns nahmen, nicht mehr benötigen, unseren Körper verlassen kann und anderweitig vielleicht noch einer sinnvollen Verwendung – zur Not als Dünger – zugeführt werden kann. Aber das Leben ist vielfältig und reichhaltig – und so werden uns aus den verschiedensten Quellen Alternativen beschert. Mehr, als wir uns bisweilen wünschen.

Ich fand – und finde – Stromanbieter von Ökostrom schon immer dubios. Ein Anbieter, der mir einreden möchte, dass er von etwas, das bekanntermaßen in einem Mix aus verschiedenen Stromerzeugerquellen – ehedem Kernkraft, heute Kohle, Gas, auch Wasser, Sonne und Wind – durch die deutschen und internationalen Stromleitungen fließt – besonderes Augenmerk auf den Export von Kernkraftstrom durch Frankreich! –, nur das liefert, was seiner Ansicht nach das Label »Ökostrom« verdient, und das auch garantieren will, der ist in meinen Augen mindestens unglaubwürdig.
Aber das spielt auch keine wirkliche Rolle. Wichtig für mich war nach vielen Jahren als E.ON-Kunde, auf die Kosten zu achten. Weil ich seit Ende 2018 bzw. Anfang 2019 selbstständig bin und von zu Hause aus arbeite, ist der Stromverbrauch deutlich angestiegen – und so auch die Kosten, die E.ON geltend machte. Also suchte ich mir einen günstigeren Anbieter, den ich dank Check24 auch fand: die Stromio GmbH, die unter dem Label Grünwelt Energie zu buchen war. Und dieser Stromanbieter, der schon von Anfang an keine Freude macht, erweist sich nun als eines der alternativen Arschlöcher, die mir mein Leben bietet:

Sehr geehrter Herr Haitel,
heute kommen wir leider mit einer unerfreulichen Nachricht auf Sie zu.
Leider machen es uns die fortlaufenden Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten sowie die Kündigung unseres Bilanzkreisvertrags durch den zuständigen Übertragungsnetzbetreiber unmöglich, Ihre Versorgung mit Strom fortzusetzen. Wir sehen uns daher leider gezwungen, die Lieferung mit Strom kurzfristig einzustellen.
Wir kündigen hiermit den zwischen uns bestehenden Stromliefervertrag mit Ablauf des 21.12.2021. Zu diesem Termin haben wir die Belieferung mit Strom eingestellt. Hilfsweise erfolgt die Kündigung zum nächstmöglichen Zeitpunkt.
Aufgrund der Feiertage zum Ende des Jahres erreicht Sie diese Mitteilung trotz unserem größten Bemühen aus technischen Gründen möglicherweise erst nach dem Ende der Strombelieferung. Dafür bitten wir um Entschuldigung.
Wie Sie der Berichterstattung in den Medien entnehmen konnten, sind wir seit einigen Wochen mit einer nie dagewesenen Preisexplosion an den europäischen Energiehandelsplätzen konfrontiert, deren Ursachen in einem außergewöhnlichen Zusammentreffen verschiedener Faktoren zu sehen sind.
Zuletzt hat sich der Strompreis für Lieferungen in der kommenden Winterzeit auf den Beschaffungsmärkten in der Spitze um mehr als 400 % erhöht.
Diese Ereignisse und ihre Folgen suchen in ihrer Gesamtwirkung in den vergangenen Jahrzehnten ihresgleichen und sind in dieser Form nicht vorauszusehen gewesen.
Wir bitten um Ihr Verständnis für diese Entscheidung, die uns sehr schwergefallen ist. Wir gehen auf Basis dieser Entscheidung davon aus, die mit Ihnen bestehende Kundenbeziehung sachgerecht und auch in Ihrem Interesse abwickeln zu können. So werden wir im Rahmen der Endabrechnung Ihnen zustehende Guthaben sowie auch (zeitanteilig) Neukundenboni an Sie auszahlen.
Was bedeutet das Lieferende für Sie und welche Maßnahmen müssen Sie ergreifen?
Zunächst das Wichtigste: Ihre Stromversorgung wird seit dem 22.12.2021 automatisch durch den zuständigen Grund- und Ersatzversorger in Ihrer Region übernommen. Das ist durch gesetzliche Vorgaben sichergestellt. Sie brauchen also nicht zu befürchten, dass Sie keinen Strom mehr erhalten.
Zur Kostenersparnis kann es für Sie unter Umständen Sinn machen, nicht längerfristig von Ihrem Grund- und Ersatzversorger mit Strom beliefert zu werden. Die Belieferung im Rahmen der Ersatzversorgung kann jederzeit durch den Wechsel zu einem anderen Lieferanten beendet werden. Wir empfehlen Ihnen daher in Ihrem eigenen Interesse, sich zeitnah nach alternativen Angeboten zu erkundigen. Hierfür stehen Ihnen z. B. die bekannten Preisvergleichsportale im Internet zur Verfügung.
Wegen der Einstellung der Strombelieferung durch uns brauchen Sie ab sofort keine weiteren Abschlagszahlungen mehr an uns zu leisten. Wir werden daher auch keine Abschläge mehr von Ihnen einziehen. Sofern Sie für Ihre Abschlagszahlungen einen Dauerauftrag eingerichtet haben, passen Sie diesen bitte entsprechend an.
Aufgrund gesetzlicher Vorgaben sind wir verpflichtet, für eine Endabrechnung ausschließlich den Zählerstand zu verwenden, den uns der für Sie zuständige Messstellenbetreiber – in der Regel Ihr örtlicher Netzbetreiber – übermittelt.
Zur verbrauchsgenauen Abrechnung Ihres Stromverbrauchs sollten Sie Ihren Zählerstand daher möglichst noch heute ablesen und dem zuständigen Messstellenbetreiber Schleswig-Holstein Netz AG mitteilen. Bitte senden Sie Ihren Zählerstand ausschließlich an den Messstellenbetreiber und nicht an uns.
Auf unserer Internetseite www.stromio.de haben wir alle aktuellen Informationen sowie ergänzende Fragen & Antworten (FAQ) zur Beendigung des Stromliefervertrags für Sie zusammengestellt.

