Zelluloidfetzen IV

Noch mehr Filme. Ich weiß, ich nerve. Sorry.

  • Rache – Vergeltung hat ihren Preis. Das Leben eines Mannes wird ruiniert, und er erlangt die Gelegenheit, sich am Schuldigen zu rächen. Allerdings ist das Ganze nicht so einfach – denn der Schuldige, der dem Rächer präsentiert wird, ist es wohl nicht. – Ausnahmsweise mal ein unkomödiantischer Til-Schweiger-Film, in dem er durchaus zu gefallen weiß. Eine schöne Mischung aus Action und Suspense, und ein bißchen »Saw«-Flair fehlt auch nicht.
  • Wo die wilden Kerle wohnen. Da ist er wieder. Das Problembaby. Bei dem Streifen hatte ich das Problem, dass die Laufzeit auf der DVD nicht stimmte, dass der Streifen schlagartig zu enden schien – ohne Nachspann. Und ich vermutete einen Kopierschutz. Damals war die DVD schon wieder auf der Rückreise. – Diesmal war es wie gehabt. Aber es zeigte sich, dass die Filmemacher den Nachspann nur in eine eigene Datei ausgelagert hatten, aus welchem Grund auch immer. – Der Film selbst … Ich habe vor allem negative Kritiken gelesen. Die Vorlage sei zu kurz für so einen Film gewesen. Der Film sei nicht kindgerecht, zu gruselig, zu unheimlich. Und so weiter, und so fort. Lauter Kritikergelaber. – Ich kenne das Buch nicht, aber der Film ist okay. Er ist eine hübsche, stimmige, etwas unheimliche, aber nicht gruselige Geschichte um den problematischen Weg eines Kindes in einer Welt voller Herausforderungen, in der es weitgehend allein ist – mit einer Mutter, die nicht immer so kann, wie sie möchte, und ohne Vater … Kinder, die heute in unserer Welt leben, kennen das so oder so oder so. Ich kann mir nicht vorstellen, dass solche Kinder ab 10, 12 Jahren echte Probleme mit dem Film haben. Die FSK 6 ist freilich ein wenig großzügig ausgefallen – nicht wegen des unterschwelligen Horrors eines solchen Lebens, sondern einfach, weil der Streifen für 6jährige nicht wirklich zugänglich ist.
  • Resident Evil – Degeneration. Eine japanische CGI-Produktion. Stilistisch dem Spiel angemessener ausgelegt als den Jovovich-Filmen, und insofern eigentlich nichts für mich. Für meine Sammlung, ja, aber nicht für meinen Geschmack. Ich mag die Jovovich in den Real-Filmen zu sehr, um so eine japanische Drive-by-Produktion wirklich goutieren zu können. Und zu wollen.
  • Desperate Housewives, Season 2, Box 2, Disc 2. Siehe weiter oben, weiter vorne. Immer das gleiche Lied. – Bei dieser speziellen Scheibe schlug das Unglück zu. Ich hatte sie schon mal hier, hatte sie auf die Platte gezogen – und die Daten waren einfach weg. Keine Ahnung, welches Nirgendwo der Datenwelt sie gefressen hat, aber irgendwo im Cyberspace hocken jetzt ein Haufen Bits und amüsieren sich über die vier Folgen. Drecksäcke.
  • Sieben Leben. Gabriele Muccino machte 2006 schon »Das Streben nach Glück« mit Will Smith, ein Film, der mich zuerst fürchterlich in die Nieren traf, der mir aber inzwischen als eines der besten Werke Smiths als Schauspieler ohne jede Einschränkung gefällt. »Sieben Leben« ist die zweite gemeinsame Arbeit von Muccino und Smith, und der Film trifft noch viel tiefer, viel eindringlicher. Smith spielt einen Mann, der bei einem Unfall neben seiner Lebensgefährtin fünf weitere Menschen tötete – und auf eine Art und Weise Buße zu tun versucht, die man nicht annähernd so packend und beeindruckend mit Worten beschreiben kann, wie dies der Film mit seinen Bildern macht. Einem amerikanischen Film unterstellt man gerne Effekthascherei und Tränendrüsendrückerei, aber das fehlt hier völlig. Ein Mensch, der so denkt und handelt, wie diese Figur Ben Thomas’, die Will Smith spielt, ist auf eine Art und Weise unvorstellbar und doch nachvollziehbar, dass man am Ende des Films irgendwie atemlos zurückbleibt. Es fällt leicht, das auf die Tränen zu schieben, die sich für einen normal fühlenden und denkenden Menschen wohl nicht vermeiden lassen, aber das ist es nicht. – Rosario Dawson, Woody Harrelson (als blinder, veganer Fleischverkäufer – fast unübertrefflich genial!) und der mir vorher nicht gegenwärtige Michael Ealy als (leider fast peinlich gestylter) Bruder Bens runden den Streifen ab. Insgesamt ein Film, den man gesehen haben sollte. Nicht jedoch, wenn man auf Will Smith mit komödiantischen Einlagen oder auf seine Actionfilme steht.
  • So was wie Liebe. Ashton Kutcher, Amanda Peet. Kutcher ist nicht der Grund, warum ich diesen Film mag. Wer hätte es erraten? Egal. – Der Film ist eine Komödie mit Anleihen an »Harry & Sally«, aber niedlicher, lieblicher, nicht so nervig vordergründig, wie das Original. Kutcher, den ich eigentlich für keinen guten Schauspieler halte, wenn er auch gute Plots erwischt – siehe »The Butterfly Effect« –, spielt in diesem Film wenigstens ordentlich, wenn nicht sogar gut, und die Geschichte an sich reißt eh alles raus. »Nicht«, sagen sie beide irgendwann, »tu’s nicht«, und während der andere ein fragendes Gesicht macht: »Du verdirbst es sonst.« Das ist einfach genial.
  • International, The. Den wollte ich ja eigentlich rippen, auffe Pladde ziehen und anschauen, aber die Qualitätskontrolle von Videobuster war dagegen. Die Scheibe, die ich bekam, war auf der Unterseite von außen her ca. einen Zentimeter weit quasi abgeschliffen. Meine Laufwerke haben sich wahrlich bemüht. Keine Chance. Naja, gut. Ich kenne den Film schon aus dem SKY-Programm – weshalb ich ihn für meine Sammlung haben wollte und will –, besprochen wird er dann halt später. (BTW: Videobuster hat für diese »Fehllieferung« immerhin 3 Öre gutgeschrieben. Nobel. Danke.)
  • Männerpension. Til Schweiger, Detlev Buck und andere deutsche Schauspieler. Die ganze Riege. Eine feine Komödie um Knastis, die auf eine seltsam neue Weise resozialisiert werden sollen: über die Liebe zu einer Frau. Eine gute deutsche Komödie mit einer ein wenig unterkühlten Marie Bäumer in der weiblichen Hauptrolle.

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