Knuffinalisten

Uwe Schimunek
MORD AUF DER MESSE
Ein Katzmann-Krimi
Kettenroman »Es geschah in Sachsen (1926)«. Originalausgabe, Jaron Verlag GmbH, Berlin, 2012, Taschenbuch, 191 Seiten, ISBN 978 3 89773 934 5

VORBEMERKUNG
Den Roman hat mir der Autor als Reziexemplar verschafft, nachdem er nun weiß, dass mir seine Texte gefallen und ich Krimis mag.

WORUM GEHT ES?
Konrad Katzmann ist Reporter bei der Leipziger Volkszeitung und wird in eine Mordserie verstrickt, die sich vor und während der Leipziger Messe 1926 ereignet und eine ganze Menge mit Falschgeld zu tun hat.

WIE IST DER STIL?
Angenehm und leicht. Und überraschenderweise nicht so »näselnd«, wie das Ambiente der 20er Jahre gerne in Filmen dargestellt wird, meist erreicht durch die Musik der damaligen Zeit. Schimunek schreibt modern, jetztzeitlich, aber es gelingt ihm trotzdem, das Flair der 20er Jahre, die nicht nur golden waren – jedenfalls nicht für alle Menschen – heraufzubeschwören.

WAS GEFIEL NICHT?
Das Buch als solches schien mir fast ein wenig zu kurz. Aber das sollte nicht das Problem sein, wenn man sich mehr auf Katzmann denn ausgerechnet den Autor Schimunek festlegen möchte, denn der »Kettenroman« – nicht etwa »die Reihe« – »Es geschah in Sachsen« besteht inzwischen aus mehreren Bänden und wird ganz sicher fortgesetzt werden. Man könnte sich also noch mit weiterem Lesestoff zu Katzmann versorgen – und auch Uwe Schimunek hat schon einen weiteren Roman zur »Kette« beigetragen (nämlich »Katzmann und die Dämonen des Krieges (1920)«).

WAS GEFIEL?
Der Schreibstil. Und die Tatsache, dass der Kriminalfall als solcher zwar prägnant, aber nicht »weltbeherrschend« ausgefallen ist. Neben dem eigentlichen Kriminalfall war dem Autor auch wichtig, die damalige Situation, nicht nur, aber vor allem der Wirtschaft, hervorzuheben, denn die damalige Wirtschaftslage zwischen zwei großen Krisen 1924 und 1929 war nicht zuletzt ein Teil der Grundlagen, die in Deutschland zum Aufstieg der Nationalsozialisten führten.
Gefallen haben mir auch die Figurenzeichnungen vor allem von Konrad Katzmann und seinem Fotografen Heinz Eggebrecht, die sich mir letztlich als knuffige Kriminalisten, als Knuffinalisten darstellten und mir als solche ganz sicher lange in Erinnerung bleiben werden.

ZU EMPFEHLEN?
Ja. Sehr. – Krimis mit Lokalkolorit sind ja – wie manch andere auf Lokales ausgerichtete Genres auch – angesagt, und ich kann für mich selbst sagen, dass mich solche Literatur – vor allem natürlich Krimis, weil ich die mag, aber auch andere Texte mit Lokalbezug – sehr reizt, weil sie vor allem im Gegensatz zu vielen Fernsehkrimis oder auch Fernsehfilmen einen großen Vorteil hat: Sie spielen nicht in der Mehrheit zwanghaft in Berlin.