Rundwindwanderung mit Sonnenlücken

Tagebuch eines Ostseeurlaubs, 08.10.2011

Boltenhagen, noch einmal. Diesmal eine Wanderung von Boltenhagen nach Steinbeck, oben auf der Steilküste, teilweise so an die vierzig Meter über dem Meer gelegen. Wir hatten Glück mit dem Wetter: Es ging zwar ein ordentlicher Wind, aber es gab nur die großen Wolkenschiffe, die schnell über die Himmel zogen, dazwischen immer wieder große Lücken für den Sonnenschein.


In Steinbeck war die »Strandnixe«, ein kleiner Imbisswagen, leider geschlossen. Unten am Strand stellten wir fest, dass der Weg unterhalb der Steilküste zurück nach Boltenhagen durch diverse größere Ansammlungen abgestürzter Bäume versperrt war. Schade. Also sind wir den Weg zurück, den wir gekommen waren.

In Boltenhagen zurück hatte ich dann Rückenschmerzen. Und Durst. Und Hunger. Und so fuhren wir in den Ort, um etwas zu suchen, doch da gibt es nicht viel. Boltenhagen ist auch so ein Ostseebad, wie es üblich ist: Vorne das Meer, dann der Strand, dann abgesperrte Dünchen, dann zweifach gestaffelte sogenannte Promenaden, dahinter eine Reihe Häuser, dann eine Verkehrsstraße, an deren »zentralem« Teil einige Läden zu finden waren, aber sonst nicht viel.
Aber ganz außen, da wo wir vorher geparkt hatten, da gab es ein Restaurant namens »Deichläufer«, da sind wir dann rein – und es hat sich gelohnt: Erdinger vom Fass, ausgezeichnetes Essen, gediegenes Ambiente, ein Platz für zwei in einem kleinen Erker mit direktem Blick aufs Meer (und den beginnenden Regen). Schön.

Ärgerlich war die Hinfahrt. Einmal mehr zeigten die Mecklenburg-Vorpommerer, dass sie nicht in der Lage sind, irgendetwas zu beschildern. In Proseken, das auf dem Weg zwischen Wismar und Boltenhagen liegt, mithin also auch auf unserem, wird die Ortsdurchfahrt komplett renoviert – und heute war komplett gesperrt. Aber kein Hinweis darauf, nein. Auch kein Hinweisschild, in welche Richtung sich derjenige wenden sollte, der eine Umleitung in Anspruch nehmen möchte. Nichts. Dazu kam ein durchgeknallter Navi, der meinte, mich an jeder Feldzufahrt umkehren lassen zu müssen, statt mir eine alternative Route aufzuzeigen. Und auch meine eigenen Ortskenntnisse – den Weg über Zierow zu wählen – halfen nicht viel, denn Zierow war genau einmal ausgeschildert – ganz am Anfang.
Endlich nach mehr als einer Stunde – für eine Dreißig-Minuten-Strecke – in Boltenhagen angekommen, war für mich jedenfalls klar: So sehr mir das Land gefällt, so sehr ich die Leute und ihre Art mag, eure verkehrstechnischen Fertig- und Fähigkeiten definieren den Begriff »absoluter Unfähigkeit« ganz neu.
(Für die Rückfahrt habe ich dann gleich von vornherein einen Umweg über Grewesmühlen eingeplant; da haben wir dann nur eine Dreiviertelstunde nach Hause gebraucht, trotz rund zwanzig Kilometern Umweg.)

Es ist nun Abend. Das Wetter ist nun schlecht. Und T-Mobile ist nun ein Scheißladen. Über den UMTS-Stick von denen (mit Datenkarte von denen) ist es nicht möglich, eine Verbindung zu meinem Bankkonto aufzubauen. Der BlackBerry macht das in kürzerer Zeit ohne jedes Zicken. Danke, T-Mobile.

(Nachtrag: Gestern Abend gab’s dann noch Stefan Raabs »Stock Car Crash Challenge« auf ProSieben – eine Tradition, denn 2006 hatte ich mir die auch während meines Ostseeurlaubs angeschaut. [Ansonsten ignoriere ich ProSieben vollständig.] Raabs Team schnitt nicht so gut ab. Naja. Muss auch mal sein. – Die Karambolage der 3-Liter-Klasse und den Caravan Crash Cup verpassten wir, weil in der ARD »Inas Nacht« kam. Schade eigentlich: Sowohl Cordula Stratmann als auch Oliver Pocher waren keine wirklich prickelnden Gäste. – Amüsanten Abschluss des Abends bildete der Rest der »Challenge«, wo so lange gefahren wurde, bis nur noch ein Wagen dazu in der Lage war.)