Nachbarsgesänge

Beim morgendlichen Gassigang kann man sie hören. Manchmal auch abends. Aber immer morgens. Die Nachbarin. Im Kuhstall kommuniziert sie mit den Tieren durch laute Rufe. Dem Unbedarften klingen sie schräg, dem Wissenden wie eine Sprache. Wie Musik. Manchmal. Vielleicht schräge Musik. Aber kein Stockhausen. Ich gehe selten ganz früh morgens mit den Mädels zum Gassigang. Das macht meist die Frau. Aber wenn, dann überlege ich immer wieder, wie es wäre. Musik daraus zu machen. Einen Beat unterzulegen. Und damit die Charts und Clubs zu stürmen. Leider kann ich mit solcher Software nicht umgehen. Sonst hätte ich es vielleicht längst probiert. Immerhin bleibt die Freude auf den nächsten morgendlichen Gassigang. Und die Gesänge der Nachbarin.

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