Horn, Tron, Blub – und Brot?

  • The Green Hornet – Die Grüne Hornisse: Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass »The Green Hornet« wie so viele seiner Vorgänger auf einem Comic basiert. Falsch. Laut Vorspann (oder war’s der Abspann?) basiert der Film auf einer Radiosendungsserie. Auch gut. Seth Rogen ist von Haus aus allerdings nicht der Schauspieler, bei dem ich mit einer wirklich ernsthaften Verfilmung von was auch immer für einem Stoff gerechnet hätte, und so behielt ich auch hier nicht unrecht. Gemeinsam mit Jay Chou als Kato – dem Charakter, der die eigentlichen Fähigkeiten besitzt – arbeitet er sich durch den Film, und das erfolgt recht amüsant, actiongeladen, anschaubar, aber eben auch nicht herausragend, nicht sensationell, nicht wirklich zu einem neuerlichen Wiederholungsgenuss animierend. Der Film war okay. Mehr nicht. – Eher peinlich fand ich Christoph Waltz‘ neuerlichen Hollywood-Auftritt. Jemand, der in einem Streifen wie »Inglourious Basterds« einen wirklich genialen Nazi noch genialer gespielt hat, sollte nicht in so einer Klamotte einen sprachlich unbegabten und mental ziemlich demolierten Russen spielen, der als Rolle – im Gegensatz zu seinem Nazi – von vornherein als Verlierer angelegt ist. Herr Waltz, Sie haben einen Oskar, Sie können sich Ihre Rollen aussuchen – und wenn nicht in Hollywood, dann gerne hier in Europa.
  • Tron – Special Edition: Das Original. Kult. Für wen auch immer. Ich bin sicher, dass dieser Film nicht umsonst Filmgeschichte geschrieben hat, aber für mich sieht er nach einem unter heutigen Gesichtspunkten mittelmäßigen Streifen mit seinerzeit genialer, heute halt ziemlich gewöhnlicher Tricktechnik aus. Ich habe ihn auf die Platte genommen, weil demnächst sein Nachfolger fällig ist, und da wollte ich noch mal meine Erinnerungen auffrischen. Nötig gewesen wäre es nicht. Ich bin ziemlich sicher, dass »Tron Legacy« so oder so eher meinen Geschmack treffen wird.
  • Blubberella: Uwe Boll ist ein Arsch. Bislang hatte ich nur von ihm gehört, gelesen. Von seinen Skandalfilmen. Aber die Filme sind nicht skandalös, jedenfalls nicht für mich. Für mich sind sie dumm, dämlich, pure Zelluloidverschwendung. Wer sich über so was amüsiert, amüsiert sich auch über am Straßenrand kackende Hunde, deren Herrchen und Frauchen die Bescherung nicht wegräumen.
  • Brothers: Ein sehenswerter, ganz toller Film. Tobey Maguire ist der gute Soldat, Jake Gyllenhaal, sein Bruder, eher der Versager – jedenfalls in den Augen ihres Vaters. Das ändert sich, als Sam (Tobey) in Afghanistan in einen Überfall gerät und als tot gilt. Tommy (Jake) kümmert sich mehr oder weniger zwangsläufig um die Frau seines Bruders – Grace, gespielt von einer hier wirklich wunderschönen Natalie Portman – und die Kinder. Aber Sam ist nicht tot und er kehrt nach Hause zurück – mit einem Trauma, das er nicht verkraften kann und das letztlich alle und alles ins Unglück stürzt. – Der Film verführt ein wenig dazu, zu viel zu verraten; ich versuche, es mir zu verkneifen. Der Film, über den ich zuvor nichts wusste, hat mich schwer beeindruckt. Die drei Hauptdarsteller spielen ihre Rollen auf allerhöchstem Niveau. Sehenswert, sehenswert, sehenswert.
  • Sleepdealer: Zu dem Streifen wird es noch eine ausführliche Rezension geben, weil ich eine Promo-DVD von der deutschen Agentur erhalten habe; die Rezension wird auch in den ANDROMEDA NACHRICHTEN 234 des SFCD erscheinen. – Der Streifen selbst hat einen durchaus interessanten, wenn auch nicht ganz neuen Plot. Es gibt erkennbare Anlehnungen an »Welt am Draht« und »Matrix« und ähnliche Filme, ohne dass geklaut würde. Mein eigentliches Problem beim ersten Anschauen – zu mehr hat’s noch nicht gelangt – war eher, dass ich diese Art von hispanoamerikanischen Filmen nicht mag. Plot, Dramaturgie, die Figurenzeichnung, die Art, wie Spannung aufgebaut wird, das ist mir alles zu spanisch – oder in diesem Falle: mexikanisch – und mit dieser Art Kino habe ich schon immer das gleiche Problem gehabt wie mit dem französischen Kino vor den 90ern, als die Franzosen anfingen, damit aufzuhören, aus jedem Streifen einen »Problemfilm« zu machen. Die Franzosen haben die Kurve bekommen – sehr gut sogar –, die Spanier (und auch die Nationen, die dem spanischen Dunstkreis einstmals zuzurechnen waren – was man eben heute noch merkt) sind einfach noch nicht so weit. Aber wie gesagt: da kömmet noch eine ausführliche Rezension.