Süßer Libanon zum Abendbrot

  • Die Geschichte vom Brandner Kaspar: Mei, der Bully, ge? Der Bully … Herrschaftzeiten, der Bully. Hat sich eine uralte Geschichte gekrallt und mit dem Franz-Xaver … ja, mei, dem Kroetz halt … ja, mit dem hat er sie halt neu aufbereitet. Und diesmal gar nicht so hochkomödiantisch und letztlich lästerlich, wie er sich an andere Stoffe herangemacht hat, sondern durchaus im Sinne des Originals, gewürzt mit dem Bully Herbig, den man auch bei solchen Stoffen brauchen kann. Ich kenne aus dem Laufe meines fernsehenden Lebens einige Brandner-Kaspar-Verfilmungen, aber die 2008er Version vom Herbig Bully, die is scho a rechts Spaßerl.
  • Lebanon – Tödliche Mission: Das Original heißt einfach nur »Lebanon«; wann wird sich die deutsche Filmindustrie eigentlich endlich daran gewöhnen, dass es niemand wirklich will, dass sie ihre dämlichen Attributsammlungen reißerischer Provenienz hinzufügen oder den Originaltitel damit ersetzen? – Der Film selbst ist nichts für Klaustrophobiker. Er spielt praktisch ununterbrochen innerhalb eines israelischen Panzers, der zu Beginn des ersten Libanon-Krieges auf feindliches Territorium vorstoßen soll. Das Motiv des Filmes ist ganz einfach umschrieben: Es geht darum, zu überleben. – Eine Coproduktion – nebst Deutschland und Frankreich – aus Israel und dem Libanon. Überraschend. Überraschend beängstigend vor allem.
  • Cell 211: Auch der ist nicht ganz harmlos. Ein zukünftiger Gefängniswärter tritt seinen Dienst einen Tag früher an, quasi, um sich einzuarbeiten, um sich vorzubereiten, abzuchecken, was geht. Und so weiter. Und ausgerechnet an dem Tag bricht eine Gefängnisrevolte aus, in die er dadurch verstrickt wird, dass die Gefangenen denken, er sei einer von ihnen. Eine spanisch-französische Produktion, und beide Länder sind inzwischen bekannt dafür, dass sie bei der Schilderung von solchen … sagen wir, Problemsituationen … nicht zimperlich sind. Deshalb ist der Film durchaus wenig für Weicheier, aber leicht geeignet für Leute, die es gern etwas »eindeutiger« haben.
  • Beilight – Biss zum Abendbrot: Meine Meinung zu dem Streifen muss ich nachreichen. Der liegt jetzt zwar schon seit Wochen auf meiner Platte, aber ich komme nicht dazu, ihn anzuschauen. Er lässt sich definitiv nicht nebenbei schauen, denn schon die ersten zwei Minuten sind so vollgestopft mit Anspielungen, dass man das meiste eh nur verpassen würde.
  • Jud Süß – Film ohne Gewissen: Es spielt bei diesem Film keine Rolle, wie man zur Geschichte steht. Es spielt auch keine Rolle, wie man zum Originalfilm steht. Der »Film ohne Gewissen« erzählt im Grunde die Geschichte des Entstehens des Originals – und wie es den Menschen damit ging, die damit zu tun hatten. Auch das spielt eigentlich keine Rolle, liefert mit den bombastischen Schauspielern Tobias Moretti (als Hauptdarsteller Ferdinand Marian) und Moritz Bleibtreu (als Joseph Goebbels), gefolgt von weiteren deutschen Leinwandstars – wahrlich! – ein beeindruckendes Dokument. (Ja, ich kenne die Kritiken an dem Film, die ihn zerrissen haben, aber das ist mir völlig wurscht. Würde ich auf andere Kritiker hören, wäre ich nur Meinungsvieh, und das will ich nicht sein.)