Dokus, Tonstörungen und andere Probleme

Powder Girl
(Chalet Girl, Phil Traill, GB/D/AT 2011)

Vielleicht war es ein Zeichen, vielleicht auch nicht. Vielleicht ist es gut, wenn man manche Filme nicht anschaut, vielleicht auch nicht. Vielleicht war auch nur irgendjemand einfach dämlich – vielleicht auch nur ich.
Den Film habe ich jedenfalls nicht gesehen, weil die (Original-) DVD (!) keine Tonspur hatte. (Jedenfalls war dem Teil kein Piepsen zu entlocken.)
Pech gehabt!

Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte
(Capitalism: A Love Story, Michael Moore, USA 2009)

Michael-Moore-Filme sind bekannt dafür, sich durchaus ausgefallener Themen anzunehmen. Die Bankenkrise war ihm offensichtlich kein ausgefallenes Thema – aber der Kapitalismus sehr wohl, und er hält ihn nicht nur für den Schuldigen an dieser Bankenkrise, deren Ende wir vielleicht noch vor uns haben, sondern auch als Ursache für ganz andere Probleme.
Der Film schockiert nicht mit Bildern, die man sich nicht ansehen sollte. Er schockiert eher mit Wahrheiten, die speziell wir Menschen in unseren kapitalistischen und nur pseudosozialen Marktwirtschaften gerne verdrängen, insbesondere dann, wenn wir (noch) nicht zu den Opfern des Kapitalismus gehören.
Beeindruckend.
Sehenswert.
Passend zur Zeit.

Let’s Make Money
(Erwin Wagenhofer, AT 2008)

Die österreichische Produktion, etwas älter als der Moore-Film über den Kapitalismus, zielt in die gleiche Richtung, allerdings mit deutlich anderen Mitteln. Sehr viel ruhiger, schweigsamer, mit Bildern wirkend, ist der Film gleichzeitig noch bedrückender als Moores Werk mit seinen deutlich formulierten und zusätzlich bebilderten Wahrheiten. Wagenhofers Dokumentation – ein wenig habe ich gezweifelt, ob diese Bezeichnung wohl korrekt ist – hat auf psychologischer Ebene Elemente des »Blair Witch Project« und wirkt auch so, wenn man nicht acht gibt oder ihn zu einem falschen Zeitpunkt goutiert.
Trotzdem: Beeindruckend. Sehenswert. Auch ein Film unserer Zeit.

Beginners
(Beginners, Mike Mills, USA 2010)

Einerseits geht es in dem Film um Oliver (Ewan McGregor), der seinen Vater an den Krebs verloren hat, und um diesen Vater (Christopher Plummer), der nach dem Tod seiner Frau (und Olivers Mutter) fünf Jahre zuvor, entschied, künftig mit einem jungen Mann zusammenleben zu wollen, um glücklich zu werden. Eigentlich hatte Oliver gehofft, nach dem Tod seiner Mutter und dem wiedererstarkenden Verhältnis zu seinem Vater von diesem zu lernen, was es heißt, sich in einer liebevollen Beziehung zu engagieren. Aber so einfach ist das alles nicht …
Salopp das Label »Problemfilm« zu verwenden, würde dem Film nicht gerecht werden. Es steckt schon ein wenig mehr darin, was vor allem den schauspielerischen Leistungen von McGregor und Plummer zu verdanken ist. Aber um den Film wirklich zu genießen, muss man sich Zeit nehmen.

Country Strong
(Country Strong, Shana Feste, USA 2010)

Ein aufsteigender Songwriter und ein gefallener Star (sehr schön: Gwyneth Paltrow) machen gemeinsame Sache, um seinen Aufstieg und ihr Comeback in der Country-Musikszene zu schaffen. Es gibt da natürlich die verschiedensten Komplikationen. Nicht nur mit ihrem Ehemann und Manager, nicht nur mit seiner Freundin …
Keine Komödie, wenn sich auch leichte Anflüge komödiantischen Filmschaffens finden, aber auch kein Drama ohne Ausblick auf einen hellen Streif am Horizont. Leider ist die Musik überhaupt nicht mein Ding, sonst hätte mir der Film uneingeschränkt gut gefallen.