Abenteuer, Küsse, Killer, Könige

Wer meine Facebook-Aktivitäten mehr oder weniger aufmerksam oder leidend verfolgt, wird festgestellt haben, dass ich nicht nur Freund (des Anblicks) schöner Autos (zu mehr als dem Anblick hat’s halt bisher nicht gereicht) bin, sondern auch Fan der BBC-Serie »Top Gear«.

Die Kombination aus Präsentationen und Tests vor allem sehenswerter und teurer Autos – wobei auch andere Autos nicht wirklich zu kurz kommen –, gepaart mit britischem Humor und der Darstellung des »ewigen Kindes im Manne« bei den vier Machern – Jeremy Clarkson, Richard Hammond, James May und The STIG – ist immerhin so sehenswert, dass meine holde Gattin, die mit Autos an sich nichts so richtig am Hut hat, regelmäßig mitschaut. (Immerhin hat sie irgendwann die Gelegenheit genutzt, einen Supersportwagen aus Schweden, den Koenigsegg, zu ihrem Lieblingsauto zu küren; an der Finanzierung arbeitet sie wohl noch.)
Neben den im deutschen Sky-Paket auf motorvision.tv laufenden Serienfolgen – deren Reihenfolge dank der überbordenden Nichtinformationspolitik dieses Motorsportsenders völlig undurchsichtig ist; klar ist nur, dass die Folgen, die man dort zu sehen bekommt, älter als 5–6 Jahre sind – gibt es auch Filme auf DVD, sogenannte »Specials« (die meiner Vermutung nach auch ganz normal auf BBC als Special gelaufen sind). Die konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, und nachdem wir, meine Holde und ich, nach einer angemessenen Wartezeit nicht dazu gekommen sind, sie uns zwischendurch anzuschauen, habe ich es allein getan:

