Biestige Schakale in Nachrichtenquarantäne

  • Carlos – Der Schakal: Mehrfach und lange vor mir hergeschoben, letztlich habe ich ihn dann doch angeschaut, aufgrund der Länge von rund drei Stunden allerdings in zwei Sitzungen. Ein wirkliches Urteil kann nicht abgeben. Im Vorspann wird schon festgestellt, dass der Film aufgrund der Tatsache, dass es im Wissen über den Terroristen Carlos mehr oder minder große Lücken gibt, zu einem nicht unerheblichen Teil einfach fiktiv ist. Dennoch haben sich die Macher darauf festgelegt, das Werk so dokumentarisch wie möglich wirken zu lassen und zu gestalten, und das geht letztlich – nicht zuletzt auch aufgrund der Länge – zu Lasten der Spannung. Wirklich interessant ist der Film wohl allenfalls für Leute, die sich für die Thematik weltweit aktiver Terroristen interessieren.
  • The Messenger – Die letzte Nachricht: Ben Foster und Woody Harrelson spielen zwei Soldaten während des Irakkrieges, die im Heimatland als Erste die ersten schlechten Nachrichten überbringen. Nach ihnen folgen weitere Soldaten mit Details, aber sie haben die Aufgabe, für die in anderen Kulturen und anderen Zeiten Menschen – Boten, Propheten – getötet wurden. Ein recht unspektakulärer Film, auf den ersten Blick, mit einem hervorragenden Ben Foster und einem seiner Hauptnebenrolle angemessen agierenden Harrelson, und das ist gut so. Denn dieses Thema sollte zu Herzen gehen – was es tut –, und im Kopf hängen bleiben – was der Film tut –, und es verträgt keine Übertreibung, keinen Bombast, nicht Schmalz, nicht heiße Luft. – Sehenswert.
  • Die Superbullen: Tom Gerhardt, Hilmi Sözer und noch so ein paar mehr oder weniger geeignete Vertreter der deutschen Comedy-Szene in der Quasi-Fortsetzung von »Voll normaaal«. Zum einmaligen Anschauen ganz nett, aber zum Archivieren auf Festplatte oder einem anderen Medium schlicht zu doof.
  • Quarantäne: Zombies, mal ein wenig anders als sonst. Ein Virus unbekannter Herkunft verwandelt die Bewohner eines Mietshauses nach und nach in das, was man spontan als Zombies bezeichnen würde (obwohl diese Bezeichnung im Film nicht verwendet wird, und auch das gezeigte Verhalten der Kranken durchaus Parallelen aufweist, aber eben nicht nur auf Zombies hindeutet). Das Problem ist, dass die Behörden die Vorgänge im Mietshaus spitzkriegen und es abriegeln, während die Menschen im Inneren versuchen, herauszukommen. – Von der Bildführung her ein wenig nervig. »Zombies meets Blair Witch« ist mir spontan eingefallen, aber während die »Blair Witch« nicht nur neu, sondern auch gut war, ist hier das Handycam-Gehample streckenweise extrem übertrieben. Vom Spannungsfaktor ist der Film in Ordnung; allerdings sollte man nicht zu empfindlich sein.
  • Beastly: Eine moderne Variante von »Die Schöne und das Biest«, mit einem anderen Ende, natürlich; an selbigem stellt sich heraus, dass das Aussehen nur scheinbar keine Rolle spielt, was aber nicht heißt, dass gutes Aussehen automatisch einen erfolgreichen Menschen macht. – Wie es sich für eine Verarbeitung der Quasi-Vorlage gehört, ist der Film stellenweise ein wenig sehr … zuckrig, aber im Großen und Ganzen lässt er sich schön anschauen. Mir hat er jedenfalls Spaß gemacht.