Rettung auf dem anderen Weg

Fuji Fotobuch

Gestern, am Sonntag, habe ich dann einen weiteren Anlauf unternommen, das gewünschte FUJIFILM Fotobuch zu bestellen.

An der Arbeit mit dem Assistenten hat sich wenig geändert. Das hakelige Verhalten war ebenso unverändert wie die Problemstellungen mit der Auswahl der Bilder; gerade aufgrund letzteren Problems ist es unbedingt sinnvoll – auch unter Berücksichtigung noch folgender Aussagen –, eine Vorauswahl auf dem eigenen Rechner mit geeigneteren Programmen zu treffen und die Bilder, die man verarbeiten möchte, in einem eigenen Verzeichnis zurechtzulegen.
Hat man die Fotos alle beieinander und »zur Verfügung gestellt«, wählt man eine Seitengestaltung aus. Es gibt, wie schon erwähnt, viele Varianten, auch solche, die von vornherein Textfelder berücksichtigen. Der Assistent zeigt keine realistische Vorschau, d. h., man kann nicht blättern, wie die Fotos, die man auswählte, möglicherweise aussähen. Auch der Fotobuchtitel, der hier nur auf dem Rücken eingebunden werden kann, kann an dieser Stelle nicht bearbeitet werden.
Die zur Verfügung stehenden Hintergründe sind sicherlich Geschmackssache. Im Assistenten kann man keine eigenen Motive einfügen. Das Foto, welches man für das Cover wählen möchte, lässt sich im Assistenten nicht von den Inhaltsseiten ausblenden, d. h., es taucht auf jeden Fall auch noch mal auf den Innenseiten auf.
Hat man nach der Covergestaltung alle Vorgaben erledigt, dann bekommt man auch endlich den Hinweis, dass man nachfolgend jede Seite individuell bearbeiten kann und dass man auch Hinweise auf mangelnde Bildqualität bekommt. Na, toll!
Da quält man sich also stundenlang – bei mir waren es summasummarum leicht 2 ½ Stunden – mit einem Assistenten herum, der letztlich nur als »ärgerlich« korrekt umschrieben werden kann, um dann am Ende endlich zu erfahren, dass alles doch noch gut wird.

Mein dringender Tipp: Finger weg von dem Assistenten! Denn es zeigt sich tatsächlich, dass die FUJIFILM-Software an sich gar nicht so schlecht ist; es ist in der Tat vor allem und nahezu ausschließlich der Assistent, bei dem man sich im Nachhinein wünscht, Namen und Anschrift des Verursachers zu erfahren, damit man ihm an besonders empfindlichen Stellen Schmerzen zufügen kann.

Nach dem Verlassen des Assistenten zeigt die FUJIFILM Software endlich einen bildschirmfüllenden Dialog. Der enthält tatsächlich alle Bearbeitungsfunktionen auf einen Blick – und in Untermenüs, an die man auch über Kontextmenüs herankommt, weitergehende Funktionen.
Die Handhabung der Software ist immer noch ein wenig hakelig, insgesamt aber deutlich besser. Nachteilig ist hier besonders, dass man eventuelle Fehlbedienungen nicht abbrechen kann; versehentliches Einfügen aller Fotos auf eine Seite des Fotobuches zum Beispiel läuft gnadenlos bis zum Ende durch. Und da die Fotos ja wie schon erwähnt nicht gerade klein sein sollten, dauert das einige Minuten.
Die Einstellung Smart pages ordnet Bilder zufällig, aber ausgesprochen dumm an: Bei einem Fotobuch, wie ich es wählte, nämlich DIN A4-querformatig, ordnet das Programm querformatige Bilder zu zweit auf einer Seite an, hochformatige Bilder jedoch allein. Selbst jemand, der seinen Hauptlebensinhalt in der Sparsamkeit sieht, wird die umgekehrte Anordnung jedenfalls angenehmer empfinden.
In der Tat kann man hier jedoch nacharbeiten, bis der Arzt kommt. Drag & Drop funktioniert weitgehend einwandfrei, sieht man davon ab, dass das Verschieben von Bildern in der am oberen Bildschirmrand befindlichen Montageseitenübersicht dazu führt, dass alle Fotos auf der linken Seite der Doppelseite landen. Aber das kann man leicht verknusen, denn diese kleinen Thumbnails da oben lassen sich zwar nicht vergrößern, haben aber einen entscheidenden Vorteil: Man greift sich von links die angezeigten Bilder – hier auch endlich mit Dateinamen! – und schmeißt sie per Drag & Drop erstmal auf die verfügbaren Doppelseiten. Dann hat man einen Überblick, ob man alle Fotos unterbringt, ob noch Platz ist oder ob man was weglassen muss – und dann nimmt man sich Doppelseite für Doppelseite vor und positioniert die Bilder, wie es einem am besten gefällt.
Neben Foto-, Hintergrund- und Layoutauswahl finden sich im Programm auch Effekte, die im Assistenten nicht zur Verfügung stehen; ob sie einem gefallen, ist eine andere Frage. In der Präsentation der Bilder zur Fotoauswahl findet man jetzt auch Dateinamen, wie schon erwähnt.
Hier sind dann auch Textformatierungen möglich. Der aus dem Assistenten stammende Rückenschriftzug ist jedenfalls zu groß und muss verkleinert werden. Es lassen sich zusätzliche Textfelder anlegen, füllen und formatieren. Schriften stehen allerdings scheinbar nur aus dem Softwarepaket zur Verfügung; ich fand jedenfalls die allermeisten meiner zahlreichen Schriften in meinem Vista eben nicht vor.
Es gibt auch Fotobearbeitungsmöglichkeiten, die recht vielfältig sind, aber natürlich mit einer ordentlichen Bildbearbeitung wie Photoshop und Paint Shop Pro überhaupt nicht mithalten können. Manche Funktionen, z. B. der Zuschnitt eines Bildes, sind auch einfach unhandlich oder funktionieren überhaupt nicht, jedenfalls nicht wie erwartet.

