Letzte Wege am Strand, Sankt Peter-Ording, 18.06.

Das Wetter hatte sich verschlechtert – mit Ansage meteorologischer Dienstleister. Bedeckt, windig, kühler.
Sankt Peter-Ording stand noch einmal auf dem Plan. Mittwochs war Markttag. Und mir fiel auf, dass ich die Kirchen im Ort noch nicht fotografiert hatte.

Laut Dumonts Kunst-Reisführer »Schleswig-Holstein« (der schon erwähnt wurde) gibt es zwei Kirchen in Sankt Peter-Ording: Sankt Petri und Sankt Nikolai. Tatsächlich gibt es drei Kirchen: Sankt Peter, die wohl mit Dumonts »Sankt Petri« identisch ist, Sankt Ulrich, eine neue, moderne katholische Kirche – mit allerdings recht hübschen, auffälligen Fenstern – und schließlich die Nachfolgekirche von Sankt Nikolai, die aber in dieser Form gar nicht mehr Sankt Nikolai heißt, wenn ich die Formulierung auf der angebrachten Tafel richtig interpretiere. Sankt Peter ist eher eine Standardkirche, verglichen mit anderen Kirchen der Gegend; soll heißen: Sie ist anderen Kirchen, die wir gesehen haben, extrem ähnlich. Sankt Ulrich, wie gesagt, ist neu, modern, aber nicht hässlich, eher ein wenig nicht ungelegen kommende Abwechslung. Immer die gleiche Art Kirche wird auch langweilig. Und Sankt Nikolai – ich nenne sie doch mal so, weil »Evangelische Kirche Ording« doch kein Name für eine Kirche ist – ist klein, knuffig, alles ein bis zwei Nummern kleiner als bei den großen Brüdern, ausgefallen.


Sankt Peter

Der Markt war gut gemischt: Lebensmittel – Käse, Wurst, Fisch -, Textilien, Haushaltsbedarf, Tinnef und Kram. Von allem ein bisschen. Es war richtig voll, und das war an einigen Stellen ein wenig unpraktisch, weil sich Leute, die sich in einer Gruppe unterhalten wollen, wozu auch immer, in Deutschland nicht an die Seite oder den Rand stellen können oder sonst irgendwie einfach verschwinden, nein, sie müssen mitten im Weg stehen, möglichst viel Platz zwischen sich – man könnte sich ja zu nah kommen, mein Gott! – und pfropfen damit den schmalen Weg zu. Mit zwei Hunden ist das bisweilen ein wenig anstrengend.


Sankt Ulrich

Die Suche nach einem VR-Bank-Geldautomaten blieb erfolglos. Nach dem Besuch von Sankt Ulrich begaben wir uns in den Ortsteil Dorf zurück und gönnten uns ein Mittagsmahl, diesmal im Restaurant »täglich« (Slogan: »… aber nicht alltäglich«).
Interessant war die Speisekarte. Es gab Fleisch zur Auswahl quasi im Multiple-Choice-Verfahren: verschiedene Beilagen und Würzrepertoires konnten mit Schwein, Kalb, Huhn kombiniert oder vegetarisch aufgerüstet werden. Und bestimmte Varianten – die mit dem J – gab es auch als Kinderteller. Dann gab es diverse Currywurst-Varianten, ebenso diverse Burger-Varianten. Und es gab Kartoffelpuffergerichte bis hin zum Kartoffelpufferburger – ja, richtig: Kartoffelpuffer mit Rindfleisch à la Hamburger.
Ich könnte mir was Schweres: neben zwei dunklen Weißbieren von Erdinger gab es einen »XXL Country Giant Burger« mit 338 g Rindfleisch. Lecker war er.

Nach dem Essen drehten wir eine Runde durch den Ort, um eine VR-Bank zu finden – und fanden auch eine, am anderen Ende des Ortes. Dann ging es wieder zurück ans andere Ende – also ein ewiges Hin und Her -, um einen Blick auf den Westküstenpark – mit Robbarium – zu werfen. Seehunde, Wild- und Haustiere sollte es geben. Der Eintritt war nicht zu hoch, Hunde wären auch erlaubt gewesen, aber das ganze Angebot machte ein wenig den Eindruck, auf Kinder zugeschnitten zu sein, sodass wir uns anders entschieden.
Es ging wieder zurück nach Ording, dort zu Sankt Nikolai – siehe oben – und dann runter zum Strand. Dort liefen wir einfach rum, ließen auch die Hunde laufen – obwohl natürlich nicht erlaubt, aber es war nichts los, bei dem Wetter, und andere Hundebesitzer ließen ihre Hunde auch frei laufen, ohne dass der Strand im Chaos oder in Hundescheiße versank.

Am Ende waren wir ausgiebig herumgelaufen – und mein Rücken war auch dort: am Ende. Immerhin traf ich eine Entscheidung für meine Hitliste.