Sehr geehrter Herr Haitel,
diese Entscheidung ließ sich leider mit keinerlei Bemühungen unsererseits aufhalten. Nichts ist uns jemals so schwer gefallen wie die Einstellung der Belieferung.
Wie Sie sicherlich selbst in den vergangenen Wochen aus sämtlichen Medien nahezu täglich entnehmen konnten, ist unsere Branche bundesweit durch politische Querelen in diese für uns alle schlimme Lage gedrängt worden.
Ein Ende aufgrund entsprechender neuer und abschließender Verhandlungen für dringend nötige Gaslieferungen ist bis heute nicht in Sicht und wirkt sich damit auch unmittelbar auf die Situation für Stromlieferungen aus.
Vielen Dank, dass Sie gemeinsam mit uns einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Unterstützung von sozialen Projekten geleistet haben.
Wir bedauern diese Mitteilung außerordentlich und entschuldigen uns für alle Unannehmlichkeiten.
In großer Hoffnung auf ein Wiederhören verbleiben wir zunächst
Mit freundlichen Grüßen
Stromio GmbH

Stromio GmbH – Kundenservice: Postfach 14 63 – 39004 Magdeburg – kundenservice@stromio.de
Firmenanschrift: Girmes-Kreuz-Str. 55, 41564 Kaarst – USt-IdNr.: DE815091293 Amtsgericht Neuss – HRB 17224 – Geschäftsführer: Ömer Varol – Sitz der Gesellschaft: Kaarst

Es wird noch zu beweisen sein, ob es rechtens ist, per Mail am 30.12. eine Strombelieferung per 21.12. zu kündigen. Sicher ist für mich, dass ich Stromio/Grünwelt Energie auf Schadensersatz verklagen werde, wenn der »Grund- und Ersatzversorger« höhere Kosten in Rechnung stellen wird, als sie mir bei fortgesetzter Belieferung durch Stromio/Grünwelt Energie entstanden wären.

Sonnentag

Weihnachten in Winnert ist kalt. Es gibt Schnee. Nicht viel, das meiste ist inzwischen angeschmolzen und wieder gefroren. Der Asphalt auf Nebenstraßen ist stellenweise spiegelglatt.

Mittags waren draußen -6 Grad, laut wetteronline.de. Der Himmel war klar, strahlend blau. Strahlend war auch die Sonne, auch wenn sie winterlich tief stand. Aber unser Gassigang zum Moorsiekweg entpuppte sich als schön, als angenehm. Der kombinierte Fuß- und Radweg war nicht frei von angefrorenem Schnee und glatten Stellen, aber es ging. Kim lief wie immer stur vornweg; auch wenn sie inzwischen wohl sehr schlecht sieht, ist sie immer noch kein Nasenhund. Naomi und Susi indes schnüffelten reichlich.