  • Top Gear – Das Bolivien Adventure: Die Aufgabe war, aus dem bolivianischen Amazonasdschungel durch Bolivien, die Anden, Chile und die Atakama-Wüste bis zur Pazifikküste zu fahren – mit drei blind gekauften, gebrauchten Geländewagen. Es gab natürlich – das geschah schon mehrfach bei solchen »Projekten« der Top-Gear-Crew – ein Preislimit, und am Ende standen da ein Range Rover, ein Suzuki SJ 40 und ein Toyota Land Cruiser. Mit hochinteressanten Hilfsmitteln – u. a. Tampax Tampons :) – und amüsanten Ideen waren die drei – ohne The STIG – auf ihrem Weg. Dabei ging es u. a. über die Yungas Road, auch bekannt als Death Road, diese eigentlich nicht wirklich reale Straße – ich glaube erst, dass es sie gibt, wenn ich sie selbst gefahren bin –, die einem schon auf Fotos und in diesem Film den Schweiß auf die Stirn und alle anderen zum Schwitzen geeigneten Körperstellen treibt, über den Altiplano bis in Höhen, in denen die Motoren aufgrund von Luftmangel Probleme bekamen, und gegen Ende zu über ein gigantisches Sand- und Geröllgefälle dem Pazifik entgegen. – Abgesehen von dem höchst amüsanten Tun der Männer, ihrem britisch-höflich-lästerlichen Umgang miteinander, hat mich der Film durch schöne Landschaftsaufnahmen Boliviens begeistert, die nicht so gestellt wirkten, wie das bei Naturfilmern manchmal der Fall ist, sondern einfach so »nebenbei« mit im Packerl waren. Eineinviertel Stunden beste Unterhaltung. (Ich habe, wie auch in den drei folgenden Fällen, die rein englische Version angeschaut. Es gibt auch eine deutsche »Spur«, aber da wird über den Originalton drüber gesprochen – leider, wie so oft im deutschen Fernsehen, eher dilettantisch. Und auch, wenn mein Englisch bei Weitem noch nicht reicht, den Humor der drei Jungs ganz ohne Untertitel zu goutieren, war es dennoch ein Erlebnis.)
  • Top Gear – Das Botswana Adventure: Auch hier gab es eine Aufgabe: 1500 Pfund hatte jeder, um sich ein Auto zu besorgen, das diesmal ausdrücklich kein Geländewagen sein durfte, keinen Vierradantrieb haben durfte, und wiederum ein Gebrauchtwagen zu sein hatte. Am Ende gab es eine Lancia Beta Coupe, einen Mercedes-Benz 230 E und einen 1963er Opel Kadett (ich glaube, das war der sogenannte B-Kadett). Mit diesen Wagen ging es rund 1600 km von der Grenze zwischen Botswana und Zimbabwe zur Grenze zwischen Botswana und Namibia. Die besondere Herausforderung: Wer seines Wagens verlustig ging, musste die Tour in einem VW Käfer beenden. – Sensationell in diesem Special war die Tour durch die Makgadikgadi Pan genannte Salzwüste – die nicht so flach und gut befahrbar ist, wie man sich das vielleicht vorstellt –, bei der nur der Kadett nicht zahlreicher Autoteile verlustig ging, weil er selbst dann noch leichter war, als man dem Mercedes und dem Lancia alles Verzichtbare abgenommen hatte: Haufen, Türen, Dachteile usw. usf., eben alles, was verzichtbar war. Später dann, im Okavango Delta, wurde wieder aufgerüstet, um sich vor dem Zugriff wilder Tiere zu schützen. – Wie auch im Bolivien-Special konnte mich an einer amüsanten und durchaus spannenden Geschichte ergötzen, die von tollen Landschafts- und Tieraufnahmen begleitet wurde.
  • Top Gear – Das Polar Adventure: Hier war die Aufgabe einfach. Es galt, ein Rennen zu gewinnen – ein Rennen zwischen einem Hundeschlitten und einem Toyota-Hilux-Geländewagen. Richard Hammond, der »Kleine«, war mit dem Hundeschlitten – natürlich in fachkundiger Begleitung – unterwegs, während Clarkson und May in dem durchaus beeindruckenden Toyota versuchten, den magnetischen Nordpol – angeblich als erstes Auto (ich habe das nicht nachgeprüft, ist auch wurscht <g>) – zu erreichen. Der Toyota hat gewonnen, aber ganz so einfach war auch das nicht. – Von den drei auf DVD zu bekommenden Specials wohl das schwächste für meinen Geschmack, aber immer noch beeindruckend und sehr amüsant.

Es lohnt sich, auf die unter den Titeln der Adventures hinterlegten Links gen englischer Wikipedia zu klicken, wo sich ausführliche Informationen zu den Specials wiederfinden. Selbst wenn man keinen wirklichen Draht zu Autos und zum Autofahren hat, die drei Streifen lohnen sich, weil sie vor allem eines sind: höchst amüsant.

Und nach wie vor schaue ich natürlich auch andere Filme; gute Angewohnheiten soll man nicht fahren lassen:

  • Kiss & Kill: Ashton Kutcher und Katherine Heigl spielen zwei Agenten, die sich verliebten und heirateten. Jahre sind vergangen, da verändert sich ihr Leben schlagartig, als sie feststellen, dass er ein Ziel ist. Und alle Welt ist hinter ihm her – und hinter seiner Frau natürlich auch. – Actionreich, auf den ersten Blick hat er ein wenig Ähnlichkeiten mit »Mr. & Mrs. Smith« – aber wirklich nur wenig –, und ansonsten ist er höchst amüsant. Tom Selleck als Vater von Heigls Figur hat mir bestens gefallen; das sind so Rollen – neben den Jesse-Stone-Geschichten –, die ihm meines Erachtens gut stehen.
  • The King of Fighters: Eine multinationale Produktion mit weitgehend unbekannten Namen, mit weitgehend unspektakulärer Martial-Arts-Präsentation, actionreich, aber mit flacher Handlung. Ich stehe eh nicht sonderlich auf solche »Asia Snacks«; einmal anschauen hat mir jedenfalls gereicht. Für Zuschauer, die auf »Martial Arts« stehen, könnte das lohnenswert(er) sein.