Zelluloidfetzen III

Noch mehr Filme. Ich kann nichts dafür, dass ich ein Film-Junkie bin, ich geb es zu. Ich suche tagtäglich nach einem Schuldigen, aber er will sich nicht finden lassen, der Sack.

  • Kill Bill – Volume 1. Der Knaller von Tarrantino. Meine Nummer zwei nach »Pulp Fiction«, was das Quentin-T.-Programm angeht. Eine sensationelle Uma Thurman, eine wiederauferstandene Daryl Hannah, eine tolle Lucy Liu, und ein erfreulich wenig präsenter David Carradine. Ein Film, der mir witzigerweise vor allem durch die Blutsauerei in Erinnerung geblieben ist, die die Thurman beim Kampf mit den »Crazy 88« angerichtet hat.
  • 12 Meter ohne Kopf. Ostfriesland 1401. Matthias Schweighöfer in der wahren – der einzig wahren :) – Geschichte des Klaus Störtebeker. Das Geile an dem Streifen ist, dass die ganzen Figuren aus dem 14., 15. Jahrhundert Neuzeitdeutsch reden. Kein Slang, kein Pidgindeutsch, aber jede Menge Sprüche und Argumentationen aus dem 20. und 21. Jahrhundert. Toll.
  • Knockin‘ on Heaven’s Door. Kult. Til Schweiger und Jan Josef Liefers als die zwei Jungs, die nicht mehr lange zu leben und deshalb nichts mehr zu verlieren haben. Der Film wurde mit Jack Nicholson und Morgan Freeman 2007 – also zehn Jahre nach dem deutschen Original – nachgebaut: »The Bucket List«.
  • Auf die harte Tour. Michael J. Fox und James Woods in einem Film, dessen Plot nicht so ganz unerwartet aufscheint. Fox spielt einen Schauspieler, der für einen neuen Film lernen will, wie das Leben eines echten Cops abläuft. Hat ein bisschen was von Nick Nolte und Eddie Murphy in den »48 Stunden«-Streifen, und ein bisschen was aus anderen solcher Streifen. Nichts Durchschlagendes, wenn man es genau nimmt. Aber Michael J. Fox ist einer meiner gern gesehenen Schauspieler.
  • Terminator 2 – Tag der Abrechnung. Auf SKY kam jüngst der vierte »Terminator« raus, und wie bei SKY üblich, gab es mehr als nur den neuen Streifen zu sehen. Dadurch hatte ich in den letzten Wochen Gelegenheit, alle vier Terminatoren immer wieder zu sehen, und die Gelegenheit war günstig, die DVDs auf Platte zu ziehen. – Tatsächlich ist mir nach und nach aufgefallen, was ich wohl schon immer ahnte: Der Terminator 2 ist der beste aller Terminatoren. Die Hamilton ist eine Frau geworden, der Sohn ist ein Sohn, der Terminator Schwarzenegger hat einen echten Charakter und Humor, und der flüssigmetallene Bösterminator ist selbst heute noch innovativ anzuschauen. Wie immer man es dreht: Der erste Terminator war sensationell, weil neu. Der zweite hat es. Der dritte füllt es. Der vierte ist ein schöner Abschluss. Aber der beste ist und bleibt der zweite.
  • Bad Boys – Harte Jungs. Wow. Das war vielleicht eine Aktion. Ich weiß nicht, ob der erste Teil von »Bad Boys« jemals ganz einfach zu kaufen war. Im Verleih war es eine Suche von mehreren Jahren, naja, zwei, drei ganz sicher. Lovefilm hat den Streifen immer noch nicht im Programm, und bei Videobuster gab es immer noch eine Wartezeit. Aber inzwischen hab ich ihn – und ich hab ihn gesehen, nach langer, langer Zeit noch einmal. Und ich war überrascht. Für den Kult »Bad Boys« kann eigentlich nur der zweite Streifen verantwortlich sein, denn der erste ist eigentlich … zu zäh, zu langweilig, zu actionarm (gegenüber dem zweiten »Bad Boys« auf jeden Fall), zu … uninteressant. Und vor allem kommt das Thema – »Bad Boys, Bad Boys, …« – nur nebenbei vor.
  • Terminator 3 – Rebellion der Maschinen. Die dritte Story, durchaus schlüssig im Gesamtkontext der vier Filme, nicht so gut wie Teil 2, aber doch ein unverzichtbarer Teil auf dem Weg zu Teil 4. Claire Danes reißt es für mich raus, Herr Schwarzenegger natürlich auch – einen besseren Terminator hat er so wohl nie gegeben –, aber dem Streifen fehlt der Charme von Teil 2.
  • Resident Evil – Apocalypse. Es halt lange gedauert, bis ich auf die Idee kam, dass die »Resident Evil«-Streifen in meine Sammlung gehören, obwohl ich sie liebe, vergöttere. Die Jovovich in dieser Rolle … es steht zu befürchten, dass man ihr das bei anderen Rollen nachtragen wird, aber sie ist die Besetzung für diese Figur, sie ist Alice, unzweifelhaft. »Apocalypse« ist der zweite Teil. Für mich ist bislang die Reihenfolge meiner Präferenz: Teil 3, Teil 2, Teil 1 (den ich auch eher für eine Blutsauerei halte). Teil 4 kenne ich noch nicht. Man wird sehen. Sehenswert finde ich sie alle.
  • Star Vehicle. Im Gegensatz zu diesem Streifen. Das ist kein B-Movie, das ist nicht mal C oder D. Das ist Trash, und zwar Müll, der drei Jahre lang in der Tonne lag, von allem, was sich von Zelluloid ernährt, zerfressen wurde, und dann hat der Filmvorführer noch drauf gekackt. – Wieso ich den überhaupt angeschaut habe? Irgendjemand bei Videobuster meinte, er müsse den Titel »Star Vehicle« so komplett falsch interpretieren, dass man als unbedarfter Mal-eben-daneben-Klicker denken musste, es handle sich um einen SF-Streifen. – Irgendwann finde ich noch jemanden, dem ich dafür die Eier abschneide. – Zeitverschwendung. Par excellence.
  • Far Cry. Til Schweiger – nebst u. a. Udo Kier, mal wieder – in der Rolle eines pensionierten und reaktivierten Offiziers einer Spezialtruppe. Eine seltsame Mischung aus Ballerfilm und Psychostudie, mit einer nicht wirklich ausgewogenen Gewichtung. Nicht wirklich gut. Schweigers Ding sind diese ganzen Nichtkomödien einfach nicht.

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