Prominente außer Kontrolle

  • Unstoppable – Außer Kontrolle. Nein, das ist nicht der unglaublich miserable Streifen mit Wesley Snipes aus dem Jahre 2004. Das ist vielmehr der unglaublich spannende Streifen mit Denzel Washington und Chris »Tiberius« Pine aus dem Jahre 2010, in dem sich ein tierisch langer und mit tierisch gefährlicher Ladung bepackter Güterzug selbstständig macht und im Norden der USA für richtig Aufregung sorgt. Ein an sich wirklich simpler Film, der aber in jeder Beziehung 200 % besser funktioniert als manch anderer Streifen. Hinsetzen, Glotze anmachen und dann nur schauen, dass das Adrenalin nicht aus den Ohren schwappt. Ein perfekter Filmabend ist garantiert.
  • Almost Famous. Ein Film, der mich überrascht hat. Auf meine Liste kam er wegen Kate Hudson. Billy Crudup spielt einen Fünfzehnjährigen (oder so), der eine Band auf einer Tour begleitet, um für den »Rolling Stone« zu schreiben. Weniger ein Film über Rockmusik und das Drumherum, als über das Erwachsenwerden und die schwierige Loslösung von einer allzu fürsorglich eingestellten – wenn auch zugegebenermaßen nachgiebigen – Mutter. Sehenswert.
  • SpiderMan 2.1 Extended Version. Den habe ich noch nicht gesehen und werde es wohl so schnell auch nicht tun. Ich konnte nicht herausfinden, wo der SpiderMan 2.1 ausführlicher ausfallen würde als die »Original«version, die ich schon gesehen habe, ergo … Das hebe ich mir mal für einen langweiligen Sonntagnachmittag auf (also vermutlich für’s nächste Leben).
  • Für alle Fälle Fitz. »Cracker« heißt die Serie im Original, und original ist sie nur mit Robbie Coltrane als Dr. Eddie ›Fitz‹ Fitzgerald; es gibt noch eine amerikanische Serie mit diesem Titel, die man in der IMDb mit diesem aber nicht findet, was auch gut so ist, denn der Fuzzi, den sie da in die Hauptrolle gesteckt haben, erfüllt nicht die Spur einer noch so geringen Anforderung, es mit dem originalen Coltrane-Fitz aufnehmen zu können. – An die Serie gelangte ich in einer Zeit, da ich in meinem alten Job freigestellt war und noch keinen neuen hatte, in einer Zeit also, in der man sich rechtschaffen und ohne schlechtes Gewissen die Nächte um die Ohren schlagen kann. Insofern kam die erste Begegnung mit Fitz auf einem alten Premiere-Krimi-Kanal im Jahre 2000 zustande – und blieb in Erinnerung. Nun bin ich dabei, die Sammlung auf meine Serverplatten zu holen, und natürlich schon zu Qualitätskontrollzwecken auch immer zu schauen. – Auf die gesamte Serie werde ich vielleicht einmal in einem Artikel eingehen, wenn ich sie alle noch einmal gesehen habe. Über den Grund, warum mir die Serie gefiel und gefällt, kann ich aber schon heute eine Aussage machen:
    Zum einen ist Robbie Coltrane ein sehr guter Schauspieler, wenn man ihm solche Rollen gibt. Als Rubeus Hagrid in den Harry-Potter-Filmen war er eine amüsante Bereicherung dieser Filme, aber als Schauspieler restlos verschwendet (und das nicht nur wegen seiner entstellenden Maske). Coltrane geht in der Rolle als Fitz scheinbar regelrecht auf, und in einigen Folgen mag man Anzeichen dafür finden, dass die Rolle möglicherweise für Coltrane geschrieben worden ist, denn so gut passen Schauspieler und Rolle ganz selten zusammen.
    Die Plots zum anderen sind brutal und erschütternd, ohne mit amerikanischen Splatterelementen daherkommen zu müssen. Die Briten haben schon immer andere Filme gemacht, vor allem auch andere Krimis. Alle Nationen haben da ihren eigenen Stil – und bislang haben wohl nur die Franzosen entschieden, wenigstens in ihren Actionstreifen den Blick erkennbar gen Westen zu richten. Englische Krimis jedenfalls haben immer etwas von … 60er Jahren, Schwarz-Weiß-Fernsehern, wenig Programmen zur Auswahl, etwas sehr Menschliches und Morbides, wenig Technisches, wenig Action. Am ähnlichsten sind englische Krimis noch deutschen Serien wie »Derrick« und »Der Kommissar«, wobei es möglicherweise umgekehrt war, nämlich, dass englische Krimis diese Serien »befruchteten« und zu dem machten, was sie heute noch sind: Klassiker.
    »Für alle Fälle Fitz« ist eine Serie, die sich für Krimiliebhaber lohnt, die weg wollen von amerikanischer Einheitskost, von diesem »neuen skandinavischen Mist« im Heckwasser von Henning Mankell (womit ich dessen Romanwerk keinesfalls schlecht machen möchte, im Gegenteil; er hätte nur die Finger vom Fernsehen lassen sollen …) und von allzu sehr auf Amusement ausgelegten deutschen Krimiserien (ich liebe »Der Bulle von Tölz«, ich liebe auch den seichten »Pater Brown« mit Ottfried Fischer, aber das liegt wohl eher an einer Vorliebe für diesen »Schauspieler«, der eigentlich immer eher Kabarettist ist).
    Wie erwähnt: dazu später mehr.