Über allen Dächern, Bergenhusen, 16.06.

Bergenhusen heißt Bergenhusen, weil es tatsächlich auf einer Anhöhe liegt. So richtig mit Steigung. Igitt. Und Bergenhusen ist ein Storchenzentrum in Schleswig-Holstein. Über den Ort verteilt finden sich siebzehn Storchennester, nicht nur auf Hausdächern, sondern auch auf offensichtlich eigens aufgestellten Pfählen. Ich habe nicht alle Nester fotografiert, zumal auch nicht alle Nester besetzt waren. Aber wenn sie dann alle besetzt wären, wären das immerhin vierunddreißig Störche – plus die Jungen.

In Bergenhusen gibt es ein Storchenmuseum, unterhalten von dem zum NABU gehörenden Michael-Otto-Institut. In der ansprechend und sehr informativ gemachten Ausstellung geht es nicht nur um Störche, sondern auch um die schleswig-holsteinischen Landschaften, um Moore, Feuchtwiesen und vieles mehr. Tiermodelle sind ausgestellt, und Informationen zu anderen Tieren – als Störchen – finden sich auch. Ich habe jedenfalls einiges gelernt. So wusste ich nicht, dass der Marabu auch ein Storch ist; ich habe Marabus immer für Geier mit übergroßem Schnabel gehalten. Und ich wusste auch nicht, dass nicht alle Mäuse wirklich »echte« Mäuse sind, sondern manchmal nur so genannt werden (und damit sind nicht unsere beiden Schnuffelmäuse Kim und Naomi gemeint <g>).

Bergenhusen besitzt auch eine kleine, evangelisch-lutherische Kirche mit einem interessanten, vielfältigen Interieur. Manche der Bildwerke – an der Rückseite einer Bank zum Beispiel – waren so unpraktisch angebracht, dass man sie gar nicht vollständig einsehen konnte, weil irgendwelche Gegenstände – Regale, ein Pult – davor standen.

Einmal mehr ist mir aufgefallen, dass insbesondere evangelisch-lutherische Kirchen oftmals keinen Namen haben, das heißt, dass sie keinem Heiligen gewidmet sind. So auch diese Kirche in Bergenhusen.