Das Ende einer Hoffnung

Ja, zugegeben, ich hatte die Hoffnung, mit CreateSpace einen Partner für meine Buchproduktion (unter dem Verlagsnamen p.machinery, wie ihr wisst) dahin gehend gefunden zu haben, meine Bücher effektiv und einfach über – wenigstens – Amazon vermarkten zu können.
Aber die Erkenntnis, so hart sie ist, ist genauso einfach: Es geht nicht.

Heute jedenfalls habe ich auf dem Verlagsblog die Beendigung der Nutzung der Dienstleistungen von CreateSpace verkündet. Siehe hier. Laufende Bücher, die ich bereits erfolgreich untergebracht habe – es war mitunter mühsam genug –, lasse ich dort natürlich stehen. Auch E-Books, die ich über Amazon vermarkten möchte, bleiben von dieser Entscheidung unbenommen. Aber neue Bücher werde ich nicht mehr mit CreateSpace machen.

Die Gründe sind marginal, aber umso trauriger.
Anlässlich des Buches, das offiziell am 09.12.2013 als AndroSF 40 erscheinen wird und den ich am 03.12.2013 vorbereitend bei CreateSpace eingestellt hatte, um ihn dann rechtzeitig freigegeben, erhielt ich am 04.12.2013, am heutigen Tage, eine der leider üblichen Meckermails von CreateSpace.

Meine ISBN und der Name meines Imprints (mithin: Verlags) sei nicht verifiziert. Ich habe auch erst zwölf Bände bei denen eingestellt. Offensichtlich ist ein Amazon-Ableger in den USA nicht in der Lage, eigene Datenbanken zu unterhalten und zu pflegen. Offensichtlich ist man in den USA nicht mal in der Lage, die verf***te NSA zu fragen. Oder eine simple Abfrage bei den international existierenden ISBN-Agencys vorzunehmen.
Gut. Das ist Gemecker auf niedrigstem Level. Ein Hinderungsgrund für eine Veröffentlichung des Buches ist es nicht. Noch nicht. Vielleicht nie. Aber vielleicht doch. Diese Anmerkung erinnert mich daran, dass amerikanische Behörden gerne auch mal so Aussagen machen wie: »Your membership at Al Qaida has not been verified at this stage. If there is any issue with your membership at Al Qaida, you will be notified. For additional Al Qaida information please fuck yourself, because this is cheaper than contacting CreateSpace, or NSA, or Barack Obama, or whom ever you want.«
Am Ende landest du dann in Guantanamo. Das ja eigentlich Bielefeld-Status erreicht haben sollte.

Dass CreateSpace über die Auflösung von Bildern im Innenteil des Buches meckert, die weniger als 200 dpi hätten, ist okay. Das hat BoD auch gemacht, und eigentlich ist es ja eine hilfreiche Dienstleistung. Auch wenn die Dienstleister auf diesem Sektor gerne davon ausgehen dürften, dass ich weiß, was ich tue, und durchaus morgens nicht zuerst mit dem Kopf auf dem Fliesenboden aufschlagend aufstehe.
Aber okay.

Schlimmer und letztlich völlig indiskutabel jedoch ist die Angewohnheit unserer amerikanischen Pseudofreunde, an den übermittelten Druckdaten herumzufummeln, noch dazu in absolut indiskutabler, weil jede Fachkenntnis vermissen lassender Manier. Da werden mit dubiosen Methoden Schriftzüge aus der Vorlage geschritten (und es spielt keine Rolle, ob es ein im Publisher montiertes PDF oder ein aus einem homogenen TIFF erzeugtes PDF ist), hin und her skaliert, bis es denen passt, und peng. Egal, ob dadurch die Optik der Umschläge leidet, egal, ob man das sieht, egal, ob das einfach nur SCHEISSE aussieht, egal, ob da Leute dran rumgemacht haben, die einfach von nichts – inklusive gutem Geschmack – nicht die Spur der Andeutung einer Ahnung von was auch immer haben.
Umso ärgerlicher ist es, wenn man bei der Montage des Umschlags – daran popeln die Hamburgerfresser jenseits des Atlantiks am liebsten herum – ganz exakt nach den detaillierten Maßgaben von CreateSpace vorgegangen ist, und sich dann wieder vorwerfen lassen darf, dass auf dem Buchrücken irgendwas gewesen ist, das wieder weniger als 0,0625“ von irgendwelchen Rändern entfernt gewesen sei.

Meine Bücher gibt es halt nur noch bei mir. Punkt. Ende. Aus. Warum auch nicht?
Ich arbeite nicht mehr mit dem VLB, weil das in der Tat nichts bringt. Ich arbeite nicht mit den Buchgroßhändlern, weil der, den alle nutzen wollen – KNV –, sich beständig wie eine alte, zickige Diva aufführt, immer irgendwelche Möglichkeiten anbietet, wie man seine Bücher einbringen kann, und dann mitteilt, dass man doch kein BoD berücksichtigt. Ich arbeite halt auch nicht mehr mit CreateSpace zusammen. Und ich denke, ich werde irgendeine andere Quelle solcher Unbillen gar nicht erst probieren, egal, wie sie alle heißen.
Meine Bücher wird es im Amazon-Marketplace geben. Und direkt bei mir. Es mag sein, dass das meine Auflagenzahlen ruiniert. Es mag sein, dass es das nicht tut.
Das ist mir, ehrlich gesagt, gleichgültig.

Nur eines ist mir nicht gleichgültig. Ich lasse mich von einem transatlantischen Depperlpack nicht verarschen.