Warum einfach …

Manche Bücher stellen einen vor überraschende Herausforderungen. Als ich das Manuskript – mit Bildern – von Stephanie Schnee für ihre Haaresfliegerin Propelline erhielt, ahnte ich noch nichts Schlimmes. Aber das sollte sich ändern …


Details zum Buch: hier.

Der Text war natürlich kein Problem. Die Bilder indes waren größtenteils von einem etwa DIN A2 großen oder noch größeren Format. Da musste mein Scanner bei aller Liebe passen – auch, weil diese großen Bilder auf einem starken Karton gemalt worden waren. Was also tun?
Um die Bilder zu bekommen, ließ ich eine stabile Holzkiste bauen – das Internet macht’s möglich. Die dann zu verschicken, war eine zusätzliche Herausforderung: Die Post akzeptiert keine Holzkisten, es musste eine Papierverpackung darum herum angebracht werden. Gleiches bei UPS – und die waren auch noch teuer. (Und anderen Transportdienstleistern gebe ich meine Waren nicht.)
Auf dem gleichen (Rück-) Weg bekam ich dann die Bilder. Ich prüfte Anbieter für großformatige Scans und deren Angebote. Die sitzen natürlich alle in München; auf dem platten Land gibt’s halt keinen Markt. Die meisten Anbieter scannen nicht berührungsfrei, was wegen der Originale schlicht ausschied – zumal Stephanie Schnee nicht wirklich zweidimensional malt. Und der eine, der berührungsfrei hätte scannen können, war schlicht zu teuer.
Auch die Idee, Fotos in einem lokalen Fotostudio zu machen, scheiterte letztlich an den Kosten. Und auch ein wenig an der Technik …
Am Ende entschied ich mich, mich selbst an der Fotografie zu versuchen. Meine Frau besitzt eine Ausrüstung, mit der sie Produktfotos für ihre eigene Kosmetikherstellung (siehe saskia.haitel.de) aufnimmt: Lampen, Schirme – und ein Stativ hatte ich selbst. Auf unserem Wohnzimmersofa erstellte ich von den großformatigen Bildern Fotos mit einer Canon 60D und unterschiedlichen Belichtungs- und Blitzeinstellungen. Irgendwas Passendes würde schon dabei sein.
Und die DIN A3 großen Bilder wurden dann auf einem Sharp-MFP gescannt.

Den Rest kannte ich dann eigentlich schon vom »Grimm-Grimm-Männchen«: Die auf dem Bildschirm toll aussehenden Bilder waren im Druck schlicht zu dunkel. Also nachbearbeiten. Und einen Andruck von der Druckerei bekommen und prüfen. Und nachbearbeiten. Und noch einen Andruck anfordern – zumal beim ersten Andruck der Druckerei ein Fehler unterlaufen war, denn die Seiten waren zu großformatig (also nicht 1:1) gedruckt worden.
Zu guter Letzt bearbeitete ich sämtliche Bilder noch einmal nach, sorgte für mehr Helligkeit, auch mehr Kontrast und vor allem für klarere Farben bei problematischen Bildern. Da war zum Beispiel eines mit einem dunkelgrünen Hintergrund, das im Druck eher schwarz war …

Und dann war’s gut. Irgendwann muss Schluss sein, auch wenn damit zu rechnen ist, dass die Autorin dann doch noch ein wenig zu kritisieren hat. Immerhin sieht man den Bildern nicht mehr an, dass sie mit einer doch recht simplen Spiegelreflexkamera und einem Amateurfotoequipment für die Be- und Ausleuchtung auf einem einfachen Sofa aufgenommen worden waren.

In diesen Tagen jedenfalls erscheint das neueste Bilderbuch von Stephanie Schnee, das für jüngste und junge Leser von dem Mädchen Propelline handelt, das mit ihren Haaren fliegen kann. Das ist schon Fantasy, oder?