Eiderdotter, Eidersperrwerk, 15.06.

Das Eidersperrwerk ist eine technische Errungenschaft, das kann man durchaus sagen. Das Sperrwerk kann die Eider gegenüber der Nordsee abriegeln, wenn es nötig ist. In normalen Zeiten kann der Wasseraustausch zwischen Nordsee und Eider reguliert werden. Vor allem aber bei Sturmfluten schützt das Sperrwerk das Hinterland vor schädlichen Wirkungen, weil es den Fluten nicht gelingen kann, über die Eider in das flache Hinterland einzudringen. Irgendwo habe ich die Zahlen gelesen, habe sie aber nicht mehr genau im Kopf, aber wenn ich mich recht entsinne, dann hat die Errichtung dieses Sperrwerks die Schaffung von mehr als vierzig Kilometern weiterer Deichanlagen eingespart.

Das Sperrwerk selbst ist einerseits unspektakulär, andererseits bemerkenswert. Ein Autofahrer, der es passiert, fährt durch einen Tunnel – das war’s. Auf beiden Seiten des Tunnels gibt es Parkplätze, und man kann oben über das Sperrwerk laufen, das ansonsten aus zwei mal vier Toren besteht, je vier auf der Außen- und auf der Binnenseite, die je nach Lage unabhängig voneinander geschlossen oder geöffnet werden können. (Der Normalbetrieb ist, wie ich von einer Infotafel lernte, dass alle Tore geöffnet sind, und sich das Hin und Her von Eiderwasser und Nordseeflut frei entwickeln kann.) Die Tore selbst sind nicht unbeeindruckend. Ich wage mir das Gewicht eines einzelnen Tores nicht vorzustellen, aber trivial ist das nicht.
Bemerkenswert übrigens, dass das Sperrwerk dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr und vierundzwanzig Stunden am Tag besetzt ist. Neben dem eigentlichen Sperrwerk gibt es auch noch eine Schleuse, denn die Eider ist schiffbar; nicht für »dicke Pötte«, aber doch für Segelschiffe und Motorboote.

Auf die abschließende Frage, ob wir uns den Aussichtspavillon anschauen sollten, stellte ich die Vermutung an, dass die Aussicht dort nicht besser sei als von oben vom Sperrwerk aus. (Eher sogar noch weniger.) Und auf den neuerlichen Vorschlag, ein Fischbrötchen zu essen, ging ich nicht mehr ein. Sehr wohl auf den Vermerk, dass es nicht gut sei, wenn ich nichts äße; richtig, möglicherweise, aber die Hunde bekamen auch den ganzen Tag nichts. (Naomi nicht, damit sie es nicht ausspucken musste, und Kim nicht, weil sie im Augenblick genug Gewicht auf die Waage brachte; wobei Letzteres zufälligerweise heute auf einmal gar nicht mehr der Fall sein sollte, und das so ganz ohne Waage … Nun ja.)