Beweisbarkeit und Glaube, zwischen Heide und Husum, 02.06.

Zwischen Wesselburen und der Halbinsel Eiderstedt liegt das Eidersperrwerk. Die Straße dorthin trägt den lyrisch anspruchsvollen Namen L305. Die sollte ab dem 02.06. renoviert werden und war deshalb zur Sperrung vorgesehen. Damit die ansässige und anwesende Bevölkerung nicht völlig dumm starb, gab es entsprechende Hinweisschilder. Auch für eine entsprechende Umleitung über die B5 Richtung Tönning.
Der Weg von Wesselburen nach Husum führte über die B5 an Tönning vorbei. Dass wir auf dem gleichen Weg zurückgelangen könnten, wurde angezweifelt. Vehement. Und meinen Worten wurde nicht geglaubt.
Denn auf der einen, billigen und für Touris ausgelegten Karte war das Eidersperrwerk nicht zu sehen. Also konnte ich nicht recht haben, denn die am weitesten westlich liegende Überquerung der Eider musste die sein, die durch die Straßenbauarbeiten nicht mehr zugänglich war. Mithin also die B5 vor Tönning.

Ich konnte die Richtigkeit meiner Worte nicht beweisen. Ich musste nicht nur Auto fahren, ich hatte auch keine Beweise. Den Beweis führte eine zweite Karte. Der wurde geglaubt.
Mir nicht.
Ich überlege seitdem, ob Glaube nicht auch eine Frage von Vertrauen ist.
Oder ist mangelnder Glaube nur eine Erscheinungsform von Rechthaberei?