Malta: Kleiner Film, eher enttäuschend

Auf ARTE läuft heute nachmittag um 17.50 der Film »Malta – Kleines Land ganz groß«. Es handelt sich um einen Teil einer fünfteiligen Dokumentationsreihe – und ich habe mir den knapp dreiviertelstündigen Film schon in der ARTE-Mediathek angeschaut.

Und bin enttäuscht.

https://www.arte.tv/de/videos/092103-003-A/malta-kleines-land-ganz-gross/

Als Malta-Fan mit (nur!) fünf Aufenthalten dort (ich kenne jemanden, der deutlich öfter dort war … Neid! Nicht wahr, Anke? :) habe ich natürlich bei solchen Filmbeiträgen meine Erwartungen. Aber ich erwarte Besonderes, Dinge, die ich noch nicht kenne, die besonderen Kleinigkeiten, die dem Malta-Fan jenseits des Pauschaltourismus das Bild des geliebten Inselarchipels abrunden und zum Leuchten bringen.

Indes ist der Grundtenor dieses Beitrages eher negativ. Es geht vor allem um Tierarten, die auf Malta – und möglicherweise nur dort – leben. Gut, die im Volksmund Lampuki genannte Goldmakrele ist natürlich keine rein maltesische Fischart, wenn sie auf Malta auch als Nationalgericht geführt wird. Problematisch fand ich den Herrn, der mehrfach nach kleinen Tieren grapschte und sie in seinen Fingern zappeln ließ; vor allem die winzigkleine Maus, die keine Maus, sondern eigentlich ein (Verwandter des) Igel(s) ist. Vernünftige Filmaufnahmen hätten hier sicherlich auch ihren Zweck erreicht.

Aber der Grundtenor waren Aussagen über all das, was verloren gegangen ist: die Landbrücke zwischen Italien und Afrika (nach deren Untergang Malta übrig geblieben ist), viele Tierarten (und das Chamäleon wird dann als Einwanderer von Afrika geoutet), die Natur (dank Städtebau, Straßenbau, vierhundertzwanzigtausend Autos und einer halben Million Einwohner) … Ich habe dann irgendwann nicht mehr zugehört, denn Natur- und Tierschutz in allen Ehren: Malta ist von Haus aus eine ziemlich dämliche Wahl, hier Notwendigkeiten zu propagieren. Denn was, bitte, sollen die Malteser denn machen – ins Wasser gehen?

Ärgerlich auch die schlampige Recherche. Mdina, die alte Hauptstadt des Johanniter Ritterordens, ist natürlich nicht die »Citta nobiltà« (gesprochen »nobilita«), sondern die »Citta notabile«, also nicht die »edle«, sondern die »bemerkenswerte Stadt«, ein Ehrentitel, den Mdina nach einem erfolgreich abgewehrten Hafsiden-Angriff 1422 erhielt. Was ohne weitere Recherche zu bezweifeln ist, denn die italienische Sprache kam erst durch die Johanniter auf die Inseln, und die ließen sich erst 1530 dort nieder.

Und auch der vielfältig kolportierte Blödsinn, Malta sei laut UN das wasserärmste Land der Welt, wird einmal mehr wiederholt. Aber es gibt Storys, die sind nicht auszurotten: Noch heute gibt es Menschen, die glauben allen Ernstes, es wäre auf ganz Malta nur eine Ampelanlage …

Edit 02.08.2021: Die arte-Mediathek führt den Film nicht mehr; der neue Link bei dailymotion.com wird mit Werbung gestartet. Aber immerhin …

12 Nudeln für Malta

Sie mag Malta. Naja, das ist untertrieben. Wer weit über sechzig Mal die kleine Inselrepublik südlich von Sizilien besucht hat, ist süchtig nach Malta. Aber sie mag Malta. Sie mag auch Nudeln. Und sie mag Malen. Und da sie auch noch über ein gerüttelt Maß an Humor verfügt, haben wir gemeinsam ein lustiges Buch mit lustigen Bildern und zwölf einfachen Nudelrezepten mit maltesischem Flair gemacht. Und es gibt keinen Grund, sich vor allzu fremdartiger Küche zu fürchten – immerhin essen wir Deutsche auch Chinesisches, Indisches, Thailändisches und sogar Fastfood aus den USA. Die maltesische Küche ist mediterran, mit erkennbaren Einflüssen aus Italien und – wenigstens was das Frühstück angeht – Großbritannien, dazu ein Hauch Arabien. Aber die Nudelgerichte als solche stellen eine wunderbare Basis dar, auch dem letzten Deutschen, der keine mediterrane Küche kennt, den Geschmack der Inseln nahezubringen.

