Gummigeruch. Warum Auslüften kein Allheilmittel ist, Schülp, 03.06.

Naomi mag Autofahren nicht. Noch nicht. Hoffentlich nur »noch nicht«. Anfangs hat sie gespuckt, inzwischen sabbert sie nur noch. Aber das Tuch unter ihr ist immer feucht, wenn wir irgendwo angekommen sind. Sie bekommt drei Mal täglich Cocculus-Globuli, was Homöopathisches, das offensichtlich gegen die Spuckerei wirkt. Insofern will ich nicht lästern. Aber wir haben inzwischen Zewa hinten im Auto, und das Handtuch, auf dem Naomi in ihrer Box liegt, muss dann schon einigermaßen regelmäßig gewechselt werden. Was ja auch kein Problem ist –

Ein Problem ist es jedoch, wenn jemand dann daher kommt und moniert, dass alles, was in der Hundebox gelegen wäre, nach Gummi stinken würde. Als rutschfeste Unterlage findet sich auf dem Boden der Box eine Gummimatte. Nagelneu, frisch zugeschnitten, als wir die Box kauften, alles wunderbar. Aber sie ist aus Gummi.
Meine Gattin meinte, die abwaschen zu wollen. Gesagt, getan. Sie meinte dann, dass sie nach einer Alternative suchen würde, wenn die Gummimatte nicht aufhören würde, nach Gummi zu stinken. Und dass sie die Gummimatte über Nacht hinaushängen wolle, um sie auslüften zu lassen.

Wie nun bringt man jemandem bei, der offensichtlich das Auslüften als Allheilmittel gegen alles kennengelernt zu haben glaubt, dass Gummi kein Stoff ist, der einen nicht stoffeigenen Geruch angenommen hätte, sondern dass Gummi nach Gummi riecht, weil dies der Eigengeruch von Gummi ist?
Wie macht man das?
Und wonach riecht Gummi eigentlich, wenn es nicht mehr nach Gummi riecht? Nach Nichtgummi? Wie riecht das?
Ich habe einfach keine Idee.

(Und nebenbei: Ich kann mir auch keine Vorstellung zu einer rutschfesten Gummimatte vorstellen. Eine rutschfeste Kunststoffmatte? Die stinkt dann nach Kunststoff. Und rutschfeste Jutematten, die nicht nach Jute stinken, gibt es so oder so nicht.)