In der strahlenden Sonne wurde es sogar richtig warm. So warm, das sich die Wollmütze abnehmen konnte. Und so warm, dass Kim mit ihrem schwarzen Fell ordentlich Wärme tankte und sogar ein wenig hechelte. Vielleicht lag es auch an der Anstrengung ihrer alten Knochen, aber ich glaube, es war die Sonne.

Unter Wolken wäre es nicht so kalt gewesen. Aber auch nicht so schön.

Wiederholungstäter

Und sie tun es halt immer wieder. Wie erwähnt – hier –, das ist okay:

Bemerkenswert an dem Bild ist etwas ganz anderes. Susi ist ja unser Neuzugang; seit 14. Oktober, also fast zwei Monate ist sie nun bei uns. Und anfangs war erkennbar, dass Naomi nicht wirklich begeistert von ihrer Anwesenheit war. Nicht, dass die kleine Griechin aggressiv gewesen wäre – das liegt nicht in ihrem Wesen –, aber man spürte doch eine gewisse … Distanz.
Es ist schon erkennbar, dass nicht Naomi die Nachfolge von Kim als »Chefin« des Rudels antreten wird, sondern dass Susi das übernehmen wird. Andererseits möchte Susi wohl eine »nette Chefin« sein, denn sie sucht durchaus Naomis Nähe, nicht nur wie auf diesem Foto, sondern auch sonst, vor allem liegen sie gerne gemeinsam in unserem sogenannten Wohnzimmer, auch dann, wenn Frauchen dort nicht zugegen ist.
Die drei Mädels sind keine Schmusehunde – untereinander. Kim sowieso nicht, sie mag es auch nicht sonderlich, von ihren Menschen beschmust zu werden. Da sind Naomi und Susi anders. Aber untereinander … Während andere Hunde gerne aneinander gekuschelt schlafen oder ruhen, teilen vor allem Naomi und Susi zwar gerne ein Bett, ein Sofa oder auch nur einen Raum. Mehr aber auch nicht.
Auch das ist okay. Es ist halt, wie’s ist. (Milch und Zucker nehmt ihr euch selbst, ne?)

Zwei im Ehebett

Letztens waren Naomi und Susi ja nicht artig. Nicht so richtig. Im Gegentum. Ich berichtete: hier.
Nun gibt es natürlich verschiedene Arten der Unartigkeit, sozusagen der Unarten. Was bei meinen Hunden nicht dazugehört, ist das hier:

Die drei Mädels dürfen grundsätzlich überall hin. So hat sich Susi gleich von Anfang an einen Platz unter meinem riesigen Schreibtisch als Unterschlupf auserkoren, direkt hinter drei Rollcontainern, ein etwas finsteres Domizil, das ihr zu gefallen scheint.
Sessel, Sofa und eben auch unser Ehebett – alles keine Verbotszonen. Und sie werden gerne frequentiert – das Ehebett vor allem auch von Susi; Kim lässt sich dort nur blicken, wenn ihre Menschen auch anwesend sind –, obwohl jede Menge hundegerechte Liegeplätze vorhanden sind.
Und wie das so ist, haben auch die Hunde ihre Lieblingsplätze: Kim inzwischen mit Vorliebe auf einem neuen Teppich – dem hier –, Naomi auf dem Sofa im sogenannten Wohnzimmer und Susi hat sich noch nicht endgültig entschieden, aber es sind inzwischen Präferenzen erkennbar. Nicht nur unter meinem Schreibtisch.

Drei Jahre

Beinahe hätte ich das Datum verpasst. Arbeit, Arbeit, Arbeit. Aber gut … noch haut es hin.

Heute vor drei Jahren war der erste Tag in Winnert, den man als regulären Tag nach  unserem Umzug bezeichnen kann. Natürlich standen noch massenhaft Kartons herum, wie das nach einem Umzug so ist, aber im Grunde waren wir am 09. Dezember 2018 angekommen.

Am 05. Dezember kam der Umzugswagen und postierte sich vor dem Firmengebäude meines damaligen Nocharbeitgebers, in dem sich unsere Wohnung befand. Die Jungs waren fleißig und so konnte ich nach der Wohnungsübergabe um 15 Uhr aufbrechen und Murnau für alle Zeiten den Rücken kehren. Meine Frau und die Hundemädchen Kim und Naomi waren schon am 02. Dezember aufgebrochen und bei meinem Bruder im Rheinland eingekehrt. Dort schlug ich am 05. Dezember auch auf – um 22.30 Uhr.

