Grimmig war sie nicht

Die Autorin. Obwohl das Buch viel länger gedauert hat, als es geplant war. Als ich dachte, dass es ginge. Aber je kleiner so ein Werk, je einfacher es scheint, umso größer ist die Gefahr, dass dauernd etwas dazwischen kommt. Und so …

Am Ende stellte sich dann heraus, dass die Bilder, die mir vorlagen, nichts taugten. Sie sahen nicht gut aus. Stephanie Schnee hatte mir eine PDF-Datei geschickt, aber die Bilder waren farblich … wie soll ich sagen? … überzeichnet, die Farben waren zu grell und zu … künstlich. Es stellte sich heraus, dass sie natürlich noch die Originale besaß. Und schickte sie mir.
Sie hatten größtenteils DIN-A3-Format, zwei, drei Bilder waren größer. Der Scanner musste kalibriert werden. Das alte Gerät wollte nicht mehr. Aber der Austauschtermin war sowieso nahe. Doch auch das neue Gerät lieferte keine zufriedenstellenden Farben. Kalibrierung war neuerlich angesagt.
Schließlich waren die Tests so weit in Ordnung. Dann die Scans. Die Verarbeitung der gigantischen PDFs zu TIFs, die geringfügige Nachbearbeitung. Die Bilder, die größer als DIN A3 waren, mussten aus zwei Teilen zusammengesetzt werden. Ein Bild sogar aus vier Teilen, weil die Scans leichte Verzerrungen aufwiesen, die sich nicht einwandfrei deckungsgleich zusammenbauen ließen. Lauter Fummelei.

Schließlich war alles, wie es sein sollte. Das kleine Bilderbuch war schnell erstellt. Die Autorin hatte noch Verbesserungsvorschläge, Änderungswünsche. Bei nicht einmal vierzig Seiten war das nicht viel Aufwand.

Es war mir immer klar, dass es dieses Buch nur als Hardcover geben würde. Im DIN-A5-Querformat. Querformat schon der Bilder wegen. Hardcover des Umfangs wegen – vierzig Seiten sind als Softcover lappig, eine bessere Broschüre, und das hat die kleine Story, dieses einfache Kinderbuch schlicht nicht verdient.
Wenn ich nach der Altersgruppe gefragt würde, müsste ich passen. Ich denke, Vier-, Fünfjährige, vielleicht Sechsjährige. Die Bilder sind bunt, die Geschichte ist … vielleicht zu anspruchsvoll für diese Altersgruppe. Ich kann es wirklich nicht beurteilen. Aber die Käufer, die das Buch möglicherweise erstehen werden, können es sicherlich. Wenn sich Käufer finden …

Manchmal denke ich, dass ich zu sehr zu Experimenten neige. Vielleicht stimmt das. Aber es ist mir auch egal. Es war jedenfalls einen Versuch wert, auch mal ein richtiges Kinderbilderbuch zu machen. Schauen wir, was daraus wird.

Weitere Details zum Buch: hier.

P.S.: Als ich diesen Beitrag vorbereitete, kannte die Autorin den Andruck noch nicht. Als sie ihn kannte, fand sie die Farben zu dunkel. Ich hatte das nicht so gesehen – aber die Autorin ist die Autorin ist die Autorin. Und die Künstlerin, die die Bilder gemalt hat.
Also wurde die Druckfreigabe, die schon erteilt war, zurückgezogen; dank der Buchmesse in Leipzig war man beim Schaltungsdienst noch nicht dazu gekommen, den Druck zu beginnen. Und also wurden die Druckvorlagen überarbeitet, um einen neuen Andruck zu erhalten. Und mit dem alten zu vergleichen.
Wenn dieser Beitrag in meinem Blog das Licht der Öffentlichkeit erblickt, dann ist das hoffentlich schon gelaufen.