Versandgedanken

Heute habe ich praktisch den ganzen Tag Rechnungen und Lieferscheine geschrieben. Was sich schön liest – vor allem die Rechnungen –, ist durchaus mit Arbeit verbunden. Sind die Adressen aktuell? Sind die Bestände okay? Und wenn man gleichzeitig mehrere neu aus der Druckerei im Lager gelandete Bücher verschicken möchte, wird das kein Viertelstundenjob.

Nach der Arbeit fällt mir dann wieder ein, wie es wäre, würde ich auch noch den Versand selbst machen. Nicht nur, dass ich Platzprobleme hätte: All die Bücher, die auf Lager lägen, von den Verpackungsmaterialien ganz zu schweigen. Ich bräuchte eine Konfektionierungszone, einen Lagerplatz für die fertigen Sendungen. Und der Zeitaufwand für die Verpackung und Fertigstellung der Sendungen. Von den speziellen Anforderungen im Auslandsversand will ich gar nicht reden. Und mit ziemlicher Sicherheit müsste ich praktisch täglich oder jedenfalls mehrmals in der Woche zur Post fahren. Da würde sich fast schon die Einrichtung eines eigenen Postshops lohnen – mit mir selbst als bestem Kunden.

Aber das ist alles nicht nötig. Denn ich nutze die Dienstleistung des Versandes durch den Schaltungsdienst Lange in Berlin. Da lagern die Bücher nicht nur – wenn ich meine Belege (Rechnungen und Lieferscheine) gemailt habe, werden die Sendungen hergerichtet und dann verschickt. Die Portokosten werden 1:1 durchgereicht, und für die Handhabung der Sendungen zahle ich kleine Pauschalen von um die zwei Euro pro Sendung, ganz selten auch mal mehr. Klar, das kostet Geld, und bei so vielen Sendungen wie heute läppert sich das schon mal auf ein paar Hundert Euro im Monat.

Aber die Sparfüchse in unserem Geiz-ist-geil-Königreich übersehen gerne das, was die Eigenleistung kostet. Und die würde mich eine ganze Menge mehr als ein paar Hundert Euro kosten. Platz, Zeit, der Verschleiß des Autos … und vor allem die Zeit, die mir für meine eigentliche Passion verloren ginge: das Büchermachen.

(Und das ist letztlich auch ein wesentlicher Grund, warum ich beim Schaltungsdienst Lange bleibe. Abgesehen davon, dass die Kunststücke vollbringen, die andere Druckereien ablehnen, weil ihre Maschinen – oder die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter – es nicht hergeben, ist es eben auch die Logistik, die mir eine estnische, lettische, polnische oder tschechische Druckerei nicht bieten kann, was die – vermeintliche – Kostenersparnis im Druckpreis letztlich schnell wieder auffrisst oder gar verdampfen lässt.)

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