Leuchtende Stille und mehr für den Kopf

  • Jumper – anywhere is possible. Ich habe festgestellt, dass ich den offensichtlich schon mal in der Reißn hatte. Aber ich konnte mich ums Verrecken nicht an den Inhalt erinnern. Es geht um einen Jugendlichen – wie so oft –, der die Fähigkeit hat, kreuz und quer durch die Weltgeschichte zu springen, und dabei so einige Probleme bekommt – wie so oft –, denn natürlich gibt es Leute, die die Jumper – er ist nicht allein – gerne aus dem Verkehr ziehen würden. Ein recht intelligenter kleiner Streifen, der leider wenig Erinnerung hinterlässt, weil er sich insgesamt zu sehr an amerikanischen Filmablaufklischees orientiert.
  • Das Leuchten der Stille. Ein Lasse Hallström, mit einem sensationell guten Channing Tatum und einer noch viel tolleren Amanda Seyfried. Der Originaltitel sagt viel mehr, ist aber unübersetzbar: »Dear John« ist ein amerikanisches Sinnbild für einen heimlich geschriebenen Abschiedsbrief, den der Verabschiedete erst findet, wenn der Abschiednehmende bereits das Weite gesucht hat. Ganz so einfach ist es in dem Streifen nicht, und möglicherweise bin ich solchen Stichworten wie 9/11, Irak und mehr aufgesessen, als ich den Film aussuchte, aber ich habe es nicht bereut. Dieser Streifen ist was für Kopf und Herz und vor allem für beides gemeinsam, miteinander, das ist was für einen Abend, an dem man wieder mal seine Tränenkanäle durchspülen möchte, ohne sich den Vorwurf machen lassen zu müssen, es mit einer Schnulze getan zu haben. Dieser Streifen ist ernsthaftes Gefühlskino. Ganz toll.
  • Moon. Noch einer der drei besten SF-Filme 2010. Sam Rockwell in einem Fast-Zwei-Personen-Stück – und dabei noch in einer Doppelrolle. Das Stück erinnert ganz schwer an 2001, wenn es um GERTY, die KI, geht (im Original von Kevin Spacey gesprochen), die aber kein so ausgeprägtes Arschloch wie HAL ist, ganz im Gegenteil. Dafür ist der Background dieser ruhigen, aber trotzdem ungemein spannenden Geschichte ein gar fieser solcher. Und der Witz bei diesem Film mit einem insgesamt irgendwie einfach wirkenden Plot ist, dass man ihn trotzdem immer wieder anschauen kann. Immer wieder, nicht zuletzt, weil Sam Rockwell hier eine Bandbreite liefert, für die andere Filme eine dicke Mannschaft an Schauspielern und Rollenverteilungen brauchen. Sensationelles Kino, ganz außer Frage – und in meiner »rotation«.