Anke Jablinski ist die Autorin des kleinen Buches – und sie hat auch die Malereien zu den Nudelgerichten abgeliefert. Eine kleine, feine Sache, die sich auch ausgezeichnet als Geschenk eignet.

Jablinski, Anke, MALTA-NUDEL. Zwölf einfache Gerichte

Das Buch zeigt auch noch etwas ganz anderes. Denn das System in Deutschland, das sich Selfpublisher zunutze machen und das auch von Verlagen – wie dem meinen – genutzt wird, ist nicht perfekt, ganz im Gegenteil. Denn dieses simple Hardcover, 210 x 210 mm groß, mit nur 44 Seiten Umfang, lässt sich im Print-on-Demand-Verfahren nicht auf den Markt bringen.
PoD nutze ich, um meine Bücher über Internetbuchhändler wie Amazon, Thalia, Hugendubel etc. verfügbar zu machen. Auch erlaubt Bookwire, der Partner, den ich nutze, die Verfügbarkeit der Bücher im Barsortiment, dem Großhandel (mit dem ich direkt nichts zu tun haben möchte, weil ich mir das schon finanziell nicht leisten kann).
Aber siehe da, über Bookwire geht das mit diesem Büchlein nicht. Bookwire hat für Hardcover nur einen Partner – immerhin, denn im PoD-Bereich ist das extrem selten. Der Partner ist der Barsortimenter Umbreit gemeinsam mit der Großdruckerei CPI, die hier im nordfriesischen Leck zu finden ist. Und die können Hardcover erst ab einem Umfang von 100 Seiten (bei geradem Buchrücken; ist er rund, sind es sogar mindestens 200 Seiten).
Und so wird das kleine Buch mit dem großen Format, aber dem geringen Umfang nur beim Verlag, beim gut sortierten und der Nutzung des VLB fähigen Buchhandel und bei Amazon im Marketplace (mit den hinlänglich bekannten 3 Euro Aufschlag) zu bekommen sein.
Schade. Aber nicht zu ändern.

Arbeitswut 17/11

  • Es sieht eigentlich nur aus wie Arbeitswut. An manchen Tagen habe ich einfach den Eindruck, viel geschafft zu haben. Das fühlt sich dann auch nach einem schönen Feierabend an.
  • Anke Jablinskis »MALTA-NUDEL« ist jedenfalls fertig, beim Schaltungsdienst Lange, bei Bookwire, die Nudel ist durch. Wenn das gute Stück wirklich so weit ist, wird es wieder Zeit für eine Zusammenstellung meiner Bücher, die sich bestens für Weihnachten als Geschenk eignen. Das sind inzwischen durchaus einige.
  • Den Abschluss machte dann »Die Welten des Jörg Weigand«, ein Buch, das insgesamt dann doch noch erhebliche Änderungen und vor allem Erweiterungen erfahren hat. Das schon fertige erste Layout habe ich zu den Akten gelegt. Es zeigt  meine Erfahrung, dass es einfach ist, bei einem solchen Änderungsvolumen einfach noch einmal von vorne zu beginnen. Und das passiert auch in den nächsten Tagen. Plane ich jedenfalls.

Malta: Keinesfalls im Abseits

Dass ich eine besondere Zuneigung zu den maltesischen Inseln empfinde, dürfte inzwischen bekannt sein; wenn nicht, dann jetzt. Ich war fünf Mal dort (1994, 1999, 2005, 2007 und 2009), es war Liebe auf den ersten Blick und Malta hat mir niemals Anlass gegeben, diese Liebe zu überdenken.
Ich bin Mitglied im German Maltese Circle (GMC) und ich wäre gerne viel öfter auf den Inseln*.
Im Übrigen habe ich früh angefangen, Literatur zu sammeln – alles, was sich über Malta und natürlich auch den Malteser Ritterorden finden lässt, findet mein ungeteiltes Interesse – ein Sisyphos-Hobby, ganz ohne Zweifel.
Und in meinem Verlag p.machinery habe ich eine – bislang noch veröffentlichungslose – Reihe namens »ErlebnisMalta«.

