Japan, Folgen: Verursacher

Natürlich wären die Japaner so oder so längst aus der Isolation hervorgeholt worden, wenn auch auf anderen Wegen. Natürlich hätten die Japaner, ein seit jeher nicht sehr kleines Volk auf doch immer zu kleinem Territorium, längst den Notwendigkeiten der Deckung ihres Energiebedarfs folgen müssen. Vielleicht nicht in dem Ausmaße, wie das heute der Fall ist. Aber wenn man in einer Gegend lebt, wie Japan sie ist, dann befindet man sich in einem Umfeld, das von Haus aus gefährlich ist. Heute, im März 2011, hat es die Japaner erwischt – aber sie sind bei aller Liebe durch die reinen Erdbebenfolgen noch sehr viel glimpflicher davongekommen, als es die Amerikaner in Kalifornien tun werden, wenn es bei ihnen wieder so weit ist. Denn wenn es überhaupt ein Volk auf dieser Erde gibt, das sorgloser und desinteressierter mit der Gefahr unter den eigenen Füßen umgeht, die aus Erdbeben resultieren kann, dann sind es die Kalifornier.
Das, was in Japan in diesem März – an meinem Geburtstag … – geschehen ist, war eine Naturkatastrophe. Oder nein … eigentlich nur ein Naturereignis. Wie es immer geschah, wie es überall geschieht, wie es immer und überall wieder geschehen wird. Wie viel Tote gab es Weihnachten 2004 in Indonesien? Das ist doch längst vergessen … Es wird nach Schuldigen gesucht, aber es gibt sie nicht – nicht in Form von Personen. Die Menschheit ist möglicherweise schuld daran, dass sich die Erde, die Natur zu wehren beginnt; aber diese Sichtweise ist mir zu esoterisch. Die Erde war immer ein Planet mit einem eigenen Kopf, und der Mensch hatte nie eine Chance, das wirklich zu ändern. Die Erde ist älter als die Menschheit, sie hat mehr Erfahrung, kennt mehr Tricks, Kniffe – und Gimmicks, den Menschen das tägliche Leben zu versüßen oder auch zu versauen.