12 Stunden Chaos

Vielleicht waren es auch 13 Stunden. Ich weiß es nicht. Am Ende spielt es auch keine Rolle.

Man gewöhnt sich irrsinnig schnell an Änderungen im Tagesablauf. Es waren nur neun oder zehn Tage, an denen ich drei Gassigänge machte, vor allem den Morgengang, den sonst Frau macht. Heute eben nicht. Seltsam, eine Stunde mehr Zeit für andere Sachen zu haben.

Beladung des Autos, Routine. Ich kaufe Bier vorzugsweise in 11er-Kästen, weil die problemlos durch die Türen der Hundebox im Heck passen. Ansonsten gehen nur noch die 0,33er-Flens-Kästen hinten rein. Alles andere muss auf die Rückbank. Und die ist inzwischen schon voll mit Zeug.

Bei Famila hat irgendein Volldepp einen Stapler mit Bierkästen genau vor meinem Krombacher »Weizen bleifrei« abgestellt und den Schlüssel mitgenommen. Ich habe einen Moment überlegt, den Stapler abzuräumen und die Kästen irgendwie dämlich in den Weg zu stellen. Aber das war mir dann zu viel Arbeit. Für den Aufwand, an meine Kästen zu kommen, habe ich an der Kasse gemeckert. Hat keinen interessiert.

Büchersendungen fertiggemacht. Bücher für das DSFP-Komitee und für Rezensionen für die ANDROMEDA NACHRICHTEN. Vier solcher Sendungen haben mir schon gereicht. Wenn ich überlege, den Versand meiner eigenen Bücher selbst machen zu müssen, hätte ich längst kein Buch mehr gemacht. Nicht, weil mir die Lust dazu fehlte. Aber ich hätte keine Zeit. Man kann Bücher machen oder verschicken. Beides zusammen geht nicht. Jedenfalls nicht bei mir. Zum Glück habe ich meinen Schaltungsdienst.

Frau hatte schriftliche Prüfung für den Heilpraktiker. Dritter Versuch, wenn ich mich nicht verrechnet habe. Und Husum soll extraschwer sein, braten ihr eigenes Süppchen, nichts ist wie in Restdeutschland. Und die Amtsärztin soll ein spezielles Kapitel sein. – Das Ganze sollte von 10 bis 12 Uhr gehen, um zehn nach 12 hat sie sich immer noch nicht gemeldet. Also erst mal Gassi mit den Moizen. Es stellt sich heraus, dass das Ganze 45 Minuten später angefangen hat, weil die Honks sich am coronainduzierten Spezialeinlassverfahren kaputtorganisiert haben. – Und sie hat »kein gutes Gefühl«. Hat beim Nachdenken schon zwei Fehler entdeckt. Einen hat sie selbst falsch korrigiert. Ich verstehe nicht, wieso sie nicht loslassen kann. Die Ergebnisse gibt es erst in vier Woche. (Lustig: Damit sie einen Platz für die noch folgende mündliche Prüfung bekommen kann, muss sie den Termin verbindlich buchen, bevor sie überhaupt weiß, ob sie die schriftliche bestanden hat. Wenn sie wartet, ist der Termin vielleicht weg. Wenn sie nicht bestanden hat, auch. Und das Geld sowieso. Heilpraktiker werden zu wollen halte ich inzwischen für eine verdammtscheißblöde Idee.)

Eigentlich wollten wir danach nach Sankt Peter-Ording. Aber es war warm, am Strand wäre es für die Hunde auf Dauer nicht angenehm gewesen, und Zeug mitschleppen – Sonnenschirm, Stuhl, was auch immer – wäre auch nicht lustig gewesen. Und irgendwie ist das Rumhocken am Strand langweilig. Unproduktiv. Vor allem aber mag ich die Idee nicht, auf dem Strand zu parken, was zwar den Weg zum Wasser verkürzt, aber eben scheiße für den Sand ist. Ich möchte nicht wissen, wie viel Öl, Diesel und Benzin in dem Sand stecken. Das Gelände ist verseucht, ganz ohne Zweifel.

Am Ende sind wir daheimgeblieben. Frau wollte Haushalt machen. Und ich hab ja eh keine Langeweile.

Das Produktivste war noch die Arbeit am Buchblocklayout des Klaus-Hübner-Buches, das ich schon erwähnte. »Bierkämpfe, Barockengel und andre Bavaresken«, Band 3 seiner Serie »Kein Twitter, kein Facebook«. Der Seitenumbruch steht, jetzt kommen noch die Abbildungen, vor allem Buchcover und Autorenfotos. Je nachdem, was zu finden ist (bislang sieht es sehr gut aus). Inzwischen steht fest, dass der dritte Teil 224 Seiten haben wird – wenn mir da nicht noch eine raumfordernde Sauerei einfällt, was aber unwahrscheinlich ist.

Bis Ende letzter Woche habe ich nach dem letzten Gassigang die Moize ernährt und mich dann mit dem Notebook ins Wohnzimmer gesetzt und vor allem Texte gelesen, lektoriert, korrigiert. Nachdem Frau meine Sachen vom Esstisch verräumt hat, habe ich zur Kenntnis genommen, dass die Anwesenheit meines Geraffels wie wohl auch meiner Person nicht mehr erwünscht ist. Jedenfalls im Wohnzimmer. Also habe ich mein Zeug, das noch da war, gepackt und mich entschlossen, durchgehend bis zum Feierabend am PC zu arbeiten. »House M.D.« kann ich auch vom Server schauen. Und die Zeiteinteilung ist auch ein wenig einfacher. Irgendwie. Und jetzt mache ich halt bis zum Schluss Layouts. Und meine Blogbeiträge. Und an einem der nächsten Tage halt den ganzen Tag Lektorat. Mal sehen, ob sich das nicht positiv auswirkt.

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