Maunzeraschung

Niedliche Überraschung am Morgen. Gestern Abend habe ich zwölf, dreizehn Ebay-Sendungen verpackt und will sie heute Morgen ins Auto verladen. Da huscht ein kleiner dunkler Schatten davon, eine Ratte? Nein, eine Katze – denn in dem kleinen Katzenhäuschen, das wir immer noch im Carport stehen haben, liegen mindestens drei kleine, leise maunzende Katzenbabys, keine zehn Zentimeter lang. Sie würmeln vor sich hin, maunzen … und ich denke: Was jetzt?
Bei der zweiten Ladung Pakete fehlt eines der Katzenbabys, ein ganz helles, das ganz vorne lag – und ich nehme an, dass die Katzenmama gleich begonnen hat, umzuziehen. Vielleicht, vielleicht auch nicht.
Wenn ich nachher von der Fahrt zur Post zurückkehre, schaue ich noch einmal nach dem Rechten, versuche, ein Foto zu machen. Wenn niemand mehr da ist, ist das Schicksal. Und wenn Katzenmama wirklich umzieht, hoffe ich, sie findet ein ruhige(re)s Plätzchen. Unser Katzenhäuschen ist zwar ganz praktisch – und durchaus gerne frequentiert –, aber für eine junge Familie vielleicht doch nicht so der richtige Platz.

P.S.: Das eingangs Beschriebene geschah um etwa 06.45 Uhr. Ich nahm an, Katzenmama würde zurückkehren – offensichtlich hat sie es nicht getan.
Als Frau Haitel gegen 07.45 Uhr zur Arbeit fuhr, fand sie ein totes Kätzchen vor ihrem Auto. Ich kehrte vom Einkauf gegen 08.30 Uhr zurück. Die noch vorhandenen drei Kätzchen rührten sich fast nicht. Ich fürchtete schon, sie würden gleich sterben. Also Tierärztin angerufen, Kätzchen in eine Schachtel gepackt, zur Praxis gefahren.
Dort wurden die drei, die durchaus noch lebten, trocken gerubbelt, mit Glukose gespritzt, die Temperatur gemessen – alle drei unterkühlt (d. h. unter 34 °C Körpertemperatur), aber alle drei meckerten über das Thermometer im Heck (kein schlechtes Zeichen) – und unter eine Wärmelampe gelegt. Sie sind jetzt in der Obhut der Tierärztin und ihrer Mädels.
Offensichtlich wurden die Kleinen in der letzten Nacht geboren. Sie haben alle noch ein Stück Nabelschnur am Bauch, die Augen sind geschlossen, und die Decke im Katzenhäuschen war feucht, fast nass, vermutlich vom Fruchtwasser.
Warum die Katzenmama nicht zurückgekehrt ist, ist unklar. Zu viel Verkehr, möglicherweise; obwohl die Katzen der Umgebung, die das Häuschen bislang genutzt haben, wissen, was so auf unserem Grund und Boden los ist und eigentlich immer ganz entspannt reagier(t)en. Die Tierärztin meinte, sie sei vielleicht nur überfordert gewesen; vielleicht ist das bei frei laufenden oder gar streunenden Katzen so, denn die haben ja sowieso ganz andere Sorgen als Hauskatzen, die wissen, wo ihr Napf steht …
Es ist jetzt 09.30 Uhr.

P.S. (2): Letzter Stand (15.10 Uhr): Den drei Kätzchen geht es so weit gut, sie sind inzwischen ins Tierheim gekommen und werden dort aufgepäppelt. Ich denke, man wird dort eine Spende gebrauchen können.

P.S. (3): Noch ein Update (17.05.2021): Inzwischen sind die drei Kätzchen (schon seit einigen Tagen) in einer Pflegefamilie mit Anschluss an eine säugende Katzenmama. Besser geht das ja nun nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*