Fahrradhelmophobiker, Karlsruhe, 17.06.

Heute hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass ein Radfahrer auch dann auf vollen Schadenersatz Anspruch hat, wenn er bei einem unverschuldeten Unfall keinen Helm trug. Fein. Juristisch ist das okay. Es gibt keine Helmpflicht in Deutschland.
Nicht okay ist die Klägerin, die nach dem Urteil – und nach ihrer Unfallkrankengeschichte – den Ort der Entscheidung auf dem Rad verließ. Ohne Helm.
Nicht okay ist der Kommentar der ADFC-Vertreterin, die die Entscheidungsfreiheit einer der größten Verblödetengruppen in der deutschen Bevölkerung pries, der Radfahrer eben. Wäre ich ADFC-Mitglied, wäre ich inzwischen ausgetreten. Ich erwarte von so einem Verein, dass er meine Interessen als Fahrradfahrer – der ich zugegebenermaßen nicht bin (und ich glaube inzwischen zu wissen, warum das so ist – ich bin nicht blöde genug dafür) – vertritt, und nicht irgendwelche selbst gestrickten Dummheiten.
Und absolut nicht okay ist die Art und Weise, wie die Journaille das Thema vermarktet. Alles, was ich heute gehört habe, jede Berichterstattung (auf NDR-Info, N-Joy, im Fernsehen in DAS! und später im Schleswig-Holstein-Magazin, und ganz am Ende noch in der Tagesschau), wirklich jede verschissene einzelne Drecksmeldung lief darauf hinaus, den Radfahrern deutschlandweit zu sagen: »Juppi, wir müssen keinen Helm tragen! Am Ende sind die Autofahrer schuld und müssen zahlen, und scheiß drauf, wenn ich tot bin, Hauptsache, ich bin frei und glücklich gestorben!«

Dieses Land.
Ist.
An Dummheit.
Ums Verrecken.
Nicht.
Zu.
Überbieten.