Grüne Hausmannskost: Kater oder Panda?

Hangover 2
(The Hangover Part II, Todd Phillips, USA 2011)

Gleiches Rezept, gleiche Figuren, gleiche Schauspieler, gleicher Erfolg? Keine Ahnung. Ich habe den Film inzwischen drei Mal gesehen, und nachdem er mir beim ersten Mal überhaupt nicht gefiel, bin ich inzwischen warm damit geworden.
Das Prinzip ist, wie gesagt, das von Teil I. Es gibt einen Termin, zu dem mindestens einer der Freunde erscheinen muss, aber es kommt was dazwischen – vor allem eine Nacht, ein fürchterlicher Filmriss, gefolgt von einem Tag, an dem die Jungs versuchen, die Gedächtnislücken zu stopfen und alles wieder auf die Reihe zu bringen.
Nach Teil I mochte man denken, dass das Ding schwer zu toppen sei, und es war auch nicht so einfach, wie mir beim ersten Mal schien. Vielleicht habe ich beim ersten Teil noch nicht so drauf geachtet, aber beim zweiten Teil spielen Feinheiten eine größere Rolle, die den Streifen eben bei wiederholtem Genuss erst so richtig zu einem solchen machen.
Inzwischen jedenfalls hebe ich den Daumen, wenn man mich nach »Hangover 2« fragt. Und ich freue mich auf den dritten Teil.

Cheers
(Cheers, James Burrows/Glen Charles/Les Charles, USA 1982–1993)

Ted Danson … in den 80ern und den 90ern einer der Comedy-Stars der USA. Auch in einigen Spielfilmen war er zu finden; allen voran in der amerikanischen Version von »Drei Männer und ein Baby«. Aber neben »Becker« – einer Serie, die auf Deutsch nicht auf Scheibe zu bekommen ist – ist Ted Danson für mich Sam Malone, der Besitzer der Bostoner Bar »Cheers«.
Die 271 Episoden habe ich in meinem bisherigen Leben insgesamt fünf Mal gesehen – komplett, auf verschiedenen Premiere-Kanälen (auf Sky hat man die Serie bislang, glaube ich, noch nicht gezeigt – oder jedenfalls zu Zeiten, zu denen ein werktätiger Mensch wie ich kein Fernsehen schaut). Für mich ist die Serie zu einem Stück meines Lebens geworden – nicht von der Bedeutung einer Serie wie »Seinfeld«, nein: mehr. Jerry Seinfeld ist in seiner Serie plakativer mit den gesellschaftlichen Problemfeldern der amerikanischen Gesellschaft umgegangen; in »Cheers« wird das amerikanische Volk einerseits offensiver, andererseits subtiler dargestellt. Während Seinfeld versucht, die Peinlichkeiten zu überspitzen, werden sie in »Cheers« vermenschlicht, zu sympathischen und liebenswerten Zügen der Charaktere gemacht.
Neben Ted Danson als Sam Malone waren es Cliff (John Ratzenberger) und Norm (der geniale George Wendt als Norm[an] Peterson, und natürlich die unverzichtbare Rhea Perlman als Carla Tortelli, die die Serie trugen. Wichtig auch die beiden simplen Charaktere – in der Anfangszeit Nicholas Colasanto als »Coach« Eddie Pantusso, später, nachdem Colasanto 1985 verstarb, war es Woody Harrelson als Woody Boyd, der diesen Part übernahm. Und natürlich Sams »Frauen« Shelley »Diane Chambers« Long und später die deutlich beeindruckendere Kirstie »Rebecca Howe« Alley. Und viele andere Figuren …
Einen Charakter gab es, der so gut war, dass er sogar einen Spin-off bekam, der »Cheers« alle Ehre machte: Dr. Frasier Crane, gespielt von Kelsey Grammer, war ein echtes Highlight in »Cheers« und nicht minder später in seiner eigenen Serie »Frasier«.
Im Augenblick – d. h., seit einigen Wochen – fahre ich nach und nach die Scheiben der Serie in der deutschen Variante ein. Und ärgere mich. Durch Zufall fiel mir letztens auf, dass es elf Seasons gab und gibt – aber nur fünf davon mit deutscher Tonspur. Was trotz meiner nicht großen Neigung, Filme und Serien im Original anzuschauen, nicht tragisch wäre, wenn es in diesem »fremd(sprach)en[un]freundlichen« Land die amerikanischen Scheiben wenigstens zu leihen gäbe. Aber nein …
So werde ich mir die deutschen Folgen bis zum Ende der fünften Season anschauen und ansonsten hoffen, dass die Serie vielleicht auf Sky doch noch einmal wiederholt wird. Eine passende Festplatte für meinen Receiver steht jedenfalls schon bereit …

Kung Fu Panda 2
(Kung Fu Panda 2, Jennifer Yuh, USA 2011)

Nette Geschichte, in der Po und seine Freunde die Machtgelüste eines durchgeknallten Pfauen kühlen müssen. Mehr aber auch nicht. Der Pfeffer aus dem ersten Teil ist raus. Den zweiten Teil kann man sich einmal anschauen. Mehr wäre Zeitverschwendung.

Mega Monster Movie
(Stan Helsing, Bo Zenga, CDN/USA 2009)

Was für ein total dämlicher »deutscher« Verleihtitel – bei aller Dämlichkeit schaffen die Pappnasen es nicht mal mehr, sich ihren Unsinn wenigstens auf Deutsch einfallen zu lassen. Und wie cool wirkt dagegen der Originaltitel … »Stan Helsing«.
Leider hält er nicht ganz das, was er verspricht. Oder vielleicht: Gott sei Dank. Denn ich mag keine Vampirfilme, und auch eine humoristisch aufbereitete Variante eines Van-Helsing-Streifens – zuletzt sehenswert mit Hugh Jackman und Kate Beckinsale – hätte mir nicht so viel Spaß bereitet, wie diese Helsing-Story eines Helden wider Willen gegen die gewollten Monster moderner Horrorstreifen: Jason, Freddy, Pinhead, Leatherface, Chucky, Michael Myers …
Sehenswert, nicht nur, aber vor allem auch für Leute, die Zitate – ohne Zwang zur Beachtung von Urheberrechtsfragen – lieben.

Green Lantern – Die Grüne Laterne
(Green Lantern, Martin Campbell, USA 2011)

Ein Superheldenfilm, wie sie langsam inflationär werden; es ist zu befürchten, dass da noch viel mehr kommt, denn ich denke, der Superhelden gibt es noch reichlich (und zur Not sicherlich noch in diversen Schubladen). Comicverfilmungen hin oder her … Ryan Reynolds sehe ich eigentlich ganz gerne, aber in diesem Streifen bleibt er eher farblos, als wäre das Metier einfach nichts für ihn. Und die Auswahl eines Menschen durch einen intergalaktischen Superhelden-»Ring« und die Übergabe entsprechender Macht ist … irgendwie bei den Haaren herbeigezogen. Einen Spinnenbiss lasse ich mir gefallen, einen Strahlenunfall auch, einen Außerirdischen mit einem Kryptonitproblem ebenso wie einen wohlhabenden Liebhaber von Fledermäusen. Aber die grüne Laternengeschichte ist mir jedenfalls als Film – die Comicfigur kenne ich nicht – einfach zu hanebüchen, die Machart, die Tricks, die Optik, der Schnitt, alles einfach das, was man in dem Genre wohl inzwischen als Hausmannskost bezeichnen könnte.