Wie, wann und wo ich auf dieses Buch mit dem zunächst ganz leicht irreführend scheinenden Titel »Abseits Malta« gekommen bin, weiß ich nicht mehr. Den Kontakt zu Bettina und Christian Launer – die in der DMG in Altenau aktiv sind – herzustellen, war indes nicht schwierig. Und auch die Idee, dass ich mich an der Vermarktung des Buches beteilige, war recht schnell umgesetzt.
Das Buch gibt es also zum Preis von 12,- Euro bei mir zu erwerben; oder bei Amazon (für all diejenigen, die nicht mailen möchten):

ABSEITS MALTA

Inhaltlich ist das Buch – das mich auch interessiert, weil ich hoffe, dass ich nach dem Abverkauf der ersten Ausgabe die zweite machen darf – etwas ganz Besonders, wie schon der Inhalt zeigt:

Es ist schon so, dass eine Reihe der beschriebenen … hm, nennen wir sie ruhig Sehenswürdigkeiten nicht auch in »normalen« Reiseführern erwähnt würden. Einer der wesentlichen Unterschiede ist bei »Abseits Malta« jedoch die Ausführlichkeit der Beschreibungen, umfangreiches Bildmaterial – das sich die Reiseführerautoren und -verlage bei »Kleinigkeiten« gerne sparen – und vor allem: Längen- und Breitengradangaben bis auf die Sekunde genau. Ausgerüstet mit einem GPS-fähigen Navigationsgerät findet man auch die ausgefallensten und unauffälligsten Besonderheiten auf den Inseln garantiert.

Das Buch eignet sich für jeden Malta-Besucher, der mehr Zeit hat als den Ein-Tages-Stopp einer Mittelmeerkreuzfahrt oder die Ein-Wochen-Pauschalreise. Neben einem »normalen« Reiseführer sollte man sich dieses Buch als Erweiterung und Vervollständigung gönnen, nicht zuletzt, weil die beschriebenen Sensationen die Begeisterung für die Inseln südlich von Sizilien festigen können

* Das scheitert vor allem am Zeitmangel, denn aufgrund der Tatsache, dass ich keinen Urlaub ohne unsere Hunde machen will, bräuchten wir Zeit für einen Trip mit einem Wohnmobil oder überhaupt mit einem Auto, was hin und zurück leicht eine Woche kosten dürfte. – Aber ich sehe optimistisch in die Zukunft.

Von Tuten, Blasen und totalem Blödsinn

Alexander Knörr
HAGAR QIM
Auf den Spuren eines versunkenen Kontinentes | Rätsel um die Insel Malta
Ancient Mail Verlag Werner Betz, Groß-Gerau, September 2007, Paperback, 283 Seiten, ISBN 978 3 935910 46 0

VORBEMERKUNG
Alexander Knörr hat sich ja inzwischen auch als Autor von SF-Romanen betätigt, nachdem er zuvor mit diversen Titeln wie diesem auf dem zweifelhaften Markt der schreibenden Laienwissenschaftler aufgetreten ist. Das Buch habe ich mir aus zwei wesentlichen Gründen vorgeknöpft: Es gehört zum einen in meine Malta-Sammlung; und zum anderen empfinde ich mitunter – und gerade wieder in dieser Zeit – perverses Vergnügen daran, Bücher zu lesen, die man nur verreißen kann. Aber ich greife vor …

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Der Urlaub ist rum

Nach der langen Phase der Veröffentlichungen zum Schleswig-Holstein-Urlaub im Juni habe ich mir ein Päuschen verdient. Und gegönnt. Und nun gilt es, langsam wieder in die Pötte zu kommen, damit mein Blog nicht den Eindruck erweckt, still und leise dahingeschieden zu sein.

Der Urlaub ist rum. Und doch gibt es immer Themen, die (auch) mit Urlaub zu tun haben. Das Fremdenverkehrsamt Malta hat seinen Sommer-Newsletter veröffentlicht und gemailt. Den bekommt man hier wie immer als PDF oder – jedenfalls so lange der Link funktioniert – hier.