Eine Frage des Konzepts

KPG, die Kaffeepausengeschickten des TextLustVerlages. Die ersten sieben Bände habe ich nun gelesen und rezensiert, eine gute Gelegenheit für ein Fazit.

Zur Idee habe ich mich schon geäußert. Ich finde sie gut, wenn nicht sogar genial. Nunja … genial ist sie vielleicht nicht, dazu ist sie letztlich zu naheliegend. Wenn man nicht gerade beinharter Kurzgeschichtenfeind ist, dann ist es eine naheliegende Idee. Die meisten Anthologien speziell auf dem Sektor fantastischer oder fantastisch angehauchter Literatur sind sehr unterschiedlich, was die Längen der einzelnen Geschichten angeht. Da findet man schon auch mal eine 80, 90, 100 Seiten lange Novelle mitten drin, umgeben vielleicht von Drei- oder Vierseitern. Das Konzept der »Kaffeepausengeschichten« legt gezielt Wert auf eher gleich lange Geschichten – und die kleinen Bände zu einem einfach auch attraktiven Preis beschränken sich allesamt auf maximal 60 Seiten Gesamtumfang.
Die Idee, solche Geschichten für eine Kaffeepause – durchaus auch tagsüber im Büro genießbar – zu präsentieren, hat etwas für sich. Ich selbst bin Kurzgeschichtenfreund, weil ich es mag, einfach mal zwischendurch eine halbe oder ganze Stunde auszusteigen, was zu lesen, das erkennbar zu einem Ende führt, in sich abgeschlossen ist.
Dass dabei auf die Qualität größter Wert zu legen ist, ist nachvollziehbar. Zu groß wäre die Gefahr, einen potenziellen Fan der Reihe zu verlieren, würde man sich auch nur einen einzigen Klops erlauben. Aber die Gefahr besteht hier nicht. Gemeinsam mit der Redakteurin Evangelista Sie und unter der Ägide von Alisha Bionda als Beraterin sind in den ersten sieben Bänden thematisch sehr unterschiedliche, qualitativ aber insgesamt hoch angesiedelte Kurzgeschichten zusammen gekommen, die dem Leser immer Freude an der Lektüre bescheren. Nicht zuletzt gerade auch wegen der thematischen Vielfalt, der Abwechslung – die sich in einem Buch zusammengefasst aufgrund des vom Markte ungeliebten Stilmixes negativ auswirken würde.
Gemeinsam mit einem ordentlichen Layout, einem weitestgehend fehlerfreien Korrektorat – ein Fehler bleibt immer drin! – und einem immer wieder Neid erregenden Titellayout sind die Bücher nicht nur für einen Leser, der sich seine Kaffeepause verschönern möchte, ein guter Griff, sondern gerade auch für Leute, die mal eine Kleinigkeit verschenken möchten. Thematisch ist die Reihe so breit gestreut, dass sich immer etwas findet – ja, mit Band 2 ja sogar romantische Geschichten –, sodass man eigentlich nichts falsch machen kann.

Der Reihe wäre richtiger Erfolg zu wünschen. Und eine lange Existenz. Aber ich glaube, das kriegen die Damen im TextLustVerlag hin :)