Herausgeber am Arsch

Es ist schon ein Weilchen her, dass Verleger mit ihren Werken und damit ihrer Arbeit an den Ausschüttungen der VG Wort partizipieren durften. Irgendwann kam ein Autor daher, der der Ansicht war, dass Verleger das nicht verdient hätten. Er klagte, bekam Recht und die Verleger gingen nicht nur zukünftig leer aus, sie durften auch die seit Klageerhebung eingestrichenen Ausschüttungen zurückerstatten.
Ganz klare Sache – Verleger tun ja nichts dafür, dass Autoren mit ihren Werken Geld verdienen. Gar nichts. Ganz im Gegenteil. (Glaubt man einer Dreckschleuder im DSFO, dann sind alle Verleger in Deutschland Betrüger.)

Im September-Newsletter der VG WORT geht es unter dem Thema »Sonderverteilung Bibliothekstantieme öffentliche Bibliotheken 2022« um einen neuen Fall von schriftstellerischer Geldgier und Neidhammelei. Dort steht geschrieben:

Wir machen in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass derzeit alle Ausschüttungen an Herausgeber zurückgestellt werden müssen. Der Anlass ist eine beim Landgericht München I anhängige Klage eines wissenschaftlichen Autors, der sich grundsätzlich gegen eine Beteiligung von Herausgebern an den Einnahmen der VG WORT wendet. Nach einer erstinstanzlichen Entscheidung in dem laufenden Gerichtsverfahren, die demnächst erwartet wird, wird die VG WORT das Urteil prüfen und weitere Informationen auf der Webseite mitteilen.

Und auch dieser Fall ist glasklar: Herausgeber tun absolut nichts für den Erfolg von Autoren. Absolut gar überhaupt nichts.

Ich bin ja nur Verleger. Aber ich bin eindeutig dafür, solche Autoren zu boykottieren – nach Strich und Faden, vollständig, erbarmungslos. Solche Geldgier, solcher Neid, solche Gehässigkeit – und vor allem solche Dummheit – gehört mit dem bestraft, was rechtens ist: Konsequenz. Ein Autor, der meint, er käme ohne die Arbeit von Herausgebern und Verlegern aus, der sollte dazu verurteilt werden, Selfpublishing betreiben zu müssen. Ein solcher Autor hat keinen Lektor verdient – die tun ja auch nichts und wollen dafür bezahlt werden? –, keinen Korrektur, keinen Setzer, keinen Titelbildkünstler, niemanden.
Bedauerlicherweise kann er sich darauf verlassen, seinen vollständig selbst gebauten Text immerhin bei den bekannten BoD- und PoD-Anbietern unterbringen zu können. Diese sind letztlich auch nur geldgierig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*