Missgünstige Hotelkühlschrankstürme

Michael Moore Hates America
(Michael Wilson, USA, 2004)
www.imdb.com/title/tt0411646

Manufacturing Dissent – Michael Moore auf der Spur
(Rick Caine, Debbie Melnyk, CDN, 2007)
www.imdb.com/title/tt0961117

Michael Moore macht Dokumentarfilme, stochert in Wespennestern herum und hat damit nicht nur Erfolg, sondern macht sich auch Feinde. Mehrere seiner Gegner haben diese beiden Filme gemacht, in denen sie sich mit Moores Filmen auseinandersetzen und anhand von Beispielen und eigenen Interviews Beweise zu erbringen versuchen, dass Moore lügt, mit falschen Behauptungen, aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten und erschlichenen Interviews versucht, Leuten – George W. Bush, Charlton Heston u. v. a. m. – ans Zeug zu flicken, die das ja gar nicht verdient haben.
Man merkt schnell, dass sowohl Michael Wilson als auch die Macher des kanadischen Streifens dem republikanischen Lager zuzurechnen sind. Interessant ist auch, dass die Kanadier die gleichen Dinge kritisieren und mit den gleichen Gegenargumenten und Beweisen – wie z. B. Interviews – als Lügen, Unwahrheiten, Unvollständigkeiten seitens Moore entlarven wollen. Wilson geht den Weg des »Ich beweise jetzt einfach, dass Moore lügt«, die Kanadier versuchen es mit »Wir wollen Moore fragen, ob er lügt« (allerdings bekommen sie keinen Interviewtermin), aber der Rest ist gleich.
Am Ende bleibt vor allem der Eindruck von Missgünstigen, denen vor allem der Erfolg von Moore ein Dorn im Auge ist und die nicht zuletzt selbst ein Stück vom großen Kuchen haben wollten, indem sie einem »großen Namen« vor den Karren fahren. Das ist altbekannte und altbewährte Strategie von Neidern.
Die Beweise gegen Moore sind jedenfalls nicht besser als dessen eigene gegen wen auch immer. Und so lange das nicht der Fall ist, habe ich für solche Leute, die ja selbst weder Ideen haben noch wirklich Produktives leisten, sondern nur das Werk eines anderen zerstören oder wenigstens beschädigen wollen, nur Häme und Gehässigkeiten übrig. Und ich möchte Moore abwandeln und sagen: »Shame on you, Mr. Wilson, Mr. Caine and Mrs. Melnyk! Shame on you!«

Hotel
(Jessica Hausner, AT/DE, 2004)
www.imdb.com/title/tt0415855

Ein österreichischer Horrorstreifen – gibt es so was? Ja, das gibt es.
Die Österreicher neigen dazu, seltsame Kinofilme zu drehen. Spontan fällt mir »Müllers Büro« ein, ein abstruses und kultiges Krimimusical. Oder dieser Film mit dem Vertreter, der Anhalterinnen mitnimmt und sie traktiert, eine sogar tötet (der Titel fällt mir leider nicht ein). Solche Filme aus Österreich haben einen ganz seltsamen Beigeschmack – ja, so möchte ich es nennen –, indem sie menschliche Charaktereigenschaften auf eine fast sezierende Art und Weise im Bild einfangen und zur Schau stellen, in einer Art und Weise, die manchem Zuseher möglicherweise sogar peinlich wird oder ist.
»Hotel« ist auch so ein Film, ein ganz seltsamer Streifen. Franziska Weisz – die man auch aus TV-Serien wie z. B. »SOKO Kitzbühel« kennt – spielt die Irene, die in einem Hotel anfängt und dort verschiedene Aufgaben zu übernehmen hat. Das Hotel ist seltsam. Es gibt einen umfangreichen Keller, in dem Irene spät abends noch nach dem Rechten zu sehen hat, vor allem nach dem Hinterausgang nach draußen. Auch die Kollegen sind – seltsam.
Anfangs hat die Szenerie eher etwas Skurriles denn Bedrohliches, aber im Laufe des Films wandelt sich das mehr und mehr, allerdings so unauffällig, dass man völlig unvermittelt von der eigenen Gänsehaut überrascht werden kann. Und das Ende ist unbeschreiblich –

Ice Twister 2
(Arctic Blast, Brian Trenchard-Smith, USA, 2010)
www.imdb.com/title/tt1523267

»Ice Twister 2« hat mit »Ice Twister 1« (eigentlich »Ice Twisters«, USA, 2009, www.imdb.com/title/tt1334456) nichts zu tun – außer vielleicht die Tatsache, dass es um Kälte geht, die den Menschen zu schaffen macht. Bei »Ice Twister 2« bzw. eigentlich ja »Arctic Blast« gibt es vielmehr erkennbare Anleihen bei »The Day After Tomorrow« (Roland Emmerich, USA, 2004, www.imdb.com/title/tt0319262), was die Grundidee angeht. Waren es bei Emmerich Tiefdruckgebiete, die der Kälte aus oberen Atmosphärenschichten den Weg zum Erdboden bahnten, so sind es in »Arctic Blast« Löcher in der Ozonschicht.
Womit dann auch schon klar ist, was von dem Film zu halten ist, denn eigentlich ist das: gar nichts. Ein B-Movie mit einer völlig dämlichen Story. Dort, wo Emmerichs Film cool ist, ist »Arctic Blast« übertrieben und peinlich, und es ist gleichgültig, welchen Aspekt des Films man sich anschaut. Da hat der gute Brian bei dem Versuch, die Duftnote des Roland Emmerich zu imitieren, leider völlig in die falsche Schüssel gegriffen. Schade.