Halteverbot für die Nervtöterbahn

Nicht wesentlich intelligenter als die Panzersperre in Westried – siehe vorherigen Post – ist das Halteverbot für die Bahnlinie.

Nun gut, das Halteverbot bezieht sich nicht auf die hier fahrende Bahn, die zwischen Oberammergau und Murnau weniger Passagiere befördert, als sie mit ihren neurotischen und nicht selten wohl eher paranoiden Fanfarensignalen die Menschen, alle Tiere, Pflanzen, Felsen, das Moos, die Berge, die Welt und das Universum – incl. der 42 – terrorisiert. Muss auch nicht sein – ein Durchfahrtverbot wäre viel hilfreicher.

Nein, das Halteverbot dient dem Grünstreifen der Moosrainer Straße in Murnau-Westried. Dem Grünstreifen, der auf der Seite der Bahnlinie liegt. Auf der anderen Seite liegen in der Regel Grundstücke, Häuser. Auf der Seite zur Bahnlinie liegen in der Regel Gräben, Löcher, etwa 50 bis 80 cm hohe Böschungen. Und nur auf vielleicht 15, allenfalls 20 Meter Länge ist der Grünstreifen geeignet dazu, Autos abzustellen. Autos von Bewohnern und Besuchern der Häuser auf der anderen Seite zum Beispiel. Den dortigen Bewohnern hat man auf den Grundstücken soviel Parkraum spendiert, dass der heute nicht unübliche Zweitwagen Platz allenfalls als Ersatzgitter gegen Marder unter dem größeren Wagen des Haushaltsvorstandes findet. (Warum man in Murnau-Westried einen Zweitwagen braucht, ist eine andere Geschichte.) Und Besucher sind in Murnau-Westried sowieso unerwünscht.
Und wahrlich, die Moosrainer Straße ist nicht nur leicht breit genug, um zwei einander begegnende Fahrzeuge leicht aneinander vorbei zu lassen, nein, die 30er Zone, die sich hier befindet, wird von allen Autofahrern, die die Straße nutzen, ähnlich penibel beachtet, wie in der benachbarten 60er Zone auf der Staatsstraße. Es ist also völlig gefahrlos, sein Auto ganz normal auf der Straße zu parken. Es kann rein gar nichts geschehen.

Freilich wird mir das Landratsamt vorwerfen – oder ist hier doch schon die Gemeinde Murnau zuständig? Das ist eigentlich unerheblich; ein Geier kackt dem anderen nicht ins Nest –, ich hätte hier eine tendenziöse Fotografie abgeliefert. Und ja, das ist richtig, denn ich habe nicht ganz ohne Absicht nur eines der zahlreichen Halteverbotsschilder an der Moosrainer Straße fotografiert, die sich vom – inzwischen bekanntermaßen nur noch für die LKWs der Spedition Wixxwer, Rinderherden, Panzerbrigaden und tieffliegende Rettungshubschrauber auf dem Weg zum UKM zugänglichen – Bahnübergängchen bis hinunter zur Abzweigung der Graf-Alban-Straße ziehen. Ich war irrigerweise davon ausgegangen, dass Halteverbote gelten, bis sie durch andere Schilder aufgehoben werden, aber möglicherweise gab es im Bauhof der Gemeinde Murnau einen Halteverbotsschilderüberschuss, weil irgendjemand in der benachbarten Gemeinde Seehausen, deutschlandweit bekannt als das Verbotsschildertesteldorado, der Meinung war, es sei kein Platz für weitere Halteverbotsschilder in Seehausen vorhanden.