Nicht ganz überzeugend

Tanya Carpenter, Gabriele Ketterl, Tanja Bern
ELFENBUCH
Kaffeepausengeschichten, Band 9, Fantastik. TextLustVerlag, Ettlingen, 2013, Taschenbuch, 60 Seiten, ISBN 978 3 943295 60 3

VORBEMERKUNG

Und Band 9, diesmal wieder aus der Fantastik-Ecke.

WORUM GEHT ES?

Tanya Carpenters »Einhornzauber« wirkt ein wenig ungar, wie der Prolog zu einem längeren Werk; in der Geschichte muss die Protagonistin ein wichtiges Buch gegen den Feind, die Troux, verteidigen und schließlich fliehen. Am Ende sieht es so aus, als könnte es jetzt richtig losgehen, aber … Irrtum.
Auch Gabriele Ketterls »Das Elfenbuch« könnte man diesen Vorwurf machen. In der Geschichte, die in der Jetztzeit spielt, die aber heftig mit keltischen Elementen durchsetzt ist, geht es auch um ein Buch, eben das Elfenbuch, und auch hier hat man am Ende den Eindruck, jetzt könnte es richtig losgehen. Und wieder … Irrtum.
Tanja Berns »Portal der Hoffnung« spielt im Zweiten Weltkrieg und ist eine von der Geschichten, in denen ein Mensch in Bedrängnis einen Weg in ein paralleles Fantasyreich findet, hier sinnigerweise »Fairy« genannt.

WIE IST DER STIL?

Die drei Autorinnen stammen aus dem Dunstkreis von Alisha Bionda, und insofern sind sie über wirkliche Zweifel an ihren schriftstellerischen Fähigkeiten durchaus erhaben. Die Storys lesen sich als solche gut und kurzweilig, wie es sich für diese Reihe nach wie vor gehört.

WAS GEFIEL NICHT?

Aber diesmal überzeugten mich die Geschichten nicht. Die Cliffhanger-Wirkung bei Carpenter und Ketterl war störend, und Tanja Berns Geschichte wirkt auch ein wenig unausgegoren, will meinen: Nicht alle Inhalte lassen sich in so kurzen Kurzgeschichten auch wirklich angemessen verarbeiten, soll heißen: Dem »Portal der Hoffnung« hätte ein wenig mehr Fleisch auf den papiernen Rippen gut getan. Und im Grunde gilt das auch für die beiden anderen Geschichten, wenn man es genau nimmt.

WAS GEFIEL?

Unterhaltend war die Lektüre trotzdem. Das Ziel, eine Kaffeepause zu pimpen, wurde letztlich doch erreicht.

ZU EMPFEHLEN?

Ja, diesmal mit Einschränkungen.

NOCH WAS?

Es war sicherlich keine falsche Entscheidung Angela Mackerts, sich mit Alisha Bionda zusammen zu tun, aber im Sinne der Vielfalt würde ich mir wünschen, wenn Angela sich auch weiterhin außerhalb des Biondaschen Autorenkreises umschauen würde. Aber das wünsche vielleicht nur ich mir, insofern …