Morgens im Supermarkt

Ich habe heute einen ziemlich engen Zeitplan. Da freue ich mich über das Wissen, dass der Lieblingssupermarkt morgens angenehm leer ist. Eine Kasse von zehn ist geöffnet, niemand steht an. Der Einkauf macht Spaß.

An der Kasse dann ist vor mir ein Pärchen. Der Einkaufswagen ist voll. Wenige Artikel in größeren Stückzahlen. Ich denke an Hamster. Sie hält eine Papiertüte in der Hand, steht dumm rum und im Weg. Er packt den Wagen aus, mit einer Hand, in aller Ruhe. Nachdem er zehn Packungen Reis aufs Band gestellt hat, meint die Kassiererin, sie bräuchte immer nur eine Verpackung. Nach einer Weile dringt das auch in seinen Geist und er packt alle Artikel bis auf jeweils einen wieder in den Wagen zurück. In aller Seelenruhe. Sie steht mit der Papiertüte dumm rum und im Weg. Er moniert die Geschwindigkeit der Kassiererin, er müsse ja noch packen. Die Kassiererin antwortet launig; morgens um acht Uhr geht das noch. Die Papiertüte wird dumm im Weg rumgehalten. Dann schafft sie es immerhin, mit der EC-Karte zu bezahlen, nachdem er mit einer Hand sein Portemonnaie aus der Jacke gefischt hat und dann weiter in den Wagen räumt, mit einer Hand und aller Seelenruhe. Sie bezahlt mit der dummen Papiertüte im Weg. Er räumt ein.

Diese Zeilen zu schreiben hat etwa halb so lange gedauert wie der geschilderte Vorgang. Morgens um acht Uhr geht das noch.

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