Traurige Amerikaner

sind es wohl, die bei CreateSpace, der PoD-Schmiede von und für Amazon, arbeiten müssen. Denn wenn man den dortigen Mitarbeitern nicht mentale Minderbemittelung unterstellen möchte –, was mir irgendwie fern liegt –, dann sind es vermutlich gute andere Gründe, die dazu führen, dass die Amerikaner nicht in der Lage sind, ein einfaches Taschenbuch mit einem vollflächigen, randabfallenden Frontispiz eines begnadeten Grafikkünschtelers wie Thomas Franke zu produzieren. Vielmehr leiden die Amerikaner vermutlich unter der notorischen Angst vor ihren eigenen, juristischen Produkthaftungsunzulänglichkeiten, die zu so legendären Prozessen wie dem Schadenersatz für einen in der Mikrowelle gestorbenen Pudel führten, weil in der Beschreibung der Mikrowelle nicht vermerkt war, dass man Pudel nicht in einer Mikrowelle trocknen darf.

Im Falle der Anthologie »Abschied von Bleiwenheim«, herausgegeben von Andreas Fieberg und als AndroSF 36 von meinem Verlag veröffentlicht, hat sich CreateSpace einen Auftritt geleistet, der kaum ohne Hohn und Spott zu beschreiben ist.
Will man in einem Buch auch nur eine Seite vollflächig und randabfallend drucken (also ohne Rand drumherum), dann muss man die PDF-Druckvorlagen vollständig inklusive der entsprechenden Beschnittzone anlegen. Das Buch wird größer als das Endformat gedruckt und dann beschnitten, und am Ende bleibt eben mindestens die eine Seite als vollflächige Seite übrig – nebst den anderen, den Textseiten, die ganz normal aussehen.
Leider versteht CreateSpace das nicht. Man argumentiert mit den unterschiedlichsten Blödsinnigkeiten: die im Buch enthaltenen Bilder (das Frontispiz) würden in den nicht bedruckbaren Raum hineinragen, das Buch würde eine Beschnittzone aufweisen, die es nicht benötigen würde (nachdem man das Frontispiz auf einen selbst errechneten Pseudosatzspiegel verkleinert hatte, war das auch kein Wunder), es würden die bei CreateSpace besonders berühmten »live elements« in irgendwelche Sicherheitsspielräume hineinragen, usw. usf.

Ich habe es dann aufgegeben (und zu weiteren Späßen dieser Art und den wohl demnächst daraus resultierenden Folgen später mehr). Auf diese Weise erscheint auch dieser AndroSF-Band in zwei Versionen: bei Amazon ohne Frontispiz, jedoch beim Verlag (und im von diesem auf Bestellung gerne bedienten Buchhandel) in der vom Schaltungsdienst Lange gedruckten Version mit Frontispiz.

Für die Kunden immerhin, die das Buch bei Amazon bestellten und das Frontispiz wenigstens sehen möchten, können wir es hier zeigen:

Immerhin.