Dumm on demand

Sie heißen für mich nur noch DoD, Dumm on demand. Wer Dummheit erleben möchte, wer für dumm verkauft, wer mit dummen Textbausteinen abgespeist werden und dumme Ausreden lesen möchte, wer sich dafür auch noch dumm und dämlich zahlen möchte – der ist hier richtig.

Die Reklamation – Vorgeschichte hier –, die ich letztens noch einmal erklärte, und zu der ich nebst ausführlichem Anschreiben auch die jeweils drei fehlgedruckten Buchexemplare von AndroSF 7 (2. Auflage) und AndroSF 26 beifügte, damit man sich bei BoD, Norderstedt, selbst ein Bild machen konnte, kamen heute, am 18.03.2013, wieder zurück. Nebst Textbausteinantwort, ohne jegliche Antwort auf meine Fragen, mit einer Ausrede, vor deren Nutzung ich schon in meinem Reklamationsschreiben warnte:

»Der von Ihnen monierte Fehler erklärt sich aus unseren Produktionsabläufen.
Wir produzieren im Digitaldruckverfahren, daraus ergibt sich im Endschnitt eine Toleranz von ca. 2 mm. Das Logo auf der unteren Coverseite liegt innerhalb dieser Toleranzgrenze. […]
Sie können […] gut erkennen, warum Ihr Logo nicht immer gleich auf dem Buch platziert ist.«

Bitte?

Ich habe hier also 55 (in Worten: fünfundfünfzig) Belegexemplare von bei BoD, Norderstedt, produzierten (verschiedenen!) Titeln stehen, die einwandfrei ausgefallen sind – und auf einmal hat man dort eine Produktionstoleranz in der Coverpositionierung (bzw. im »Endschnitt«) von zwei Millimetern (plus/minus, versteht sich)?
Ich habe hier also den Beweis dafür, dass mein Sharp MX2600N, ein verhältnismäßig preisgünstiger Digitalkopierer mit Druck-, Scan-, Netzwerk- und Gedönsfunktion, ein hochpräzises Hightechgerät ist, das auch bei mehreren Hundert Ausdrucken nicht in der Lage ist, überhaupt 0,1 Millimeter Toleranz in Anspruch zu nehmen?
Oder habe ich hier nicht vielmehr den Beweis dafür, dass BoD sich einen neuen Dienstleister angelacht hat, bei dem Versager an den Maschinen arbeiten, und BoD ist nur nicht in der Lage, das einzugestehen, weil die Billigdienstleister, die man für maximalen Profit nutzen muss, nicht in der Lage sind, mit den Kosten für den Ausgleich von Reklamationen klarzukommen?
Oder habe ich hier nur den Beweis für digital instrumentalisierte Dummheit, die ich auch noch zu bezahlen habe?

Ich kann das nicht entscheiden. Ich muss das auch nicht entscheiden. Immerhin bietet man mir ja an: »Sie hätten die Möglichkeit über den Punkt ›neue Auflage‹ Ihre Buchdaten erneut hochzuladen und das Logo entweder noch weiter in den Beschnittrand zu legen oder komplett aus dem Beschnitt- und Toleranzbereich zu entfernen.« Das Angebot wäre selbstverständlich kostenpflichtig. Und vertragslaufzeitverlängernd. Und selbstverständlich löst das auch das Problem nicht nur der falsch positionierten Logos, sondern auch des – im Falle von AndroSF 26 – völlig falsch platzierten Buchrückens. Weil dann ja die Toleranz weg ist.

Danke, DoD. Danke. Meine Toleranz ist dann auch weg.
Vergessen habt ihr die andere Möglichkeit, die ich noch habe. Den Stinkefinger zu zeigen und noch diese Woche Kündigungen für sämtliche Verträge, die ich mit DoD geschlossen habe, zuzuschicken. Selbstverständlich erst zum Ende der Laufzeit – denn es glaubt ja wohl niemand im Ernst, ich würde wegen einer Kündigung vor Ende der Laufzeit auch noch pro Vertrag 299 Euro abdrücken, so quasi als Bonus dafür, dass ich mich dann letztlich doch die ganze Zeit von einem Dienstleister habe verarschen lassen, der das Wort Dienstleistung ganz sicher nicht im Duden stehen hat. Und auch nicht weiß, wie man es schreibt.