Am Nikolaustag 2018 trafen wir uns morgens mit meiner Mutter im Café Heinemann in Düsseldorf.
Um 12 Uhr brach ich dann alleine nach Winnert auf.
Nach rund 300 Kilometern meldete der VW Passat eine Motorstörung. Er zog nicht mehr, mehr als 2500 Umdrehungen brachte der Motor nicht. Da ich nicht wusste, woher der Fehler kam, wagte ich nicht anzuhalten und den Motor auszuschalten. Sogar während einer Pinkelpause ließ ich den Motor laufen. Zum Glück kam niemand auf die Idee, den Wagen zu klauen. (Und hätte ich gewusst, dass es auch im Norden der Republik Usus ist, einen Motor im Leerlauf stehen zu lassen, hätte ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht.)
Gegen 18 Uhr kam ich in Winnert an, machte den Motor aus – ich hätte halt im leeren Haus übernachtet, irgendwie –, startete ihn erneut … und er lief, einwandfrei, ohne den Motorfehler. »Arsch!«, dachte ich. (Später stellte sich heraus, dass das Problem mit dem Turbolader zu tun hatte; ein Ventil, das sich nicht mehr richtig öffnen wollte oder so.)
Nach der Schlüsselübergabe durch den Vorbesitzer übernachtete ich in einer Pension in Friedrichstadt, einem Nachbarort von Winnert. Der Ort war mausetot. Ich gönnte mir einen Döner auf die Hand, nahm noch zwei Flaschen Bier mit und zog mich dann zurück. Zu entdecken gab es ja nichts.

Am 07. Dezember kam der Umzugswagen morgens gegen acht Uhr. Wieder waren die Jungs fleißig und gut drauf.
Es ergab sich die Notwendigkeit einer spontanen Umplanung. Hatten wir unsere Arbeitszimmer im Obergeschoss vorgesehen, stellte sich heraus, dass die zwei Teile meines Riesenschreibtischs nicht durchs Treppenhaus nach oben zu bringen waren. Also plante ich spontan und kurzerhand um, informierte meine Gattin von der Änderung … und aus heutiger Sicht erweist sich das als Vorteil, denn zum einen müssen die Hunde nicht ständig Treppen steigen – Kim könnte das schon gar nicht mehr –, zum anderen hat meine Holde nun das Obergeschoss als Praxis für ihre Heilpraktikerinnenkarriere für sich.
Gegen 14 Uhr waren alle Sachen ausgeladen, der Umzugs-Lkw leer und die Jungs rauschten ab, nachdem ich ihnen ein ordentliches Trinkgeld gegönnt hatte. Den Rest des Tages verbrachte ich mit einer Tour nach Husum und ersten Aufräumarbeiten. Am Abend lief schon der Fernseher – ab diesem Zeitpunkt war ich offiziell in Winnert im Norderweg 31 angekommen.

Am 08. Dezember nahm ich meinen PC-Arbeitsplatz in Betrieb – immerhin ein zentraler Punkt meines Arbeitslebens –, und gegen 14 Uhr kamen dann meine Weibsbilder an.

Und ab 09. Dezember begann dann das »normale« Leben in Winnert.

Drei Jahre ist das also nun her. Drei Jahre Winnert. Drei Jahre Nordfriesland. Mir taugt es immer noch, und meine Frau vermisst immer noch Berge, Nadelwälder (weil die im Winter nicht kahl werden) und Schnee. Und den Hundemädels ist es wurscht – solange es Leckerlis und genug zu futtern gibt …

Hunde auf Abwegen

Heute morgen. Böse Susi:

Dafür gab’s nur ein halbes Frühstücksleckerli.

Aber ganz, ganz böse Naomi:


Ganz, ganz böse. Dafür gab’s überhaupt kein Frühstücksleckerli. Und Ignoranz von Frauchen (nachdem sie Naomi kalt abgeduscht hatte, denn das, was da aussieht, wie Äcker, sind in der Tat Äcker). Heute Morgen und auch heute Abend. Böse Naomi :)))

Unsere Prinzessin ist 12

Heute ist sie zwölf Jahre alt geworden: Kim, unsere ungarische Prinzessin. Alt ist sie geworden, ein wenig schwerhörig. Vielleicht sieht sie auch schon nicht mehr so gut, denn des Öfteren muss sie genau hinschauen, um ein Leckerli am Boden zu finden. Alt ist sie nun, und gesundheitlich steht es mit ihr nicht zum Besten. Die Knochen wollen nicht mehr so recht, die Muskeln haben schwer abgebaut und glatter Boden — von dem es bei uns viel zu viel gibt <seufz> — macht ihr immer häufiger zu schaffen. Aber noch giert sie nach Leckerlis, noch läuft sie gerne draußen frei, noch geht es. — Meine süße Maus, mein allerliebster Mausekäfer … ich … nein, WIR wünschen dir noch eine lange, lange Zeit bei uns und mit uns und mit den beiden anderen Mädels an deiner und unserer Seite.

