Autoresponder und Dummheit, Internet, 03.06.

Wo wir gerade bei Dummheit sind … Als guter Mitarbeiter meines Arbeitgebers habe ich meinem Firmen-E-Mail-Account eine automatische Antwort, einen sogenannten Autoresponder, verpasst, bevor ich ihn Urlaub gegangen bin. Wer mir jetzt eine E-Mail an die Firmen-E-Mail-Adresse schickt, erfährt, dass ich in Urlaub bin und wer meine Vertretung ist (mit Namen, E-Mail-Adresse, Telefonnummer; der Kollege hat übrigens auch Zugriff auf meine Mailbox). Dass es eine Reihe von Kollegen trotz dieses Autoresponders nicht schafft, sich an meinen Kollegen zu wenden, sondern immer noch einmal bei mir nachfragt, was denn in der und der Sache mit einer Antwort wäre, ist nicht zwingend dumm, aber doch wenigstens ungeschickt.

Auch die Autoren meines Verlages – und alle anderen Menschen, die mir private E-Mails schicken – kommen dieses Jahr erstmals in den Genuss eines solchen Autoresponders. Allerdings wohl auch zum letzten Mal. Nicht, dass meine Autoren oder anderen Privatkontakte noch dümmer oder ungeschickter wären als meine Kollegen. Nein, durchaus nicht.
Dumm aber sind Firmen und Newsletterversender. Im Laufe eines E-Mailer-Lebens sammeln sich ja viele Newsletter an, die man zum größten Teil niemals verlangt hat, die man aber trotz vorhandenem (Pseudo-) Link zur Abmeldung niemals abschalten kann, weil man in den Newslettermails bezüglich des Austragens aus einer »Liste« (?) eben einfach belogen wird. Und so schicken tausend Leute tausend Newsletter – und die laufen jetzt alle bei meinem Autoresponder auf. Mit der Folge, dass ich danach eine Mail von irgendeinem Postmaster, Webmaster, Dummheitsverwaltungsagenten oder sonst was erhalte, dass ich eine Antwort an eine E-Mail-Adresse verschickt hätte, an die ich keine Antwort verschicken könne, weshalb ich nun eine Antwort erhalte, auf die ich auch nicht antworten könne.
Und zu den intelligenten Systemen ohne Sinn und Verstand gehören auch Namen wie Videobuster – denen ich eine Urlaubsschaltung verpasst habe, die aber trotzdem ihren Newsletter verschicken – und Amazon – bei denen ich meine Marketplace-Verkaufsangebote inaktiv gestellt habe, was Amazon durchaus zu der Vermutung Anlass gegen könnte, ich sei in Urlaub, nachdem Amazon selbst darauf hinweist, dass diese Inaktivierung eine Möglichkeit sei, beruhigt in Urlaub zu fahren.
Aber was jammere ich? Selbst meine eigenen Mailboxen sind zu blöd, mit ihrem eigenen Autoresponder umzugehen. Ich betreibe mehrere WordPress-Blogs, und einmal am Tag kommt ein Datenbankbackup per E-Mail an meine jeweils hinterlegte Mailbox. Die reagiert brav und ordentlich mit dem Autoresponder, woraufhin mir dann mein Mailsystem eine Fehlermeldung schickt, die Autorespondermail könne nicht zugestellt werden, weil die Mailbox auf sich selbst zurücklaufen würde (ein sogenannter Loop).

Ach?, denke ich, und: Naja, beim nächsten Urlaub müssen sich die Leute halt einige Wochen lang Gedanken oder Sorgen machen. Ist mir dann auch egal. Immerhin bin ich derjenige, der dann grad Urlaub hat. Da kann einem das mit Fug und Recht egal sein.