Unmögliche Fischerei auf dem Zeichentablett

Mission: Impossible
(Brian De Palma, USA, 1996)
www.imdb.com/title/tt0117060

Der erste, ein Klassiker wie »Matrix«, was die Cruisesche Abseilnummer angeht. Die TV-Serie war viele Jahre lang ein Schlager, und »M:I« war in den 90ern – und danach – nicht die einzige Serie, die in den Kinos landete.
Tom Cruise ist, wie man so landläufig hört, ein Schauspieler, den niemand mag. Gleich, ob man ihm vorwirft, zur Scientology zu gehören oder ob man seine Filme nicht mag, seine Art, zu spielen, oder einfach nur seine Fresse – mir war das immer egal. Mir gefallen die meisten seiner Filme nämlich, und die meisten sogar sehr gut (aktuell auf Sky zum Beispiel die Wiederholung der Zusammenarbeit mit Cameron Diaz: »Knight and Day«).
M:I, der erste, jedenfalls ist eine spritzige, spannende, action- und trickreiche Story, die man sich immer wieder anschauen kann. Alle M:I-Filme, der erste jedoch im Besonderen, stehen den Bond-Streifen in nichts nach.
Warum man sich so was entgehen lassen sollte, nur weil einem Cruises Gfries nicht passt … Aber das muss jeder selbst wissen.

Arrietty
(Kari-gurashi no Arietti, Hiromasa Yonebayashi, J, 2010)
www.imdb.com/title/tt1568921

Mit »Ein Fall für die Borger« (www.imdb.com/title/tt0118755) – unter anderem mit einem ziemlich aufgedrehten John Goodman – hat »Arrietty« nichts zu tun, auch wenn es hier ebenfalls um die »wundersame Welt der Borger« geht und auch, wenn es Ähnlichkeiten im Plot gibt, die aus der Grundproblematik entstehen, dass Borger von normalen Menschen niemals gesehen werden dürfen und dass sie ihren Lebensunterhalt bestreiten, indem sie sich die Dinge, die sie brauchen, von den normalen Menschen borgen.
»Arrietty« ist ein japanischer Zeichentrickfilm klassischer Machart, kein modern-hektischer Anime, sondern ein ganz ruhiger, ganz entspannter und sehr gefühlvoller Film über eine Borger-Familie, die in einem Haus im Verborgenen lebt und keine außergewöhnlichen Probleme zu bewältigen hat – bis Arrietty entdeckt wird.
Eigentlich sind diese Zeichentrickfilme nicht mein Ding; ich stehe mehr auf Pixar-Werke. Und eigentlich mag ich japanische Filme insgesamt nicht. Aber manche Streifen aus dem Land der aufgehenden Sonne überraschen mich dann doch immer wieder. So auch dieser hier.
Das Stück kann ich vor allem älteren Kindern und Jugendlichen wärmstens empfehlen.

Fremd fischen
(Something borrowed, Luke Greenfield, USA, 2011)
www.imdb.com/title/tt0491152

Ginnifer Goodwin läuft mir in der letzten Zeit andauernd über den Bildschirm, obwohl ich mir sicher bin, dass nicht sie es war und ist, wegen der ich mir diese Filme ausgesucht habe. Seltsam.
Aber egal.
Hier gibt es eine durchaus bekannte Verwicklungsgeschichte aus dem Beziehungssektor. Die Goodwin landet mit dem Freund ihrer – vermeintlich? – besten Freundin (gespielt von Kate Hudson, hier ständig ein wenig hinterfotzig und fies wirkend) im Bett, und das hat historische Gründe: Sie stand schon auf der Uni auf ihn, hat aber nie etwas gesagt. Es gibt die üblichen Verwicklungen, und wie in amerikanischen Komödien dieser Richtung, gespickt mit bekannten Gesichtern und dem einen oder anderen großen Namen, bleibt es amüsant und ansehnlich. Unterhaltungskino, ordentlich gemacht.

Fahrenheit 9/11
(Michael Moore, USA, 2004)
www.imdb.com/title/tt0361596

Ich mag mich täuschen, aber ich denke, das ist Michael Moores bekanntestes Werk, die Sache über das, was nach dem 11. September 2001 in den USA und weltweit geschah. George W. Bush ist der Mann, den Moore hier auf dem Kieker hat, und gleichgültig, was die Kritiker zu Moores Filmen und seiner Art, sie zu machen, sagen: George W. Bush war für die meisten Menschen dieser Welt ein Mann, den man jederzeit gerne mit Dreck beschmissen hätte, und wenn in dem Dreck auch nur ein Körnchen Wahrheit steckte, dann umso lieber.
Und letztlich: Wie wahr das auch alles sein mag, ob es wirklich so war oder doch vielleicht ein bisschen anders, ganz am Ende ist Moores Film interessant und unterhaltsam, und nachdem ich sowieso keine Möglichkeit habe, die Fakten auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen – ebenso wenig, wie ich das mit den Fakten der Gegner tun kann –, warum sollte ich einen solchen Streifen nicht trotzdem anschauen? Spielt es eine Rolle, wer mich belügt, wenn mich sowieso jeder belügt?