At Lower Bavaria (Bad Füssing III)

Tag 2

Das Wetter war angekündigt. Es gab also Grund, aber keine Handhabe, zu meckern. Aber Alternativen. Spät aufstehen. Faul sein. Tee trinken. Frühstücken. Lesen. (»Schaumschwester«, hab ich schon rezensiert.) Irgendwann wurde dann der Bewegungsdrang übermächtig. Ich bekam die Empfehlung, nicht die Turnschuhe zu nehmen – nicht bei dem Regen. Blöde Idee, wie sich zeigte. Die dicken, fetten Wintertreter – Größe 49, Mittelschwergewicht – bescherten mir eine Blase an der rechten Ferse. Mitstück, verf***tes. Wir cruisten durch Bad Füssing bzw. seine Außenbezirke und wollten uns Thermen anschauen. Die erste war nicht besichtigungsfähig; das Infocenter lag im zehnten Stock, vor dem Aufzug standen Trauben von … Patienten. Die zweite hatte immerhin von außen eine ordentliche Beschriftung und Beschilderung, mit Karte und Luftbild. Fein. Nichts wirklich Vernünftiges zu schwimmen – aber es fehlte eh Schwimmzeug. Und die dritte … sie war recht unpersönlich. Und voll.
Wenn Bad Füssing an so einem Wochenende in seinen Thermen so voll war, wollte ich nicht wissen, was hier im Sommer los sein würde. In den Thermen selbst gab es immer Behandlungszentren, Kliniken – in der Nummer eins – und solche Sachen. Bad Füssing ist ein Bad, ein richtiges, mit allem Drumherum. Der ganze Ort ist auf den Bäderbetrieb eingerichtet – inklusive der örtlichen Eigenheiten – es gibt kein Ortszentrum – und der Architektur. Wenn man so was kennt, erkennt man Bad Füssing auch als Bad, ohne dass es auf dem Ortsschild steht.
Das Wetter war ein Dreck. Regnerisch – aber nicht dauernd, sondern mal so, mal so, »och, ich hab jetzt grad ein bißchen Lust, zu schiffen«, widerwärtig. Dazu Wind. Und Kälte. Ekelhaft.

Was mache ich mit meinem Auto in Bad Füssing?

Daheim war klar, dass das nächste Abendessen nur per Auto angefahren werden konnte.
Es war das »Gran Sasso« in Bad Füssing, eine Pizzeria, gleichzeitig Empfehlung der Freundin. Und es zeigte sich, dass ich mich ein weiteres Mal auf ihre Empfehlungen verlassen konnte: Knallevoll, der Laden, alles reserviert, aber kein Problem. Erst ab 20 Uhr, 20.15 und so weiter. Wir bekamen unser Plätzchen, wir bekamen nette Gesellschaft eines älteren Paares aus Österreich (also von gleich ums Eck), ich bekam ein leckeres Weißbier – Hacklberger, Passau – und die Pizza war … moooah! Die Referenz ist das »Al Castagno« in Murnau, vielfach quergetestet, vielfach als Referenz bestätigt; das »Gran Sasso« kann nur deshalb nicht neue Referenz werden, weil die Entfernung von hier aus einfach zu weit ist, aber sonst … moooah! :)

Veste Niederhaus (vorne), Veste Oberhaus (hinten), vom Dreiflüsseeck aus fotografiert.

[to be continued tomorrow]