Heimweg, von Plön nach Schülp, 14.06.

Der Navi wählte die Strecke, und ich war überrascht: Er meinte, er würde die Distanz zwischen Plön und Schülp in anderthalb Stunden schaffen. (Ich schaffte es dann in einer Stunde und zwanzig Minuten.)

Ich wollte einmal mehr ausprobieren, wie Naomi reagierte, wenn ich schnell fuhr. Das ging nicht durchgehend, aber auf der B 430, die wir größtenteils fuhren, immer wieder. Und zwar richtig schnell. Mit schönen Überholmanövern – an einer Stelle sogar »italienisch« (das ist das »Lückenspringen«, das in Deutschland nur deshalb nicht richtig funktioniert – jedenfalls nicht so wie in Italien -, weil des deutschen Autofahrers Mentalität eine miserable, eine revanchistische, eine lehrerhafte, eine sicherheitsparanoide oder eine beliebige Kombination aus all diesen eine ist). Und immer wieder langen Strecken mit 120, 130, 140 Stundenkilometern. Und einmal überholte ich einen Mercedes, und die Fahrerin glotzte angepisst rüber. Ich meinte dazu nur zu meiner Gattin: »Schau mal, wie die schaut. Wenn die wüsste, dass ich sie gerade mit Tempomat überholt habe …«
Auf der A 23 gönnte ich meinem Passat dann richtig Auslauf: 200 Stundenkilometer, auf einer Strecke von gut dreißig Kilometern, fast unbehindert – nur einmal musste ich kurz vom Gas -, und ich verballerte gute vierhundert Kilometer Reichweite (laut meinem Bordcomputer; aber sobald ich von der Autobahn runter war, ging die Reichweite auch schon wieder rauf).

Und Naomi? Sie hatte ein wenig gesabbert. Aber gemessen an vorherigen »Langsamfahrten« (80 km/h auf Landstraßen, 50 km/h in Ortschaften, langsamer auf unebener Strecke) war da praktisch nichts.
Ich fürchte, unsere Naomi ist ein Rennmäuschen.