Ansonsten bietet die FUJIFILM Software nahezu alles, was der Assistent vermissen lässt: Fensterelemente (z. B. Explorer, Fotovorschauen etc.) sind größenvariabel. Die Arbeit lässt sich abwickeln, wie man das erwartet, Drag & Drop ist größtenteils möglich, die Arbeitsweise eines Publishers oder selbst einer einfachen Textverarbeitung ist gegeben. Die Geschwindigkeit könnte deutlich besser sein, aber ansonsten entschädigt die Erkenntnis, dass es doch geht, für das Ärgernis des in meinen Augen vollständig überflüssigen Assistenten.
Geboten werden auch Zugriffe auf alle Fuji-Angebote, nicht nur die FUJIFILM Fotobücher. Dazu gibt es Servicemenüs wie eine Preisliste, den Warenkorb, Einstellungen (da kann man den Fotobuch-Assistenten abschalten!) und Updates (Preise und Produkte). Zusätzlich findet sich eine Hilfe (!).

Der Bestellvorgang verzweigt ohne Umweg in den Warenkorb. Dort wird man dann auch über Portokosten und eine Bearbeitungsgebühr (!) informiert. Die Portokosten sind mit EUR 2,99 okay; ich gehe davon aus, dass die Sendung als Büchersendung kommt, möglicherweise auch als Warensendung; der preisbewusste Deutsche denkt ja gemeinhin, dass Verpackung für lau vom Himmel fällt, wenn man sie braucht, ich habe jedoch selbst mal die Erfahrung machen dürfen, dass man für so überflüssige Dinge wie diese durchaus auch Geld abzudrücken hat. Wofür die Bearbeitungsgebühr gut sein soll, entzieht sich meiner Einschätzung. In meinem Falle waren es EUR 1,99 – Ei drüber.
Dass für den weiteren Verlauf eine Registrierung nötig, ist im ersten Augenblick ärgerlich. Ich dachte mir, dass man das ja auch beim Softwaredownload hätte regeln können. Die Registrierung geht aber sehr schnell. Nachteil: Es findet kein Double-Opt-in statt, das ist eindeutig nicht mehr zeitgemäß.
Man kann in diesem Bestellvorgang auch keine Versandadresse eingeben, d. h., möchte man, dass jemand anderes das Buch direkt zugeschickt bekommt – warum auch immer –, geht man das Risiko ein, dass dieser Empfänger auch Unterlagen erhält, aus denen man den Preis erkennen könnte. Auch wenn die im Internet leicht nachvollziehbar sind, ist das für ein Geschenk … naja, »unhübsch«.
Der abschließende Uploadvorgang wirkt ungleichmäßig schnell, insgesamt ist die Geschwindigkeit angemessen. Während des Uploadvorgangs werden manche Bilder irritierenderweise mehrmals angezeigt, auch die Zahl der hochgeladenen Bilder war bei mir falsch angegeben (30 Bilder hatte ich eingebunden, 33 hochgeladene Bilder zeigte das Programm an).
Zum Abschluss bekommt man von dann rechte zwei Emails von fujidirekt.de – eine Eingangsbestätigung und eine Auftragsbestätigung. Eine Lieferzeit erfährt man nicht – diese soll bei maximal 7 Tagen liegen –, es wird jedoch eine Email angekündigt, wenn das Fotobuch fertiggestellt ist.

Noch ein Hinweis: Die Uploadroutine erzeugt ein Unterverzeichnis mit den Fotos in voller Originalauflösung, jedoch anderen Dateinamen – deren Nummerierung nicht mit der Reihenfolge im Buch übereinstimmt. Dazu findet man eine CoverPreview.jpg mit 96 dpi und geringem Gesamtformat, jedenfalls in einer Auflösung, die hoffentlich im späteren Produkt besser ausfällt.

Fazit: Auf den Assistenten sollte man unbedingt verzichten, das ist nur ärgerlich und Zeitverschwendung. Fujifilm sollte hier unbedingt nachbessern. Meines Erachtens sollte man den Assistenten komplett abschalten – oder so anbieten, dass er wirklich nur aufgerufen wird, wenn man dies wünscht. Der Assistent macht in seinem ganzen Ablauf einen zu großen Eindruck der Endgültigkeit; in Wirklichkeit hat man nach Abschluss des Assistenten nicht nur alle Freiheiten in der weiteren Bearbeitung des Fotobuches, sondern da auch erst die eigentlichen Werkzeuge und Möglichkeiten, die man sich wünscht.
Wer auch auf die Software – Download, Installation – verzichten will: die gleichen Funktionen gibt es auch im Internet. Diese Möglichkeit habe ich allerdings nicht getestet.

[Hinweis: Dies ist ein Produkttest als Onlinebotschafter – www.onlinebotschafter.com]