Kindgerechter Ausgleich

Theresa Berg
MIRO DER DRACHE
mit Illustrationen von Svenja Gosen
Selbstverlag (via Amazon CreateSpace), 2012, Taschenbuch, 84 Seiten, ISBN 978 1 4701 8589 3

VORBEMERKUNG
An Theresa Berg geriet ich durch das Deutsche Schriftsteller-Forum (DSFO). Dort hatte ich ein Buch meines Verlages als Präsent angeboten, einfach so (steht hier eh nur rum, wenn es keiner kauft). Als Ausgleich bekam ich Theresas »Miro der Drache«.

WORUM GEHT ES?
Es ist ein Kinderbuch. Eindeutig. In vier kleinen Geschichten erlebt Miro, der wirklich kleine Drache – nicht nur im Vergleich mit einigen seiner Artgenossen –, Geschichten, in denen er ein Drache wird. Er gewinnt Selbstvertrauen (»Miros große Stunde«), er lernt, Aufgaben zu erfüllen (und zu erkennen, dass auch das Erreichen eines kleinen Zieles das Erreichen eines Zieles ist; »Miros erste Jagd«), er lernt Neues kennen (»Miro im Schnee«) und mutig zu sein (»Miro lernt schwimmen«).

WIE IST DER STIL?
Kindgerecht. Ich erinnere mich nicht, ob Theresa mir die Zielgruppe nannte, aber ich halte Kinder zwischen 6 und durchaus noch 10 Jahren für geeignet, dieses Buch zu lesen oder vorgelesen zu bekommen. (Für die Jüngeren sind die Geschichten von der Länge her ganz wundervolle Gutenachtgeschichten. Nunja, für die Älteren vielleicht auch …)
Und für einen alten Sa… ähm, Erwachsenen wie mich lesen sich die Geschichten knuffig, niedlich, hübsch, zwischendurch entspannend, womit gemeint ist: Kein Erwachsener, der in die »Gefahr« gerät, den Miro einem Kind vorlesen zu müssen, muss sich vor körperlichen Schäden fürchten. (Und, hey, im Vertrauen … »Die Buddenbrooks« sind sackenlangweilig!)

WAS GEFIEL NICHT?
Die Optik des Buches. Die hat Theresa allerdings wohl selbst gemacht und Autoren sind in der Regel keine Layoutprofis.
Die Schrift, eine Art Handschriftenfont, ist gerade für jüngere Kinder vielleicht einen Tick zu schwer leserlich. Der Zeilenabstand ist grundsätzlich okay, hätte aber zugunsten einer größeren – und damit lesbareren? – Schrift verkleinert werden können.
Und die Bilder … Farbig hätten sie mir besser gefallen, und größer hätten sie auch sein dürfen (was allerdings der Formatbeschränkung des Buches anzulasten ist).

WAS GEFIEL?
Die Geschichten haben mir gefallen. Ich habe meinem Sohn nie Geschichten vorgelesen, weil sich das nicht ergab. Aber ich denke, sie hätten ihm auch gefallen.

ZU EMPFEHLEN?
Ja. Sehr.

NOCH WAS?
Es wird von diesem Buch in meinem eigenen Verlag eine zweisprachige Version geben. Entsprechendes wurde mit Theresa schon diskutiert. Und in meine »Fantasy«-Reihe – die sich vor allem an Kinder und Jugendliche richtet, aber die Erwachsenen nicht völlig außen vor lassen soll – würde das gut passen.