Ernsting und die Zeit

Ich bin kein Rhodan-Fan. Auch kein Ernsting-Fan. Ich habe früher natürlich auch »Perry Rhodan« gelesen, aber das ist lange her. Heutzutage habe ich eine E-Book-Version der letzten zwei Zyklen, die ich nach und nach durcharbeite (das hat einen speziellen Grund, der hier keine Rolle spielt).

Aber ich weiß – nicht zuletzt aus diesem Buch, diesem »Unser Walter« –, dass die Zeit ein Thema war, mit dem Walter Ernsting, der am 13. Juni seinen hundertsten Geburtstag gefeiert hätte, oft gespielt hat. Nicht zuletzt ist der Zeitreisende Ernst Ellert wohl seine Erfindung.
Zeit hat auch bei diesem Buch eine wesentliche Rolle gespielt, allerdings in einem ganz andern Sinne. Die enthaltenen Texte sind alt; meine Vorbemerkungen stammen von Anfang Juni 2020, das Vorwort von Ulrich Blode, dem Co-Herausgeber des 2014 verstorbenen Wolfgang Thadewald, aus dem Februar 2015, und eine Reihe Beiträge wurde geschrieben, als Walter Ernsting 2005 gerade gestorben war. Wolfgang Thadewalds Geschichte »Nichts ist vollkommen« gehört noch zu den jüngeren Beiträgen, wurde aber vermutlich auch schon vor 2011 geschrieben.
Wie das alles kommt, erkläre ich in meinen Vorbemerkungen, die ich auch auf der Verlagswebsite (hier) abgebildet habe. Es gibt, wie ich dort erwähnte, sicher noch Details, die man hätte einbauen können, es gibt immerhin Schriftverkehre, die Wolfgang seinerzeit mit übermittelte, aber einen wirklichen Sinn hat das nicht, gab es doch auch einige Verstimmungen, die sich in den nicht haken- und ösenfreien Abläufen entwickelten.

Letztlich ist die eigentliche Frage, die ich beantworten können sollte, die, warum das Buch, das Ulrich Blode Anfang 2015 fertig ablieferte, dennoch noch mehr als fünf Jahre liegen geblieben ist, bis es nun – dank eines Hinweises von Kurt Kobler (TCE) auf den »runden« Geburtstag – veröffentlicht wird, wurde. Und genau diese Frage kann ich nicht beantworten.
Das Buch war eigentlich nicht »verschütt« gegangen, wie man so schön sagt. Ganz im Gegenteil. In meiner Liste derjenigen Bücher, die ich machen will und zu machen habe, auch in meiner Verzeichnisstruktur, da lagen die Materialien immer an einer prominenten Stelle. Immer wieder fiel ich förmlich über die Texte, die Materialien, und dennoch –
Es ist die Zeit. Ich spüre jeden Tag, dass sie mir an allen Ecken und Enden fehlt. Manch einer – allen voran meine Frau – schlägt vor, mir mal eine Auszeit zu nehmen, nicht ahnend, dass ich das nicht nur nicht kann, nicht nur nicht will, sondern dass es auch genau das Gegenteil von dem bewirkt, was sich die Vorschlagenden vorstellen. Effektives Arbeiten, Erfolgserlebnisse, die durch Sorgfalt und – ja, auch durch – Pedanterie vermeidbaren und nicht auftretenden Fehler, das ist es unter anderem, was mir hilft, helfen würde. Und gerade effektives Arbeiten ist im Alltag nicht selten nicht realisierbar.
Und Erfolgserlebnisse … Dass es mir gelungen ist, das Buch innerhalb kürzester Zeit zum Druck zu bringen, fertigzustellen, das ist ein Erfolgserlebnis, das mich froh macht.

Ansonsten wird es die Zeit bleiben, die mein Problem ist. Nach diesem Buch wird es vielleicht öfter Gelegenheiten geben, deshalb an Walter Ernsting und seinen Ernst Ellert zu denken. Völlig zusammenhanglos, vielleicht. Aber das ist dann auch egal.

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