Über die Wirkung von Zahlen und Smileys

Nun hat Westried also endlich seine Geschwindigkeitsanzeigen, ein neues und ein – vermutlich – altes Modell. Nun gut. Die Positionen, an denen sie aufgestellt wurden, sind nicht schlecht gewählt; insbesondere die Anzeige in Richtung Bad Kohlgrub steht meines Erachtens sehr gut (wenn auch die Einstellung auf ein Tempolimit von 80 km/h – wie schon erwähnt – eher ungeschickt gewählt sein dürfte).
Die Frage ist nun, wie sich die Anzeigen auswirken.

Als Hundebesitzer hat man in diesen Tagen einen Vorteil. Man muss in der brüllenden Hitze nicht Gassi gehen, man kann sich genau so gut mit den Hunden vors Haus in den Schatten stellen und beobachten, wie die verschiedenen Autofahrer auf die neuen Anzeigen reagieren. Nach nur einem Tag lässt sich dazu noch nichts Repräsentatives sagen; es gibt allenfalls einen ersten Eindruck. Und der ist gut durchmischt.

Aus Richtung Bad Kohlgrub nach Murnau – dort steht die Anlage mit dem blinkenden Smiley – scheint die Wirkung nicht so groß zu sein. Das liegt vermutlich an der chronischen Vergesslichkeit von Autofahrern – und der mangelnden Fähigkeit, Ziffern lesen und richtig interpretieren zu können. Während ich gestern Morgen die ersten Fotos machte, fuhren mehrere Autofahrer mit etwas mehr als 60 km/h noch an der Anlage vorbei – obwohl sie sich längst in der 60er Zone befanden. Und spätestens beim nächsten 60er Schild hatten sie die Anlage längst vergessen – und die komischen Ziffern sagten ihnen sowieso nichts.
Das war heute Mittag nicht anders. Am ehesten waren es noch Garmischer (Kennzeichen GAP), die auf die Anzeige zu reagieren schienen und noch vor dem Gebäude, in dem ich wohnte und vor dem ich auf der Wiese saß, nicht deutlich schneller waren.

Aus Richtung Murnau nach Bad Kohlgrub waren die Unterschiede deutlicher erkennbar, vermutlich auch, weil die Anlage näher an unserer Wiese steht.
Garmischer (GAP), Weilheimer (WM, SOG) sowie (offensichtliche) Touristen schienen am ehesten zu reagieren (auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel – Motorräder haben möglicherweise keine Bremsen, oder die Fahrer denken, dass man 60 km/h nicht durch 2 [Räder] teilen kann).
Münchner (M) fahren überall wie die Schweine – außer in München. Da müssen sie auf dem Mittleren Ring deine Handynummer ausfindig machen, um dann telefonisch zu fragen, wieso man 65 km/h fährt und es auch noch wagt, die Spur zu wechseln, wenn man abbiegen will. (Kein Scheiß, alles selbst erlebt.)
Fahrer aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen (TÖL, WOR) fahren ebenfalls überall wie die Schweine, auch in ihren Heimatorten. Und Starnberger (STA) sind ja alle sooo reich, dass sie sich nicht nur jedes Ticket, sondern auch einen neuen Führerschein in Tschechien leisten können.

Was die Anlagen wirklich bringen, wird sich ab Montag zeigen müssen – im Berufsverkehr, wenn auch LKWs und Busse unterwegs sind.
Ich überlege schon, Webcams zu installieren, um die Bilder der Anzeigen ins Internet zu übertragen. Immerhin kann man nun die Raserei mancher Konsorten zwar nicht schwarz auf weiß, aber immerhin doch gelb auf schwarz selbst in Augenschein nehmen.
Da werde ich morgen wohl mal eine technische Recherche machen …