Kein Skat II: Gassi mit drei

Sonntag. Immer noch schönstes Wetter. Wieder Freilauf auf dem Norderweg. Es ist durchaus angenehm, dass wenigstens den Hunden immer die gleiche Strecke nicht langweilig wird. Für mich ist es schon eine Herausforderung. Aber da muss man durch.

Auf dem Hinweg kommen uns zwei Motorroller entgegen. Ich nehme Kim und Naomi zu mir, Susi an die Seite. Alles gut. Die Motorroller wechseln auf die andere Spur und fahren hintereinander an uns vorbei. Langsam und gesittet. Leider stinken die Dinger wie die Seuche. Finden auch die Hunde, die alle niesen müssen, um den Gestank wieder loszuwerden.

Auf dem Rückweg zwei Radler. Die schaffen es weder, hintereinander auf einer Spur zu fahren noch die Geschwindigkeit zu senken. Sind ja cool, solche Mountainbikerennräder für eierlose Yuppies. Und dann die Klamotten – die sehen so scheiße aus, dass man schnell an jemandem vorbeifahren muss, der sie scheiße finden könnte.

Kein Skat I: Gassi mit drei

Samstag. Bildschönes Wetter. Strahlender Sonnenschein, kühl. Kühl genug für eine ordentliche Jacke. (Hinterher schwitze ich doch, aber egal.) Freilauf im Norderweg. Kim und Naomi laufen frei, mit Tracker. Susi an der langen Leine. Keine Schleppleine, aber schon drei Meter.
Kim ist wie immer scharf auf Leckerlis, aber sie fängt wieder an, sich an die Punkte zu erinnern, an denen es etwas gibt. Zwischendurch hat sie versucht, sie neu zu setzen. Jetzt läuft sie wieder voraus, bis zum nächsten Punkt, bleibt stehen und spaziert uns langsam entgegen. Und muss trotzdem warten, bis wir am nächsten Punkt sind.
Naomi ist wie immer schnüffelfreudig. Susi auch. Bei mir dürfen sie das auch. Ich hasse es, die Hunde wie Säcke Kaffee oder Blumenerde hinter mir her zu schleifen. Sie sollen schnüffeln können. Nicht uferlos. Nach einer guten Minute spreche ich dann schon mal eine Fortsetzung des Gassis an. Nach spätestens zwei Minuten ziehe ich dann auch. Aber Schnüffeln ist erlaubt.
Susi macht sich nicht schlecht. Sie läuft ordentlich an der Leine, hat aber einen Linksdrall, heißt: Sie will immer links von mir gehen. Selten lässt sie sich längere Zeit auf die rechte Seite holen. Auf der Fortsetzung vom Norderweg ist das okay.

Auf dem Rückweg kommt uns ein Auto entgegen. Pkw mit Hänger. Lada, denke ich. Am Steuer ein Arschloch. Zwanzig Meter vor uns hupt er uns an. Völlig sinnlos. Susi ist eh bei mir, Kim und Naomi längst zu mir gekommen. Sie hören ja auf ihren Namen. Arschloch fährt an uns vorbei, pöbelt irgendwas durchs offene Autofenster und fährt weiter. Ohne auch nur für einen Augenblick vom Gas gegangen zu sein. Nun gut: Ich habe mir dein Kennzeichen gemerkt, du dumme Sau.

Streusalz

Ich bin Teppichbodenfreund. Ich bin mit Teppichböden aufgewachsen. Und ich vermisse sie. Meine Frau steht auf glatten Boden. Weil er einfacher zu reinigen ist. Oder so. Aber man muss Kompromisse machen.
Kim wird älter. Immer älter. Ihr Gang wird unsicherer, ihre Muskeln bauen ab, vor allem in den Beinen, und sie ist nicht mehr so kräftig, einem glatten Boden Widerstand entgegenzusetzen. In meinem Arbeitszimmer ist sie mehrfach auf dem Parkett ausgerutscht, weggerutscht und einmal sogar richtig hingefallen.
Das geht nicht an. Also: